Weisslingen nimmt neuen Anlauf für Klubhaus-Sanierung
Sportplatz Mettlen
Statt einer umfassenden Sportplatz-Sanierung soll nun eine Klubhaus-Erweiterung die dringendsten Bedürfnisse der ansässigen Klubs decken. Diese zeigen sich erleichtert.
Der Frust bei den Weisslinger Sportklubs war im Dezember 2022 gross. Nach jahrelanger Planung hatte die Gemeinde das Projekt für eine umfassende Sanierung der Sportanlage Mettlen gestoppt. Diese nutzen der Fussballclub und der Tennisclub gemeinsam.
Der Grund für den Marschhalt: Das Projekt kostete zu viel. Nicht nur die dringende Sanierung des Kabinengebäudes war vorgesehen, sondern auch ein zweiter Fussballplatz aus Kunstrasen sowie die Erneuerung der Tennisplätze. Rund 5 Millionen Franken waren dafür veranschlagt. Zu viel für die klammen Gemeindekassen. Bereits damals kündigte die Gemeinde an, eine mach- und finanzierbare Lösung auszuarbeiten.

Nun liegt also das redimensionierte Projekt vor. Es beschränkt sich auf den Ausbau des Klubhauses. «Wir machen das, was realistisch ist, sich Weisslingen leisten kann und was sich die Klubs ja vor ganz langer Zeit ursprünglich auch wünschten», sagt Gemeindepräsident Pascal Martin (SVP).
Nur noch knapp eine Million Franken soll das abgespeckte Vorhaben kosten. Die Bewilligung der Projektierung sowie der Ausführungskredit kommen bereits am 15. April vor die Gemeindeversammlung.
Lösung der drängendsten Probleme
Profitieren wird vor allem der Fussballclub. Dieser soll zusätzliche Garderoben und Duschen erhalten. Der Tennisclub erhält zwar keinen zusätzlichen Platz, war aber auch nicht gleichermassen von den ungenügenden Platzverhältnissen betroffen. Allerdings soll auch das Erdgeschoss, in dem der Tennisclub angesiedelt ist, durch ein öffentliches WC und eine Garderobe für weitere Vereine – etwa die Nutzer des Beachvolleyball-Felds – erweitert werden. Vorgesehen ist ausserdem ein gedeckter Aussenbereich.
Gemeindepräsident Martin spricht von einem pragmatischen Ansatz. Gleichzeitig zeigt er Verständnis für die ursprüngliche Enttäuschung bei den Vereinen. Martin betont aber, dass die Gemeinde den Sportklubs immer signalisiert habe, dass sie handeln möchte. Er sagt aber auch: «Wenn das Portemonnaie leer ist, kann ich mir auch keine Ferien leisten.» Nun könne man aber immerhin die drängendsten Probleme beheben.
Zuerst Skepsis, dann Dankbarkeit
Bereits als das Scheitern des Sportplatzprojekts bekannt geworden war, hatte Olaf Irrgang, Präsident des FC Weisslingen, sein Unverständnis über das Vorgehen der Gemeinde geäussert. Er kritisierte vor allem, dass das Projekt über Jahre gewachsen war und letztlich unrealistische Dimensionen angenommen hatte. Erstmals diskutiert wurde das Vorhaben im Jahr 2010. «Vom Fussballclub her haben wir schon früher gesagt, dass das niemals an der Urne durchkommt», sagte Irrgang vor knapp anderthalb Jahren.

Inzwischen zeigt sich der FC-Präsident versöhnlich und erleichtert. «Es hat den Knall gebraucht, um gemeinsam an einen Tisch zu sitzen und über ein realistisches Projekt zu reden», sagt er heute. Er ist zufrieden, dass die Gemeinde nun den Minimalanforderungen nachkommen möchte.
Denn die Zustände auf der Sportanlage beschreibt Irrgang als prekär. Das Klubhaus bezeichnet er eher als Kabinengebäude. Es sei sanierungsbedürftig und zu klein. Nach Geschlechtern getrennte Garderoben existierten nicht. Zudem fehle es ganz generell an Lagerräumen und an einem Gastrobereich.
Obwohl der Marschhalt «natürlich wehtat», wie Irrgang sagt, ist er froh, dass nun nicht mehr über «Luftschlösser und Träume» geredet wird. Der Neuanfang und die Gespräche mit der Gemeinde waren allerdings nicht einfach. «Am Anfang war Misstrauen da, ob es leere Versprechungen sind», sagt er.
Tennisclub profitiert nur bedingt
Inzwischen sind die Wogen aber geglättet. Es herrscht Einigkeit über die Dringlichkeit des neuen Projekts und über den Handlungsspielraum der Gemeinde. Der FC-Präsident zeigt sich sogar dankbar gegenüber Gemeindepräsident Martin für das «vernünftige und realistische Projekt».
Um weniger Verständnis weibeln musste die Gemeinde beim zweiten Klub, der auf der Sportanlage beheimatet ist. Tennisclub-Präsident Kay Bürgler hatte bereits in der Vergangenheit Verständnis für den Abbruch des Grossprojekts gezeigt.
«Wir stehen dem neuen Projekt positiv gegenüber», sagt er heute, auch wenn sein Klub mit Ausnahme der zusätzlichen Toilette kaum von der Sanierung des Kabinengebäudes profitieren würde. «Wir haben aber nicht einen so dringenden Bedarf wie der Fussballclub», sagt Bürgler.
Verhandlungen über eigene Bauprojekte
Ganz allein auf die Gemeinde verlassen wollen sich aber beide Klubs nicht. Schon nach dem Scheitern der umfassenden Sanierungspläne der Sportanlage hatte der Fussballclub angekündigt, allenfalls ein eigenes Projekt zur Verbesserung der Infrastruktur aufzugleisen. Parallel zur Abstimmung würden darum mit beiden Vereinen Verhandlungen über einen möglichen Nutzungsvertrag der Sportanlage Mettlen laufen, erklärt Gemeindepräsident Martin.
Ein erfolgreicher Vertragsabschluss würde es den Klubs ermöglichen, auf der in Gemeindebesitz befindlichen Anlage eigene Bauprojekte umzusetzen. Noch fehlen aber die Unterschriften unter den Verträgen. «Wir führten sachliche, aber auch harte Gespräche», sagt Tennisclub-Präsident Bürgler. Die Verträge stehen kurz vor dem Abschluss, müssen aber noch vom Gemeinderat und von den Generalversammlungen der beiden Vereine genehmigt werden. «Wir sind auf der Zielgeraden», bestätigt auch der Präsident des Fussballclubs die konstruktiven und weit fortgeschrittenen Gespräche.
Der Tennisclub hätte anschliessend die Möglichkeit, die gemäss Bürgler dringend nötige Sanierung der drei bestehenden Sandplätze selbst anzupacken.

Die Vereinspräsidenten und der Gemeindepräsident verbreiten Zuversicht im Hinblick auf die anstehende Gemeindeversammlung. Denn sowohl die SVP als auch das Wisliger Forum haben die Ja-Parole für die Erweiterung des bestehenden Klubhauses gefasst. Auch die Signale aus der Bevölkerung seien positiv, sagt Gemeindepräsident Pascal Martin. «Es ist allen klar, dass man etwas machen muss.»