Gemeinden wollen GZO Spital Wetzikon nicht im Stich lassen
Treffen der Taskforce
Die zwölf Aktionärsgemeinden wollen dem GZO Spital Wetzikon unter die Arme greifen. Auch die Unterstützung mit Steuergeldern wird «wohlwollend geprüft».
Die Nachricht über die finanzielle Schieflage des Regionalspitals in Wetzikon hat nicht nur die betroffene Bevölkerung aufgeschreckt. Auch die Behörden in den zwölf Aktionärsgemeinden sind «in hohem Masse besorgt über die wirtschaftliche Lage des Spitals», wie einer Mitteilung zu entnehmen ist.
Eine Taskforce, bestehend aus Vertretern der Aktionärsgemeinden – Gemeindepräsidien, Gemeinderäte und Leitende in den Verwaltungen –, hat sich in dieser Woche erstmals getroffen, um die prekäre Lage zu beleuchten. Dabei wurde ein Ausschuss gebildet, der auch das drohende Szenario einer Nachlassstundung thematisieren wird.
Die Gemeinden attestieren dem GZO Spital eine «herausragende Stellung als eine der grössten Arbeitgeberinnen der Region» und eine «zentrale Bedeutung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Zürcher Oberland». Entsprechend sehen sie sich in der Pflicht, dem Spital Hilfestellung zu leisten.
Finanzielle Unterstützung via Steuergelder?
Erst im Februar waren die Aktionäre über das Finanzdebakel informiert worden. Schon damals teilten die Gemeinden dem GZO Spital mit, dass «ein Gesuch um finanzielle Unterstützung via Steuergelder wohlwollend geprüft und in den politischen Prozess geschickt würde». Bedingung ist ein tragfähiger Businessplan für einen wirtschaftlich erfolgreichen Weiterbetrieb des Spitals.
Diese Grundhaltung wurde an der Sitzung dieser Woche erneut bekräftigt. Zudem haben die Aktionärsgemeinden einen Ausschuss gebildet, der alle Handlungsoptionen prüft. Darin vertreten sind die Stadt- respektive Gemeindepräsidien von Wetzikon, Hinwil, Rüti, Wald und Grüningen.
Dabei würden auch externe Spezialisten einbezogen. Man werde alle Vorkehrungen treffen, um die Folgen einer allfälligen Nachlassstundung bestmöglich abzufedern.
GZO Spital erhält Leistungsauftrag aus St. Gallen für Schlaganfallversorgung
Es gibt nicht nur schlechte Nachrichten vom GZO Spital Wetzikon: Das Spital erhält neu den Leistungsauftrag für leichte Schlaganfälle oder Hirnschläge (zerebrovaskuläre Störungen) im Kanton St. Gallen. Für Patientinnen und Patienten aus der Region See-Gaster mit einem leichten Schlaganfall ist die Stroke Unit des GZO Spitals Wetzikon die wohnortnächste Versorgungsmöglichkeit. Und bei einem Schlaganfall ist die rasche Versorgung entscheidend.
Seit August 2022 betreibt das GZO Spital Wetzikon eine spezialisierte Abteilung für die Behandlung, Betreuung und Überwachung von Schlaganfallpatienten. Es handelt sich um die einzige sogenannte Stroke Unit im Zürcher Oberland. «Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und darauf, Patienten aus dem westlichen Teil des Kantons St. Gallen zeit- und wohnortnah behandeln zu können», so Achim Mallmann, Abteilungsleiter Neurologie und Leiter der Stroke Unit.
