Rüti will auch das Schulhaus Alpenblick erweitern
Neues Bauprojekt
Im November soll die Bevölkerung über die Pläne der Gemeinde abstimmen. Noch ist offen, ob eine Neubau- oder Occasionslösung zum Zug kommt.
Erst im letzten November hatten die Stimmberechtigten von Rüti über eine Erweiterung der Schule Ferrach abgestimmt. 71 Prozent sagten Ja zum Kredit über 3,2 Millionen Franken, der die Anschaffung eines Holzmodulbaus ermöglicht. Der Bau ist als Übergangslösung vorgesehen, bis auf dem Areal ein zusätzliches Schulhaus sowie ein Ersatzbau für die Sporthalle realisiert werden können. Inzwischen ist klar, dass das Provisorium sogar deutlich günstiger wird.
Damit sind die Platzprobleme für die Schülerinnen und Schüler in Rüti aber noch nicht gelöst. Am Mittwoch kündigte die Gemeinde darum an, auch das Schulhaus Alpenblick erweitern zu wollen. Über das Projekt soll die Bevölkerung bereits am 24. November an der Urne befinden können.
Zwei Varianten
Zwar wird die Gemeinde den Stimmberechtigten dabei einen Kredit in Höhe von 6,25 Millionen Franken vorlegen. Allerdings ist noch nicht definitiv klar, ob dieser auch vollständig ausgeschöpft wird. Dies hängt davon ab, ob die Gemeinde ihre Wunschvariante umsetzen kann oder auf einen Plan B zurückgreifen muss.
Die Wunschvariante: die Anschaffung eines weiteren Holzmodulbaus, der bereits an einem anderen Ort im Einsatz steht. Ein Occasionsmodell also. Der Plan B: ein vergleichbarer Neubau in Holzbauweise, der mit entsprechenden Mehrkosten verbunden ist. «Wir würden die günstigere Option in jedem Fall ziehen», sagt der zuständige Gemeinderat und Ressortvorsteher Bau, Peter Weidinger (Die Mitte).
Ein bevorzugtes Occasionsmodell hat die Gemeinde bereits im Blick. Der dreigeschossige Holzmodulbau ist fünf Jahre alt und aktuell noch als Provisorium auf der Stadtzürcher Schulanlage Lettenwiese im Einsatz.
Von derselben Zürcher Schulanlage stammt bereits der provisorische Holzmodulbau für die Schulanlage Ferrach, den die Schule Rüti im Herbst in Betrieb nehmen wird. «Wir haben aber auch andere Optionen, die wir prüfen», sagt Weidinger. Vergleichbare neuwertige Occasionsbauten seien allerdings nur begrenzt verfügbar.

Erhält die Gemeinde den Zuschlag für die erhoffte Occasionslösung, würde das Projekt rund 2,7 Millionen Franken billiger, so die Prognose. Die Gemeinde rechnet mit Kosten in Höhe von 3,55 Millionen Franken.
Stadt Zürich als Vorbild
Im Gegensatz zum Ferrach-Projekt wäre die Nutzung im Alpenblick permanent angedacht. Dies hänge mit dem unterschiedlichen Bedarf an Schulraum zusammen, erklärt Gemeinderat Weidinger. Im Ferrach sei dieser langfristig grösser. Im Alpenblick diene hingegen die Stadt Zürich als Vorbild, wo bereits jetzt Holzmodulbauten als definitive Schulraumerweiterungen dienen.
Bisher werden im Schulhaus Alpenblick ausschliesslich Kindergarten- und Unterstufenklassen der Primarschule unterrichtet. Mit der geplanten Erweiterung sollen künftig auch drei Klassen der Mittelstufe und die Mittagsbetreuung in der Schulanlage unterkommen.
Ob die Gemeinde Rüti den Zuschlag für den präferierten Holzmodulbau erhalten wird, ist noch offen. Auch andere Gemeinden interessieren sich dafür. Eine Reservation ist nicht möglich. Die Besitzerin wolle das Gebäude an jenen Käufer abgeben, der zuerst einen verbindlichen Vertrag unterzeichnen könne, schreibt die Gemeinde.
Abstimmung zwingend
Wegen der offenen Ausgangslage bringt die Gemeinde deshalb den Maximalkredit an die Urne. «Wir müssen den Schulraum sowieso bereitstellen», sagt Peter Weidinger, «er ist dringend nötig.» Und die Kosten sind auch bei der günstigeren Variante so hoch, dass ihnen die Bevölkerung in einer Abstimmung zustimmen muss.
Sollten die Stimmberechtigten die Vorlage annehmen und den Kauf des bevorzugten Holzmodulbaus ermöglichen, stellt die Gemeinde eine Inbetriebnahme ab Ende 2025 in Aussicht. Ende Oktober will sie detailliert an einer öffentlichen Veranstaltung über das Projekt informieren.
