Auf den Spuren des Wassersystems Dorfbach
Kulturgut in Pfäffikon
Über 80 Interessierte kamen am Donnerstagabend in Pfäffikon in den Genuss einer speziellen Wanderung: Die Route führte Kanälen und Weihern entlang bis zum Luppmenbach.
Vom Pfadihaus nahe dem Krebsiweiher aus ging es für die interessierte Wanderschar den Naturweg entlang, hinein ins nächste Waldstück, bis zum finalen Halt und Umkehrpunkt beim Bachlauf der Luppmen. Dort gab es den hochgeschobenen Schieber zu bestaunen. Die Öffnung dieses Schiebers ermöglicht erst die Wasserentnahme aus der Luppmen und daraus folgend einen Wasserzufluss Richtung Krebsiweiher.
«Wasserrechte schützen, Wasserkraft nützen»
Das Ressort Bau und Umwelt der Gemeinde Pfäffikon hatte zu einer Begehung mit Informationscharakter geladen. Das Interesse war bemerkenswert. Die meisten der Teilnehmenden nutzten die verbleibende Zeit bis zum Start der Begehung, um beim Kraftwerk Egli in der stillgelegten Alten Mühle einen Blick in den Turbinenraum zu werfen.

Hier, ganz unten in Pfäffikon, ist der Ort, wo die Wasserkraft auch heute noch für die Stromproduktion genutzt wird. Dies sei aber erst wieder möglich, seit die nicht mehr funktionsfähige Turbine im vergangenen Jahr einsatztauglich gemacht worden sei, erklärte «Expeditionsleiter» Lukas Steudler den Anwesenden.
Der Ressortvorsteher Bau und Umwelt betonte einführend, dass der Projektausschuss einen Zwischenstand über die geplanten Massnahmen zur Erhaltung und Sanierung der bestehenden Infrastruktur des Wassersystems präsentieren wolle. Die laufenden Arbeiten seien nach der am 14. November 2022 erfolgten Annahme der Initiative «Kulturgut Dorfbach – Wasserrechte schützen, Wasserkraft nützen» in Angriff genommen worden.
Historisch gewachsener Wasserweg
Dass sich die Gemeinde Pfäffikon derart intensiv mit dem «Kulturgut Dorfbach» zu befassen hat, liegt auch im Umstand, dass die Gemeinde den Mühleweiher, Wasserrechte und Leitungen im Jahr 1993, also nach der Stilllegung der Mühle im Jahr 1990, als Geschenk übergeben erhielt. Die meisten anderen Einrichtungen seien nach Griechenland verkauft worden. Die Gemeinde entschied sich darauf, ein Kleinwasserkraftwerk in Betrieb zu nehmen. Dies war 1999 der Fall.

Die Wandergruppe passierte sodann die einzelnen bedeutenden Stationen dieses Wassersystems. Ein weiterer Halt wurde beim Haus Im Stock gemacht. Bei diesem Gebäude handelt es sich um die Alte Mühle. Hinter dem Haus kann noch der Absturz des Dorfbachs, einst auf ein Wasserrad, begutachtet werden.

Bald wird schon der Auslauf des Mühleweihers erreicht. Der Mühleweiher funktionierte als bedeutendes Ausgleichbecken für die verschiedenen Wasserkraftanlagen wie Säge- oder Mühlebetrieb. Bei der Schütze an der Weierstrasse wurde sichtbar, wie einst der Wasserfluss und dessen Verteilung geregelt worden ist. Bedauerlicherweise sind die Schieber im heutigen Zustand nicht mehr funktionsfähig.

Weiter geht es zum Krebsiweiher, einem wichtigen und auch heute noch erhaltenen Teil der Wasserkraftanlagen, die einst zur Industrialisierung von Pfäffikon massgebend beigetragen haben. Auch an dieser Stelle müsste nachgebessert werden, denn der alte Grundablass ist schon lange nicht mehr funktionsfähig. Dies führte bereits in der Vergangenheit unwiderruflich auch zu sich wiederholenden Diskussionen rund um das Thema Hochwasser.
Das Thema Hochwasser brachte sodann auch im Informationsteil des Abends, als die Verantwortlichen einen Werkstattbericht über den Stand der Konzeptarbeiten präsentierten, teils emotionale Wortmeldungen hervor.