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Spital Uster erhält auch aus Mönchaltorf und Hittnau mehr Geld

Zwei weitere Gemeinden beteiligen sich an der Aktienkapitalerhöhung für das Spital Uster - Hittnau überrascht dabei.

Das Spital ist den Hittnauerinnen und Hittnauern eine langfristige Investition wert.

Foto: Erik Hasselberg

Spital Uster erhält auch aus Mönchaltorf und Hittnau mehr Geld

Existenzsicherung auf Kurs

Während Mönchaltorf nur zögerlich Kapital einschiesst, greifen die Hittnauer tief ins Portemonnaie – und beteiligen sich sogar über den bisherigen Anteil hinaus.

Till Burgherr, Mel Giese Pérez

Die Aktienkapitalerhöhung für das Spital Uster, mit welcher sich zehn Gemeinden in den letzten Monaten auseinandersetzen mussten, ist keine leichte Kost. Neben Kalkulationen und Risikoprognosen nehmen auch Emotionen viel Platz in den Diskussionen ein. Schliesslich geht es nicht nur um Kredite oder in der Vergangenheit gemachte Fehler im Unternehmen, sondern auch um die Gesundheitsversorgung im Oberland.

Die Hittnauer Stimmberechtigten führten an der Gemeindeversammlung vom Montagabend einen Diskurs, der ein überraschendes Ergebnis zeigte. Der Antrag der Gemeinde, sich mit zusätzlichen 354’000 Franken zu beteiligen, wurde abgelehnt – und um mehr als 100’000 Franken erhöht. Hittnau genehmigte 500’000 Franken für das Spital Uster.

Im Ausschlussverfahren stimmten 66 Stimmberechtigte über drei Anträge zur Kapitalerhöhung für das Spital ab: 354’000 Franken, die die Gemeinde beantragte. 472’000 Franken, die eine Votantin einbrachte und die prozentual der bisherigen Beteiligung entsprochen hätten. Und die Gewinnersumme von 500’000 Franken, die ebenfalls von einem Votanten beantragt und schliesslich mit 59 zu 7 Stimmen angenommen wurde. Dieser Betrag geht sogar über die bisherige anteilsmässige Beteiligung der Gemeinde am Spital Uster hinaus.

Am Rednerpult begründeten mehrere Votantinnen und Votanten die Notwendigkeit für einen erweiterten Anteil an der Aktienkapitalerhöhung mit Anekdoten zum Gesundheitswesen und über Angehörige. Eine emotionale Angelegenheit.

Man müsse etwas geben, um etwas zurückerhalten zu dürfen, hiess es. Die Bedeutung des Spitals für die Bevölkerung war spürbar. Es sei die Investition wert, waren sich die Hittnauerinnen und Hittnauer einig.

Von 10’000 Franken auf das 50-Fache

Ursprünglich hatte der Gemeinderat nur einen solidarischen Beitrag von 10’000 Franken sprechen wollen, denn ein mögliches Konkursrisiko hatte ihn verunsichert. Diesen Entscheid revidierte der Gemeinderat nach einer ausserordentlichen Generalversammlung der Aktionärsgemeinden und erhöhte den Beitrag auf die besagte Summe. Diese wurde von der Rechnungsprüfungskommission (RPK) genehmigt. «Weil es wahrscheinlich wirklich Sinn macht», kommentierte Stephan Märki (parteilos), Präsident der RPK.

Die anteilsmässige Summe von 472’000 Franken wollte die Gemeinde ursprünglich aus finanzpolitischen Gründen dennoch nicht voll ausschöpfen. Der Gemeinderat hatte seinen Entscheid auch damit begründet, dass gemäss Spital auch eine Aktienkapitalerhöhung um 30 Millionen Franken – statt der ursprünglich beantragten 40 Millionen – die Existenz des Spitals sichern sollte.

Freisinnige drückten auf die Bremse

Einzig die FDP lehnte den Antrag ab und zeigte sich skeptisch, was das Spital mit der Aktienkapitalerhöhung effektiv bezahlen werde. Fachliche Auskunft und Antworten gaben an der Gemeindeversammlung Oliver Kopp, neues Verwaltungsratsmitglied des Spitals Uster, und CEO ad interim Vital Schreiber.

«Ein Spital zu führen, ist nicht Aufgabe der Gemeinde. Aber dieses zu tragen, schon», sagte Kopp. Es seien Fehler passiert, als der Zweckverband in eine AG umgewandelt worden sei, gab er zu. Die Aktienkapitalerhöhung brauche man aus verschiedenen Gründen. Nicht aber, um Zweckverbandsaustritte auszubezahlen, wie es die FDP vermutete.

Hittnau soll es sich leisten können

Wie Hittnau diese Summe bezahlen wird, ist noch ungewiss. Beim ersten Antrag war die Frage nach einer Eigenfinanzierung oder einer Fremdfinanzierung mit Zinsen noch nicht geklärt. So oder so werde es sich Hittnau leisten können, so die Mehrheit. «Für die Renovation des Tee-Hüsli hatten wir schliesslich auch Geld», betonte ein Votant am Rednerpult.

Spitalvertreter Kopp sieht der Zukunft nun zuversichtlich entgegen: «Das Spital wird mit der neuen Struktur wie Phoenix aus der Asche steigen.» Gemeindepräsident Carlo Hächler (FDP) sprach sein Vertrauen an die neue Geschäftsleitung aus.

Mönchaltorf schöpft Beteiligung nicht aus

Auf Anfrage schreibt Sacha Geier, Verwaltungsratspräsidentin des Spitals Uster: «Über die Zustimmung von Hittnau zur Spital Uster AG freuen wir uns ausserordentlich.» Sie bedankte sich auch für das entgegengebrachte Vertrauen. «Unserer Verantwortung betreffend die strategische Weiterentwicklung sind wir uns bewusst. Entsprechend sorgfältig werden wir diesbezüglich vorgehen.»

Geier selbst besuchte an diesem Montagabend die Gemeindeversammlung in Mönchaltorf. Dort schlug der Gemeinderat vor, dass sich die Gemeinde mit 365’000 Franken an der geplanten Aktienkapitalerhöhung beteiligt. Der Antrag, den Betrag mehr als zu verdoppeln, wurde deutlich abgelehnt. Dem Antrag des Gemeinderats stimmten die über 330 Anwesenden an der Versammlung klar zu.

Damit beteiligt sich Mönchaltorf allerdings anteilsmässig nicht im vollen Umfang an der Aktienkapitalerhöhung. Der Anteil der Gemeinde, gemessen an der heutigen Beteiligung, läge bei einer Aktienkapitalerhöhung von 40 Millionen Franken bei 1,46 Millionen Franken. Die Gemeinde wollte aber kein zusätzliches Fremdkapital aufnehmen, um die Erhöhung des Aktienkapitals zu finanzieren.

Spital Uster sieht Zukunft gesichert

Dennoch zog Geier eine positive Bilanz: «Auch wenn Mönchaltorf seinen Beitrag nicht vollumfänglich leistet, bin ich zufrieden mit dem Resultat. Das Spital Uster ist finanziell jetzt wieder solide aufgestellt, und wir können dringend notwendige Investitionen vornehmen.»

Mit Hittnau und Mönchaltorf haben nun neun von zehn Gemeinden einer Aktienkapitalerhöhung in unterschiedlichem Umfang zugestimmt. Wildberg ist die letzte Gemeinde, die noch eine Abstimmung offen hat. Das Geschäft wird an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch besprochen.

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