Umfrage zum Schulraum in Fischenthal liefert wenig Konkretes
Nach doppeltem Nein an der Urne
Nachdem die Fischenthaler an einer Grundsatzabstimmung beide möglichen Varianten für mehr Schulraum abgelehnt hatten, führte die Gemeinde eine Umfrage durch. Die Ergebnisse haben wenig Sprengkraft.
Um die Schulen in Fischenthal fit zu machen für die Zukunft, hat die Gemeinde Anfang März über zwei Varianten für optimierte Schulräume abstimmen lassen.
Dabei handelte es sich um eine Grundsatzabstimmung ohne konkrete Projekte. Die Stimmberechtigten hatten die Wahl zwischen einem Ergänzungsneubau auf der einen und einem kompletten Neubau des Schulhauses Schmittenbach auf der anderen Seite. Doch sie lehnten beide Varianten ab.
Das Resultat hatte aber einen Haken: Die beiden Varianten haben sich konkurrenziert. So habe es im Vergleich weniger doppelte Nein-Stimmen als einfache Ja-Stimmen für eine der Varianten gegeben. Sprich: Die meisten haben sich für mindestens eine davon ausgesprochen, was jedoch im Schlussresultat nicht ersichtlich ist.
In einer Onlineumfrage versuchte der Gemeinderat daraufhin, diesem Resultat auf den Grund zu gehen. Sie sollte auch Klarheit darüber schaffen, ob die Abstimmungsfragen zu unklar formuliert waren. 150 Bürger nahmen daran teil.
Die Resultate wurden in einem Bericht festgehalten. Einen Vorgeschmack gab es an der Gemeindeversammlung von vergangener Woche. «Die Bandbreite an Meinungen war gross», sagte Gemeindepräsidentin Barbara Dillier (parteilos).
Kein Königsweg
Man könne aus der Umfrage zwar keine konkrete Richtung ableiten, in die es in Sachen Schulraumoptimierung gehen solle. Klar sei aber, dass vielen wohl eine klare Vision gefehlt habe.
Und doch gewinnt man beim Blick in die Auswertung einige Erkenntnisse. So fanden gewisse Teilnehmer, dass die Informationsveranstaltung zu kurzfristig vor der Abstimmung stattfand oder dass die Informationen sie generell zu spät erreicht hatten. Eine Mehrheit der Befragten besuchte besagte Veranstaltung am 26. Februar, weniger als eine Woche vor der Abstimmung, nicht.
Weiter bemängelten mehrere Bürger fehlende Transparenz bei den Kosten und der Umsetzung, hatten Zweifel am Gesamtprojekt, oder ihnen fehlten Informationen zum jetzigen Zustand der Schulgebäude.
Herauszulesen ist aus der Umfrage darüber hinaus ein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit eines neuen Gebäudes und zur Wichtigkeit des Schulstandorts Fischenthal.
Ein Missverständnis schien es bei der Abstimmung aber nicht gegeben zu haben. Der Frage, ob das Ausfüllen des Stimmzettels klar war, stimmte eine Mehrheit zu. So ging nur ein Fünftel der Befragten davon aus, nur eine Variante wählen zu dürfen.
Rund zwei Drittel stimmten laut Umfrage für mindestens eine der beiden Varianten. Bei diesen rund 90 Personen schnitt die Maximalvariante, also der Abriss des Schulhauses Schmittenbach und ein kompletter Neubau inklusive Turnhalle, mit knapp 45 Prozent der Antworten am besten ab. Ein Viertel der Befragten sprach sich für beide Varianten aus.
Jenen, die keine der Varianten gewählt haben, war vor allem das Preisschild oder eine allfällige Steuererhöhung in diesem Zusammenhang ein Dorn im Auge.
In Bildung investieren
Sowohl die Minimal- als auch die Maximalvariante waren den Teilnehmern zu teuer, auch wenn dies bei letzterer etwas deutlicher ausfiel. Bei Variante 1 war teils von «überdimensionierten Plänen» die Rede, bei der zweiten Option wurde dagegen die Notwendigkeit eines kompletten Neubaus infrage gestellt.
Auch in den Bemerkungen fiel immer wieder das Wort «Kostenbewusstsein». Um Kosten und Anforderungen besser nachvollziehen zu können, solle man Vergleiche mit anderen Gemeinden und Schulen anstellen.
Ein interessantes Detail: Offenbar könnten sich einige Fischenthaler eine Schulzusammenlegung mit anderen Gemeinden vorstellen, vor allem bei der Oberstufe. Wie oft dieser Vorschlag genannt wurde, lässt sich aber nicht aus der Umfrage herauslesen.
In der Zusammenfassung der Resultate schreibt der Gemeinderat, dass die Umfrage «eine Vielzahl von Perspektiven und Meinungen» widerspiegelt. Es bleibt also wenig konkret. Unbestritten scheint immerhin die Notwendigkeit, in die Schulbildung und entsprechende Infrastrukturen zu investieren.
Weiter seien eine bessere Kommunikation und eine gründlichere Untersuchung von Kosten und Finanzierung nötig. Auch die Bedürfnisse und Meinungen aller Beteiligten, etwa der Lehrpersonen und Schüler, sollten darüber hinaus berücksichtigt werden.
Die Erkenntnisse will der Gemeinderat nutzen, um sich im weiteren Verlauf des Jahrs noch einmal zusammenzusetzen und zu entscheiden, wie es weitergeht.
