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Greifensee will seine Asylcontainer aufstocken

In der 5400-Einwohner-Gemeinde fehlt der Platz für die Aufnahme von Asylsuchenden. Nun sollen zusätzliche Container für etwas Entlastung sorgen.

Mehr Platz für Asylsuchende: Die bestehenden Container an der Tumigerstrasse in Greifensee sollen aufgestockt werden.

Foto: Lennart Langer

Greifensee will seine Asylcontainer aufstocken

Platzmangel in den Gemeinden

In der 5400-Einwohner-Gemeinde fehlt der Platz für die Aufnahme von Asylsuchenden. Nun sollen zusätzliche Container für etwas Entlastung sorgen.

Seit Anfang Juli müssen die Gemeinden zusätzliche Asylsuchende aufnehmen. Der Kanton Zürich hat die Quote anteilsmässig von 1,3 auf 1,6 Prozent der Wohnbevölkerung erhöht. Dies stellt viele Gemeinden vor Herausforderungen – so auch Greifensee.

Für die Gemeinde bedeutet die Quotenerhöhung, dass sie neu insgesamt 85 Personen aufnehmen muss. Doch es fehlt der Platz. 70 Personen sind Greifensee derzeit zugewiesen. Die bestehenden Unterkünfte in gemeindeeigenen und acht privaten Liegenschaften sowie in den bestehenden Containern an der Tumigerstrasse sind damit praktisch voll.

Durch Wegzüge verfügt die Gemeinde zwar noch über zwei freie Plätze in einem Zweierzimmer. Doch wenn diese besetzt würden, sei die Kapazitätsgrenze erreicht, heisst es in einer aktuellen Mitteilung. «Die Gemeinde ist am Anschlag.»

In den vergangenen Monaten habe man deshalb sowohl nach temporären wie auch nach langfristigen Lösungen gesucht. Nun haben sich die Verantwortlichen entschieden: Die beiden bestehenden Container sollen um ein Geschoss aufgestockt werden. Zwölf neue Plätze sollen dadurch entstehen.

Anschlüsse schon vorhanden

Das Platzproblem ist damit aber noch nicht ganz gelöst. Noch immer würden drei Plätze fehlen, heisst es auf Anfrage. Doch es handle sich bei der Containeraufstockung um die «sinnvollste und als einzige in absehbarer Zeit realisierbare Möglichkeit».

Für diese Variante gesprochen habe auch die Kosteneffizienz. Da es sich lediglich um eine Aufstockung und nicht um einen Neubau handelt, sind das Fundament sowie die Erschliessung mit Wasser, Strom und Abwasser bereits vorhanden. Ausserdem liegen die bestehenden Container nahe bei der gemeindeeigenen Kollektivunterkunft, was die Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner einfacher und effizienter macht.

Aussenansicht des Werkhofs in Greifensee.
Auf der gegenüberliegenden Strassenseite liegt der Werkhof, in dem sich die Kollektivunterkunft befindet.

Keine gemeindeeigenen Liegenschaften verfügbar

Trotzdem mag dieser Entscheid gerade in Greifensee etwas überraschen. Noch im vergangenen Dezember hatte sich die Gemeinde gegen den Bau von Containern entschieden, als sie ein Provisorium für den bisher im Schulhaus Breiti untergebrachten Hort suchte.

Stattdessen setzte sie auf die gemeindeeigene Liegenschaft im Alten Städtlischulhaus – und stellte den langjährigen Mietern die Kündigung zu. Die damalige Begründung: Ein Containerprovisorium wäre zu teuer gewesen. Die Kosten für die aktuell geplante Aufstockung sind noch offen.

Offenbar waren aber, wie erwähnt, ausgerechnet die tiefen Kosten mit ausschlaggebend für die nun gewählte Containerlösung. Zur Möglichkeit, auf eine gemeindeeigene Liegenschaft zu setzen, macht die Gemeinde klar: «Diese Option stand nicht zur Debatte, da keine Räumlichkeiten verfügbar waren.»

Nun arbeite man mit Hochdruck an der Ausarbeitung des Baugesuchs für die Containeraufstockung. Sobald die Baubewilligung und eine detaillierte Kostenschätzung für das Projekt vorliegen, will die Gemeinde einen entsprechenden Antrag für den benötigten Kredit ausarbeiten.

Es braucht mehr Platz

Auswirkungen hat die aktuelle Situation in Greifensee auch auf die Unterbringung von Personen, die auf die sozialen Dienste angewiesen sind und notfallmässig eine Wohnung benötigen. Denn auch dafür fehlt nun der Platz. Man werde im Einzelfall nach geeigneten Lösungen suchen, schreibt die Gemeinde. Auch die vorübergehende Unterbringung bei Verwandten oder Bekannten sowie in Hotels komme infrage.

Die Gemeinde sei bestrebt, die Vorgaben des Kantons «so rasch wie möglich erfüllen zu können». Zusätzliche Abklärungen für weiteren Wohnraum würden laufen. Dabei hofft die Abteilung Soziales auch auf die Bevölkerung: Sie soll frei werdende Wohnungen oder Häuser – auch zur Zwischennutzung – melden.


Mitarbeit: Mel Giese Pérez

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