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«Kein Spital Wetzikon ist keine Alternative»

Wetzikon ist die wichtigste Aktionärsgemeinde des GZO Spital Wetzikon. Stadtpräsident Pascal Bassu spricht über die finanzielle Schieflage.

Pascal Bassu ist Stadtpräsident von Wetzikon. Er sagt: «Das Spital Wetzikon ist für die Region ein wichtiges Element in puncto Gesundheitsversorgung.»

Foto: Christian Merz

«Kein Spital Wetzikon ist keine Alternative»

Wetziker Stadtpräsident

Wetzikon ist die wichtigste Aktionärsgemeinde des GZO Spitals Wetzikon. Stadtpräsident Pascal Bassu spricht über die finanzielle Schieflage.

Zwölf Gemeinden tragen das GZO Spital Wetzikon. Der wichtigste Aktionär: die Stadt Wetzikon. Diese hat gemäss Stadtpräsident Pascal Bassu (SP) erst im Rahmen einer Aktionärsinformation im Februar dieses Jahrs vom Hilferuf des Spitals an die Kantonsregierung erfahren.

Diesen richtete das Spital deshalb aus, weil es im Juni eine Anleihe in Höhe von 170 Millionen Franken ablösen muss und die dafür notwendigen Mittel nicht selbst beschaffen kann. Doch der Regierungsrat lehnte das Gesuch ab.

Überrascht sei man über diesen Entscheid nicht – man habe mit der Absage gerechnet, erklärt Bassu. Nun müssten andere Wege geprüft werden, um die Obligationenanleihe zu decken.

Dafür kämen diverse Möglichkeiten infrage: Neben Absprachen und Abklärungen mit bestehenden und weiteren Investoren sehe man auch eine Aktienkapitalerhöhung, wie kürzlich beim Spital Uster, durchaus als passende Möglichkeit. «Wir stehen hinter dem GZO. Und soweit ich dies derzeit beurteilen kann, sind auch die elf weiteren Aktionärsgemeinden bereit, eine Aktienkapitalerhöhung zumindest ernsthaft zu prüfen», erklärt Bassu.

Kritisch, aber nicht ausweglos

Doch die Finanzierung um das Spital Uster zeigt: Die politischen Wege sind lang. Bis eine Aktienkapitalerhöhung letztlich zur Urne käme, würde es Monate dauern. Die Ablösung der 170 Millionen ist jedoch im Juni 2024 fällig – bis dahin wäre eine Aktienkapitalerhöhung nicht umsetzbar.

Dennoch sei man seitens der Stadt zuversichtlich, denn das Spital sei weder im Nachlassverfahren noch pleite und weise aktuell eine genug grosse Liquidität auf, um den Betrieb Monate, wenn nicht Jahre fortzusetzen. «Die Lage ist sicher kritisch – aber vor dem Aus steht das Spital nicht», so Bassu. Im Februar habe man betriebliche Sparmassnahmen ergriffen, die bereits Früchte getragen hätten. Auch für eine mögliche Aktienkapitalerhöhung wäre genug Zeit. Prinzipiell müsse der Verwaltungsrat des Spitals nun alle Möglichkeiten eingehend prüfen. Die Stadt unterstütze das Spital dahingehend – nicht bedingungslos, aber zielführend.

Wichtig für die Region

Mit erheblichem Nachdruck spricht sich der Wetziker Stadtpräsident für den Erhalt des Spitals aus. «Aus unserer Sicht braucht es das GZO. Wir als Aktionärsstadt stehen hinter dem Spital und sind bereit, auch eine entsprechende Verantwortung zu übernehmen.» Das Spital Wetzikon sei für die Region ein wichtiges Element in puncto Gesundheitsversorgung und deshalb nicht wegzudenken.

Allerdings sei der Verwaltungsrat des Spitals in erster Linie dafür verantwortlich, nun zu handeln – und verschiedene Möglichkeiten zur Sicherung der Finanzlage des Spitals zu prüfen. An einen möglichen Konkurs will man aktuell seitens der Stadt nicht denken. Vielmehr müssten jetzt alle Kapazitäten gebündelt werden, um eine passende Lösung zu finden. «Kein Spital ist für uns keine Alternative», beteuert Bassu.

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