Ende der 900-Meter-Buckelfahrt in Pfäffikon in Sicht
Miserabler Zustand
Die Usterstrasse in Pfäffikon ist sanierungsbedürftig. Denn die Bodenwellen werden für Verkehrsteilnehmende langsam ein Problem.
Eine Strasse in miserablem Zustand: Die Usterstrasse in Pfäffikon muss dringend saniert werden. Auf dem Abschnitt zwischen der Obermattstrasse und der Verzweigung Ruetschbergstrasse hat sich der Belag verformt. Mehrere Zentimeter hohe Bodenwellen erschweren die Fahrt. Auf gut 900 Metern schüttelt es die Verkehrsteilnehmenden richtig durch.
Auf Facebook veröffentlichte ein User ein Foto in der Gruppe «Du bisch vo Pfäffike ZH, wänn». Zu sehen ist eine Detailaufnahme der Usterstrasse. Dunkelgraue Streifen auf hellgrauem Untergrund. «Mittlerweile streifen täglich Autos den Boden», schrieb der Mann unter dem Bild. Und sorgte damit für weitere Reaktionen.
Eine Nutzerin schlägt gar einen Namenswechsel der Strasse in «Rodeo Drive» vor. Jemand anderes spricht von einer natürlichen 30er-Zone. Die Facebook-Gruppe nimmt die Buckelpiste in Pfäffikon mit Humor. Dennoch ist der Zustand der Strasse fragwürdig.
Warnschild montiert
Bei der besagten Strasse handelt es sich um eine Kantonsstrasse. Die Gemeinde hat deshalb nur bedingten Einfluss auf eine Sanierung. Das Problem ist jedoch bekannt, wie Marco Hirzel (parteilos), Gemeindepräsident von Pfäffikon, auf Anfrage sagt.
Auch die Baudirektion ist sich des Problems bewusst. «Wegen des schlechten Zustands der Strasse stehen seit dem Frühjahr 2023 Warnschilder», erklärt Sascha Rhyner, Mediensprecher der Baudirektion Kanton Zürich. Und trotzdem schüttelt es die Autofahrerinnen und Autofahrer nach wie vor ordentlich durch. Vor Ort fahren regelmässig Kleinlaster mit Anhänger vorbei. Das Rumpeln der Geräte auf dem Anhänger ist jeweils gut zu hören.
Baustart in weniger als zwei Jahren
Die Baudirektion hat in den letzten Jahren an Plänen zur Sanierung der Strasse gearbeitet. Nun gibt es einen ersten Lichtblick. Im nächsten Monat veröffentlicht sie die Auflage zu den geplanten Bauarbeiten.
Neben dem Belag sollen im selben Zug auch gleich die Wasser- und Abwasser-, die Elektroleitungen sowie die Strassenbeleuchtung erneuert werden. Die Swisscom wird ebenso Teile ihrer Infrastruktur ersetzen.
Veränderungen für den Verkehr wird es mit den Bushaltestellen und der Schliessung der Lücke eines Radwegs geben. Weiter geht die Baudirektion auf das Projekt noch nicht ein. «Details können ab voraussichtlich Ende August der öffentlichen Auflage entnommen werden.» Der Baustart ist dann frühestens Ende 2025 oder Anfang 2026.
Schon mal Thema
Bereits letztes Jahr beschäftigte sich der Gemeinderat von Pfäffikon mit der Usterstrasse, wie der Protokollauszug des Gemeinderats vom 22. August 2023 zeigt. Der Kanton musste damals der Gemeinde eine Stellungnahme zur geplanten Sanierung ermöglichen. Zuvor fand das Mitwirkungsverfahren statt, wobei fünf Einwendungen an die Baudirektion herangetragen wurden.
Der Gemeinderat Pfäffikon wies in seiner Stellungnahme an die Baudirektion «erneut mit Nachdruck darauf hin, dass es zwingend notwendig ist, das Sanierungsprojekt der Usterstrasse zu forcieren». Die Sicherheit beschrieb der Gemeinderat als bedenklich. Er zeigte sich besorgt, dass sich die Verformungen des Belags noch verschlimmern könnten.
Der Pfäffiker Gemeindepräsident äussert sich heute wie folgt dazu: «Der Kanton hat unser Anliegen ernst genommen, und die Planung war und ist in Arbeit.» Weiter meint Hirzel, dass man es mit einem ausserordentlich anspruchsvollen, weil instabilen Baugrund aus sogenannter Seekreide, einem Sedimentgestein, zu tun habe.