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Kanton will für den Veloweg in Hinwil einen Grundsatzentscheid

Nun soll der Kantonsrat entscheiden, wie es mit dem alternativen Radweg zwischen Wetzikon und Hinwil weitergehen soll.

Hier würde der alternative Radweg nach links abzweigen. Der Kanton will hingegen die direkte Linie nutzen.

Foto: Simon Grässle

Kanton will für den Veloweg in Hinwil einen Grundsatzentscheid

Konflikt um kantonales Projekt

Die Gegner des kantonalen Velowegs zwischen Hinwil und Ettenhausen trafen sich mit Fachleuten des Kantons. Nun wird der Kantonsrat früher über den Baukredit abstimmen.

Die Debatte um den Veloweg zwischen Ettenhausen und Hinwil erreicht eine nächste Stufe. Die Gegner des vom Kanton geplanten Velowegs sowie Fachpersonen des kantonalen Tiefbauamts trafen sich am letzten Donnerstag zu einer Aussprache. Das kantonale Tiefbauamt hatte die Regionalplanung Zürcher Oberland (RZO) und die Petenten nach Uster eingeladen.

«Eigentlich hätten wir uns gerne direkt beim geplanten Veloweg getroffen, aber den Zürchern war das zu weit», also habe man sich in der Mitte, nämlich in Uster, versammelt, sagt Stefan Burch (EVP), einer der Veloweggegner und Befürworter der alternativen Route an der Bächelackerstrasse.

Breiterer Veloweg versus Fahrt in der Natur

Zur Vorgeschichte: Die Planung zum kantonalen Radweg sieht vor, die bestehende Lücke zwischen Ettenhausen und der Erlosen-Kreuzung in Hinwil zu schliessen. Dieser Abschnitt ist im regionalen Richtplan eingetragen und Teil des kantonalen Velonetzplans. Der Kanton setzt damit auf einen breiteren Veloweg und eine direkte Linienführung entlang der Kantonsstrasse.

Gegen diese direkte Linienführung wehrten sich die bürgerlichen Parteien und die Mitte-Partei aus Hinwil und Wetzikon. Erst Mitte März zeigten die Veloweggegner Präsenz, indem sie das Ackerland markierten, das für den geplanten Radweg weichen müsste. Für ihre Petition hätten sie schon 2500 Unterschriften beisammen, sagt Burch.

Am runden Tisch sass auch Thomas Rubin, er ist der Regionalplaner des Zürcher Oberlands. Es mache Sinn, dass sich die Direktbeteiligten mit den Fachpersonen des Kantons hätten aussprechen können, sagt er. «Das Wesentliche, was beim Gespräch herausgekommen ist, ist ein Zeitgewinn.»

Die normale Abfolge wäre gewesen, das Projekt planerisch weiter zu verarbeiten und danach als öffentliche Auflage vorzulegen. Man habe aber entschieden, dass der Prozess nun anders ablaufe und umgedreht werde.

Nun kommt das Geschäft zuerst in den Regierungsrat, der es dann dem Kantonsrat vorlegen wird. Dieser wird über den Baukredit des Gesamtprojekts von 12,8 Millionen abstimmen – wobei der Veloweg davon 6 Millionen ausmacht.

Die Politik soll es richten

«Dass man nun den politischen Weg geht, macht Sinn, denn so kann man zuerst den politischen Willen abholen», sagt Kantonsrat Roger Cadonau (EDU), der als Vertreter seiner Partei auch bei der Aussprache mit am runden Tisch sass.

Für die vier anwesenden Politiker aus der SVP, der EVP, der EDU und der Mitte war das Treffen ein Gewinn: Sie hätten bewirkt, dass der Kanton nun die weiteren planerischen Schritte stoppe. «So können Ressourcen gespart werden, wenn das Geschäft vor der weiteren Bearbeitung schon in den Kantonsrat kommt», so Burch. Das Tiefbauamt werde den politischen Entscheid zur Routenwahl vom Kantonsrat umsetzen, auch wenn er anders lauten sollte, als er jetzt vorgesehen sei.

Für Thomas Rubin von der RZO hingegen wäre es schlauer, wenn man planerisch Festgelegtes so belassen könnte. «Wir rechnen damit, dass sich der Veloverkehr bis ins Jahr 2042 verdoppelt, wenn nicht verdreifacht.» Somit sei es wichtig, dass man schon heute an breitere Velonetze denke und die Strecke möglichst störungsfrei verlaufe.

Die Baudirektion will sich zur Aussprache noch nicht konkret äussern. Es sei jedoch geplant, dass sich der Regierungsrat diesen Sommer mit dem Projekt befasse. «Das definitive Bauprojekt wird erst aufgelegt, wenn der politische Prozess abgeschlossen ist», so Thomas Maag, stellvertretender Leiter Kommunikation der Baudirektion.

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