Stadtrat Feldmann: «Messwerte liegen am Montag vor»
Trinkwasserdebakel
Das verunreinigte Trinkwasser bewegt in Uster weiterhin. Stadtrat Stefan Feldmann (SP), der Verwaltungsratspräsident der Energie Uster AG ist, äussert sich schriftlich zum aktuellen Stand der Erkenntnisse.
Wie ist der aktuelle Stand der Aufarbeitung?
Stefan Feldmann: Aktuell sind wir vorrangig mit der Beantwortung aller eingegangenen Anfragen beschäftigt, um das berechtigte Informationsbedürfnis der Ustermerinnen und Ustermer, soweit es uns möglich ist, zu befriedigen. Danach wird die Energie Uster AG zusammen mit der Gemeindeführungsorganisation (GFO) der Stadt Uster insbesondere die Kommunikationsmassnahmen überprüfen und die nötigen Anpassungen im Krisenkommunikationskonzept vornehmen. Wann diese Aufarbeitung abgeschlossen ist, lässt sich noch nicht sagen.
Gemäss der Energie Uster AG sind alle sogenannten kritischen Betriebe, also auch die Restaurants, frühzeitig und direkt informiert worden. Gemäss unseren Recherchen ist dies nicht in allen Fällen geschehen. Wie können Sie sich diesen Umstand erklären?
Frühzeitig und direkt informiert wurden gemäss Notfallkonzept «Trinkwasser in Notlagen» grössere Institutionen mit sensibler Zielgruppe im betroffenen Perimeter. Auch hier gilt es aber bei der Aufarbeitung zu überprüfen, wie künftig eine bessere Information gewährleistet werden kann.
Es existiert eine Informationspflicht zur Trinkwasserqualität. Diese schreibt bei «Trinkwasserverschmutzung mit Gesundheitsgefährdung» eine sofortige Information der Bevölkerung vor. Warum hat die Stadt nicht schneller reagiert?
Wie wir bereits am Montag mitgeteilt haben, war die Kommunikation auch aus unserer Sicht ungenügend. Das bedauern wir ausserordentlich, und dafür entschuldigen wir uns.
Die Informationspflicht schreibt auch die Bekanntgabe von Messwerten vor. Von welchen Werten sprechen wir im aktuellen Fall in Uster konkret?
Die Energie Uster AG kommt ihrer Informationspflicht nach und publiziert wie andere Wasserversorger die Messwerte jährlich auf der Website www.trinkwasser.ch. Auf der Website der Energie Uster AG findet sich ein entsprechender Link. Die Publikation der Messdaten des Kantonalen Labors Zürich im Zusammenhang mit der aufgetretenen Verunreinigung bereitet die Energie Uster AG vor. Dies wird am Montag erfolgen.
Dieses Interview wurde schriftlich geführt.
