Karin Keller-Sutter über sprechende Hunde und Selfies im Flugzeug
Bundesrätin in Effretikon
Bundesrätin Karin Keller-Sutter zeigte sich am Podiumsgespräch im Stadthaussaal in Effretikon von einer persönlichen Seite. Das Publikum fand zweifellos Gefallen daran.
Mit viel Humor spricht Karin Keller-Sutter (FDP) am Podiumsgespräch vom Donnerstagabend im Stadthaussaal in Effretikon. «Ich hoffe, niemand schreibt meine Sprüche mit», witzelt die Bundesrätin, die nach eigenen Angaben gerne viel lacht. Mit Stadträtin Rosmarie Quadranti (Die Mitte) und Parlamentarierin Silja Benker (Grüne) unterhält sie sich über Politik und Gefühle und erzählt aus ihrem privaten Leben.
Und das mit Erfolg. Denn Keller-Sutter zeigt grosses Talent, die Anwesenden zum Lachen zu bringen. Die Finanzministerin gewinnt mit ihrer charmanten Offenheit das Publikum im zum Bersten vollen Saal für sich. Als sie noch einen Hund hatte, sei sie darauf hingewiesen worden, dass es doch grossartig wäre, wenn dieser sprechen könnte. «Bloss nicht, denn der wusste all meine Geheimnisse», erzählte Keller-Sutter.
Auch kleine Anekdoten wissen die Anwesenden zu schätzen. Keller-Sutter erzählt, wie sie während eines 13-stündigen Flugs von Brasilien in die Schweiz in einem Flugzeug sass. Bei der Landung wollte ein Passagier ein Selfie mit ihr machen. «Nach einem solch langen Flug will nun wirklich niemand verewigt werden.» Das Publikum lacht.
Nähe zur Bundesrätin
Keller-Sutter wurde von den Politfrauen ILEF eingeladen – einem noch nicht offiziell gegründeten Verein der Parlamentarierinnen aus Illnau-Effretikon. Initiantin Quadranti will damit ein Gespräch zwischen Politprominenz und dem Volk auf Augenhöhe bezwecken. «Mir gefallen solche persönlichen Formate», sagt die Bundesrätin.
Doch konnte der Abend wirklich halten, was er versprach? «Frau Keller-Sutter hat sich aus einer ganz anderen Perspektive gezeigt. Das hat uns wahnsinnig gefallen», bestätigen einige Frauen beim Apéro. Als die Bundesrätin über den plötzlichen Tod von André Simonazzi sprach, war eine von ihnen gerührt gewesen: «Man hat gleich gespürt, dass ihr das sehr nahe ging.»
Beim Apéro ergreifen einige die Chance, sich mit Keller-Sutter noch persönlich auszutauschen. «Das ist das erste Mal, dass ich mit einer Bundesrätin sprechen kann, und ich bin immerhin schon 79», sagt eine Frau.
Obwohl der heisse Sommerabend eigentlich ein Grund gewesen wäre, sich draussen abzukühlen, lockte der Besuch der Bundesrätin zahlreiche Frauen und ein paar Männer nach Effretikon. «Damit hätten wir niemals gerechnet», sagt Parlamentarierin Silja Benker erfreut. Für Freudentränen nahm das Publikum so manche Schweissperle in Kauf.
Anmerkung: In einer früheren Version haben wir Bundesrätin Karin Keller-Sutter wie folgt zitiert: «‹Zum Glück kann mein Hund nicht sprechen, denn der weiss alle meine Geheimnisse›, antwortet sie auf eine Frage aus dem Publikum über ihre Beziehung zu ihrem Haustier.» Dieses Zitat haben wir nachträglich sprachlich angepasst; Keller-Sutters Hund ist kurz nach ihrer Wahl in den Bundesrat verstorben.