Zwei Verträge und ein Neubau in Wetzikon
Fernwärme aus der Kezo
Wetzikon bezieht ab Herbst 2025 Fernwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage Kezo in Hinwil. Mit zwei Verträgen wird der Wärmebezug für die nächsten 50 Jahre geregelt.
Am Freitag, 12. Juli, wurde in Hinwil eine wichtige Weiche für die künftige Wärmeversorgung der Stadt Wetzikon gestellt. Der Zweckverband Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (Kezo) und die Fernwärme Wetzikon AG unterzeichneten Verträge für die Lieferung von Fernwärme über die nächsten 50 Jahre.
Ziel sei es, in Zukunft einen Grossteil der Stadt Wetzikon mit CO2-neutraler Abwärme aus dem Abfallverwertungsprozess der Kezo zu versorgen, denn die Nachfrage nach umweltfreundlicher Fernwärme nehme stetig zu, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung. «Die Wertschöpfung bleibt damit in der Region, und die Verwendung von ausländischen Energiequellen kann entsprechend reduziert werden.»

Für den Bau und Betrieb des Wärmeverbunds Wetzikon ist die Fernwärme Wetzikon AG zuständig. Sie ist ein gemeinsames Unternehmen der Stadt Wetzikon und der Energie 360° AG und hat sich zum Ziel gesetzt, bis zu 50 Prozent der Gebäude in Wetzikon mit regionaler Wärme zum Heizen und fürs Warmwasser zu versorgen.
Die Wärme wird von der Kezo über die geplante Fernwärmetransportleitung entlang der Rapperswilerstrasse nach Wetzikon geführt und in der Energiezentrale bei der Kunsteisbahn in das kommunale Fernwärmenetz übergeben.
«Die Planung der Transportleitung und der Energiezentrale ist bereits weit fortgeschritten», heisst es in der Mitteilung weiter. Es ist geplant, mit dem Bau beider Anlagen Ende 2024 zu beginnen, die erste Wärmelieferung ist für Oktober 2025 vorgesehen.
Bis zu viermal mehr Fernwärme ab der Kezo
Die Kezo wird die für dieses Projekt benötigte Fernwärme aus ihrem Abfallverwertungsprozess generieren und ab ihrem Areal zur Verfügung stellen. Bis im Jahr 2035 soll sie bis zu viermal mehr Fernwärme als heute abgeben können.
Dies entspricht einer jährlichen Einsparung von 25 Millionen Litern Heizöl. «Möglich macht dies die neue Kehrichtverwertungsanlage, welche die bestehende Anlage im Jahr 2030 ersetzt und eine deutlich bessere Energieeffizienz aufweisen wird.»
Eigentlich hätte dieser Neubau bereits in vier Jahren stehen sollen, das Vorhaben verspätet sich aber um zwei Jahre. Im November werden die Stimmberechtigten der 36 Zweckverbandsgemeinden der Kezo in einem ersten Schritt über den Planungskredit in Höhe von 24,5 Millionen Franken abstimmen. In einem zweiten Schritt kommt dann der Ausführungskredit an die Urne. Aktuell geht die Kezo von Gesamtausgaben von rund 350 Millionen Franken aus.
Die Eröffnung der neuen Anlage ist dann im zweiten Halbjahr 2030 vorgesehen. Die Kezo begründet die Verzögerung beim Bauprojekt unter anderem mit einer intensiveren Zusammenarbeit mit den Behörden.
Bis dahin könne aber auch das Fernwärmepotenzial der bestehenden Anlage noch besser ausgeschöpft werden, heisst es in der Mitteilung abschliessend. «So kann die Kezo den etappierten Auf- und Ausbau des geplanten Fernwärmenetzes unabhängig vom Neubau von Beginn an zuverlässig begleiten.»
Weitere Informationen zum Projekt sind unter www.fernwaerme-wetzikon.ch zu finden.
