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Kiesabbau und neue Deponie zwischen Rüti und Wald

Neben der Kiesgrube im Gebiet Goldach soll eine Deponie für nicht verwertbare mineralische Bauabfälle entstehen. Der Plan liegt jetzt öffentlich auf.

Die Zufahrt zur Deponie Goldbach erfolgt über die Grundtalstrasse.

Foto: Google Maps

Kiesabbau und neue Deponie zwischen Rüti und Wald

Gestaltungsplan aufgelegt

Im Gebiet Goldbach zwischen Rüti und Wald soll noch mehr Kies abgebaut und parallel dazu eine Deponie für Inertstoffe aufgefüllt werden. Nun liegt der Gestaltungsplan auf.

«Deponie» ist ein Reizwort im Zürcher Oberland. Seit der kantonale Baudirektor Martin Neukom (Grüne) Anfang April seine Gesamtschau Deponien vorgestellt hat, gehen die Wellen hoch.

Das taten sie vor einigen Jahren auch in Rüti und Wald: Im Jahr 2006 legte der damalige teilrevidierte kantonale Richtplan unter anderem die Kiesgrube Goldbach in Rüti als neuen Deponiestandort mit einem mittelgrossen Volumen von 400’000 Kubikmetern fest. Die Gemeinden Rüti und Wald wehrten sich gegen den Standort und beantragten die Streichung.

Von der Grundsatzkritik zu Detailfragen

Die beiden Gemeinden fürchteten Mehrverkehr und schwere Eingriffe in die Natur. Nachdem die Deponie im Jahr 2009 jedoch definitiv im Richtplan eingetragen worden war, wandelte sich die Grundsatz- in Detailkritik. Es ging vor allem um die Verkehrsführung. Die Gemeinden wollten die Lastwagen nicht auf der Route via Goldbach-/Schützenstrasse, sondern auf der Grundtalstrasse.

Seit Freitag liegt nun der kantonale Gestaltungsplan für das Gebiet öffentlich auf. Darin ist auch der Wunsch der Gemeinden betreffend Zufahrt zur Deponie via Grundtal berücksichtigt. Von der Grundtalstrasse zur Deponie ist eine lediglich 3,90 Meter breite Erschliessungsstrasse geplant, um die Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering zu halten. Kreuzen können die Lastwagen nur in vier Ausweichstellen.

Karte mit Markierungen zu Grube West, Grube Ost, Abbau/Deponie und der Erschliessungsstrasse.
Auf der südseitigen Terrasse des Jonatobels entsteht eine neue Deponie Typ B.

Im Gebiet Goldbach wurde bereits von 1967 bis in die 1990er Jahre Kies abgebaut. Dabei entstanden zwei Gruben. Zwischen diesen Gruben soll nun eine Deponie des Typs B (Inertstoffe) entstehen. Mit dem Aushub der Deponie kann gleichzeitig auch das Kiesvorkommen weiter abgebaut und genutzt werden. Rund 400’000 Kubikmeter Kies werden innerhalb von 20 Jahren abgebaut und die Grube mit 390’000 Kubikmeter mineralischen Abfällen wieder aufgefüllt.

In einem Teil der alten Kiesgrube existiert ein geschütztes Biotop, ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Dieser Standort gilt im weiteren Umfeld als einmalig. Deshalb muss er integral erhalten bleiben.

Was sind Inertstoffe?

Inertstoffe sind mineralische Abfälle, die eine geringe Löslichkeit aufweisen und nicht brennbar sind. Eine Inertstoffdeponie (Deponie Typ B) lagert entsprechend nicht verwertbare mineralische Bauabfälle sowie unverschmutztes Aushubmaterial ab, das nicht der Wiederverwertung zugeführt werden kann.

Der Bedarf für eine Deponie Typ B sei für das Zürcher Oberland ausgewiesen, schreibt die Baudirektion des Kantons in einer Mitteilung. Gegenwärtig ist in der Region keine solche Deponie in Betrieb, und die Deponie Chrüzlen in Oetwil am See ist praktisch voll. Das Einzugsgebiet der Deponie Goldbach wird die gesamte Planungsregion Oberland und den südlichen Teil der Planungsregion Pfannenstil umfassen.

11’300 Lastwagenfahrten pro Jahr

Die Auffüllung der Deponie erfolgt dabei parallel zum Kiesabbau. Dadurch können Leerfahrten von Lastwagen verringert werden, da sie sowohl für die Anlieferung wie für die Wegfahrt mit Material beladen werden können. Gemäss kantonalem Gestaltungsplan ist mit rund 11’300 Lastwagenfahrten pro Jahr zu rechnen. Das sind durchschnittlich 55 Fahrten pro Werktag. Auf der Kantonsstrasse zwischen Rüti und Wald bedeute dies eine Zunahme des Lastwagenverkehrs um 12 Prozent, schreibt der Kanton. «Bezogen auf die gesamte Anzahl Motorfahrzeuge liegt die Verkehrszunahme bei maximal 0,5 Prozent.»

Betrieben wird die Deponie von der Gebr. Brändli AG in Wetzikon. Die Gesamtdauer des Projekts inklusive Renaturierung ist auf rund 20 Jahre ausgelegt.

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