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Ein Zmittag mit Steuerfuss und ein paar Baustellen

Am Behördenzmittag der Dübendorfer Gwerbler gab es nicht viel, das den Anwesenden den Appetit hätte verderben können. Bis auf den Salat.

In Dübendorf gibt es einige Baustellen – im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinn.

Foto: Thomas Bacher

Ein Zmittag mit Steuerfuss und ein paar Baustellen

Stadtrat besucht Gewerbe

Wie geht es der Stadt Dübendorf? Die Gewerbler erfuhren es in der Mittagspause – und liessen sich von den dunklen Wolken am Horizont nicht den Appetit verderben.

Wie bitte, keine Krawatte? Dass etwas anders war an diesem Behördenzmittag, zeigte sich schon in der Apéro-Zone am Erscheinungsbild von Werner Benz. So kam der langjährige Präsident des Dübendorfer Gewerbe-, Handels- und Industrievereins (GHI) für einmal nicht im Anzug daher, sondern im legeren Freizeitlook. Quasi die modische Bestätigung dafür, dass er nach seinem Rücktritt im April nun nicht mehr der höchste Dübendorfer Gewerbler ist.

Der neue GHI-Präsident Simon Dietrich versuchte am Dienstag im Restaurant Sonnental gar nicht erst, seinen Vorgänger zu kopieren. Dieser hatte die anwesenden Stadträte jeweils interviewt, Dietrich hingegen gab ihnen anhand einiger Eckpunkte die Gelegenheit, aus ihrem Ressort zu erzählen. Doch was passiert, wenn man Politiker reden lässt? Sie reden. Weshalb die Vorspeise serviert wurde, noch bevor die Gesprächsrunde zu Ende war.

Weg frei für weitere Rekurse

In der knappen Stunde zwischen Begrüssung und Salat bekamen die 70 Anwesenden einen Zustandsbericht der Stadt Dübendorf serviert. Um das Fazit vorwegzunehmen: Es läuft.

Die Bauarbeiten am Sportzentrum in Wangen haben nach mehreren Jahren Verzögerung inzwischen begonnen. Die Entwicklung des Leepünt-Areals schreitet langsam, aber stetig voran. Das Bundesgericht hat in Sachen Hallenbadneubau einen Stimmrechtsrekurs abgeschmettert, womit der Weg frei ist für weitere Rekurse. Und auf den Strassen wird auch fröhlich weitergebaut. Wobei ein anwesender Gemeinderat forderte, die Aufträge sollten doch bitteschön ans heimische Gewerbe vergeben werden.

Tempo 30 im Stadtzentrum? Nur noch eine Randnotiz. Das Sozialamt gut zwei Jahre nach der Administrativuntersuchung? Neu aufgestellt. Die Entwicklung der Stadt? Nach wie vor rasant: Allein in der neuen Hochhausüberbauung Three-Point-Tower finden 800 bis 1000 Menschen Platz – wenn sie denn das nötige Kleingeld haben. Jedenfalls ging diese Woche im Boom-Quartier Hochbord schon einmal die erste Hochhausschule der Schweiz in Betrieb. Und: Sämtliche Stellen der Primarschule sind besetzt, was auch schon anders war.

Mehr Ferien – oder doch nicht?

Beim städtischen Personal hingegen herrscht immer noch Fachkräftemangel, dafür aber womöglich eine bessere Stimmung als in der Vergangenheit. Zumindest gab es in letzter Zeit keine öffentlichen Proteste mehr, was damit zusammenhängen könnte, dass es eine Woche mehr Ferien gibt – wenn der Gemeinderat mitspielt und die neue Verordnung genehmigt.

Doch das wird er wohl nicht uneingeschränkt tun: Die Stadt verschaffe sich auf diese Weise mit Steuergeldern einen unrechtmässigen Vorteil gegenüber dem heimischen Gewerbe, tönte es aus dem Saal.

Bleiben die Finanzen. Da ist die Situation – dem Vernehmen nach – recht stabil. Doch am Horizont gibt es ein paar dunkle Wolken in Form einer drohenden Erhöhung des Steuerfusses. 2027 könnte es so weit sein. Drei bis sieben Prozentpunkte sind möglich. Die gute Nachricht: Keinem der Anwesenden schien das an diesem Mittag den Appetit verdorben zu haben.

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