Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

SP zieht Vorstoss für neue Bushaltestelle während Sitzung zurück

Die Meinungen gingen auseinander, doch das Anliegen war für alle Parteien dasselbe: Eine Bushaltestelle für die Seniorinnen und Senioren der Oase.

Die Erschliessung des Alterszentrums Oase in Effretikon führte zu einer Diskussionspause im Parlament. (Archiv)

Foto: PD

SP zieht Vorstoss für neue Bushaltestelle während Sitzung zurück

Parlament Illnau-Effretikon

Versprechen konnten keine gemacht werden. Doch die Parlamentarierinnen und Parlamentarier verlangten vom Stadtrat eine Gewährleistung, um eine Bushaltestelle am Alterszentrum Oase zu prüfen.

Bei vielen Geschäften im Parlament von Illnau-Effretikon sind die Meinungen bereits vor der Debatte gemacht. Es wird zwar diskutiert und um die Voten der anderen Parteifraktionen gebuhlt. Doch entschieden wird eigentlich davor.

Am Donnerstagabend mussten die Parlamentsmitglieder ihre Köpfe aber während der Sitzung nochmals zusammenstecken. Der Grund dafür war ein Postulat von Leonie Antweiler (SP) und Dominik Mühlebach (SP).

Sie forderten den Stadtrat auf, die Errichtung einer Bushaltestelle an der Brandrietstrasse zu prüfen. Die Unterzeichnenden begründeten dies damit, dass das Alterszentrum Oase schlecht an die Bushaltestelle am Bahnhof Effretikon angebunden sei. Der Weg dorthin sei 400 Meter lang und für eine ältere Person unzumutbar.

«Gesundheitliche Einrichtungen sollen barrierefrei und gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein», sagt Antweiler, als sie das Parlament um die Überweisung des Postulats bat.

Auch andere Institutionen könnten von einer Bushaltestelle an der Brandrietstrasse profitieren, wie etwa das MS-Zentrum, das einen Platz in der neuen Wohnüberbauung Rütlihof erworben hat. Oder das Alterszentrum Bruggwiesen, das sogar noch weiter weg liegt als die Oase.

Buslinien werden sowieso neu geprüft

«Wir sind an der Planung eines neuen Bushofes, der neue Möglichkeiten eröffnen wird», erwiderte Stadtrat Erik Schmausser (GLP), der für das Ressort Tiefbau zuständig ist. Zusammen mit den Verkehrsbetrieben Glattal (VBG) würden in diesem Zusammenhang das gesamte Netz neu evaluiert werden, also die gesamten Buslinien und -verbindungen. Die Arbeiten hätten bereits begonnen und sollen im Hinblick des Fahrplanverfahrens 2026/27 durchgeführt werden.

«Aus Sicht des Stadtrates macht es keinen Sinn, eine einzelne Bushaltestelle zu überprüfen, wenn man das Gesamtbild nicht kennt», sagt Schmausser weiter. Er riet darum, das Postulat abzulehnen, auch wenn die Problematik bekannt sei.

Vier Anläufe für den Stadtrat

Kilian Meier (Die Mitte) wollte jedoch sichergehen, dass der Stadtrat das Anliegen wirklich verfolgen und sich aktiv dafür einsetzen werde. «Wir werden sehen, was im Rahmen der Gesamtüberprüfung möglich ist und was es für Optionen für die Brandrietstrasse gibt», antwortete Schmausser.

Für viele Parlamentarierinnen und Parlamentarier reichte dies jedoch nicht aus. Obwohl sich die Parteien mit der Überweisung des Postulats nicht ganz einig waren – SVP und FDP rieten von der Überweisung ab im Gegensatz zur SP und den Grünen – war es jedoch eindeutig, dass es eine wichtige Angelegenheit ist. Für alle Parteien.

Daniel Huber (SVP) sagte, dass die SVP nicht gegen die Bushaltestelle sei, sondern lediglich gegen das Postulat, wenn die Möglichkeiten sowieso auf anderem Weg geprüft werden würden.

Die Parlamentsmitglieder forderten den Stadtrat mehrmals auf, die spezifische Abklärung für die Bushaltestelle für die Seniorinnen und Senioren zu gewährleisten. Viermal wurde Schmausser darum ans Rednerpult gebeten, um die Frage «Will der Stadtrat benanntes Areal wirklich besser anschliessen, oder nicht?» präzise zu beantworten.

«Wir wollen uns dafür einsetzen, aber wir können nichts versprechen, wenn wir das Gesamtbild nicht kennen», betonte Stadtrat Schmausser.

Zehn Minuten Pause zum Überdenken

Das Parlament diskutierte ausgiebig über das Postulat: Hat es überhaupt Platz für eine Bushaltestelle? Postulat überweisen, oder nicht? Dem Stadtrat vertrauen, dass er sich für dieses Anliegen einsetzen wird, oder doch nicht? Und wann soll das überhaupt umgesetzt werden?

Das ging so weiter, bis Dominik Mühlebach (SP) eine Beratungspause von zehn Minuten beantragte, damit sich die Fraktionen nochmals austauschen können. Das Parlament stimmte zu.

Doch zur Abstimmung für die Überweisung kam es dann gar nicht. Denn auch die SP-Fraktion nutzte die Pause für die Beratungen und zogen ihr Postulat wieder zurück. «Wir hatten noch keine Kenntnis von diesen neuen Evaluationen, als wir das Postulat einreichten. Wenn unser Anliegen seriös und ausführlich geprüft wird, dann möchten wir die Verwaltung nicht unnötig beschäftigen.»

Der SP-Politiker zweifelte zwar noch an der Konkretisierung des Vorgehens, doch setzte, wie viele seiner Parlamentskolleginnen und Kollegen, auf Vertrauen gegenüber Stadtrat Schmausser.

Weitere Beschlüsse

- Simon Binder (SVP) ist neuer Parlamentspräsident. Mit 29 von 32 Stimmen wurde er zum höchsten Effretiker gewählt und folgt auf Hansjörg Germann (FDP).

- Ebenfalls in der Geschäftsleitung: Urs Gut (Grüne) ist der 1. Vizepräsident, Simone Schädler (EVP) ist 2. Vizepräsidentin. Vedat Tüzer (SP) ist weiterhin Stimmzähler, Lukas Morf (Jungliberale) neu dazu gewählt. Ein Mandat als Stimmzähler bleibt bis zur nächsten Sitzung vakant, weil die nominierte Kajsa Bornhauser (GLP) ihre Kandidatur zurückzog.

- Neues Gesicht: Engin Arslan sitzt nun im Parlament in der Fraktion der Mitte.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns