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Wetziker Bushof wird endlich behindertengerecht

Viele Bahn- und Bushöfe entsprechen nicht den gesetzlichen Normen. Jetzt geht die Stadt Wetzikon dieses Manko an.

Beim Bahnhof Wetzikon soll es mehr Platz für die Busse geben. Auch sollen die wartenden Busse überholt werden können.

Foto: Till Burgherr

Wetziker Bushof wird endlich behindertengerecht

Klare Kante

Seit 2004 ist das Gleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderung in Kraft. 20 Jahre später wird der Bahnhof in Wetzikon umgebaut. Es gibt höhere Haltekanten.

Elf reguläre und drei Nachtbuslinien verkehren ab der Nordseite des Bahnhofs Wetzikon. Dazu kommen weitere Haltestellen auf der anderen Seite der Gleise. Was die Haltestellen im Norden wie im Süden gemeinsam haben: Sie sind sanierungsbedürftig und entsprechen nicht den Anforderungen des Bundesgesetzes über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz/BehiG).

In diesem Gesetz wörtlich erwähnt sind «öffentlich zugängliche Einrichtungen des öffentlichen Verkehrs (Bauten, Anlagen, Kommunikationssysteme, Billettbezug) und Fahrzeuge». Das BehiG trat am 1. Januar 2004 in Kraft, die Übergangsfrist zur Beseitigung der Hindernisse wurde damals mit 20 Jahren grosszügig veranschlagt.

In Wetzikon kommt nun, 20 Jahre und zwei Monate später, Bewegung in die Angelegenheit. Der Stadtrat hat ein Auflageprojekt für die behindertengerechte Sanierung des Bushofs Süd genehmigt. Der Bushof an der Poststrasse nördlich des Bahnhofs kommt dann voraussichtlich 2025 an die Reihe.

Ein Bus der VZO vor dem Bahnhof Wetzikon.
Im Jahr 2025 sollen auch die Kanten auf der Nordseite des Bahnhofs saniert und erhöht werden.

Volks-Nein 2015, Abbruch 2019

Dass die Stadt Wetzikon zeitlich aus dem gesetzlichen Rahmen gefallen ist, hat Gründe: So lehnte das Wetziker Stimmvolk im Jahr 2015 einen Kredit für den Umbau des Bushofs ab. Und eine überarbeitete und günstigere Variante scheiterte 2019 an geänderten Rahmenbedingungen bezüglich Kapazitäten und Platzansprüchen.

Die beiden Projekte stehen nicht im Zusammenhang mit dem Masterplan Stadtraum Unterwetzikon. Die Entwicklung dieses Plans wird voraussichtlich noch bis zu 15 Jahre in Anspruch nehmen. Bei den beiden Bushöfen geht es in erster Linie darum, die Haltekanten zu erhöhen, damit auch Menschen mit Gehbehinderung barrierefrei ein- und aussteigen können. Die Sanierung solle «mit minimalem Aufwand» erfolgen, schreibt die Stadt.

Das Projekt «Bushof Süd» umfasst neben dem Ausbau und der behindertengerechten Neugestaltung der Haltestellen auch die Sanierung des Strassenbelags, die Erneuerung der Anschlüsse und der Beleuchtung sowie eine Anpassung der Stadtentwässerung auf der Guyer-Zeller-Strasse.

16 oder 22 Zentimeter

Am Bushof werden vier Haltekanten gebaut, die von den vier Linien 862, 867, 869 und 883 genutzt werden. Die Kanten werden auf 22 Zentimeter erhöht. Die bestehende, nur dem Ausstieg dienende Haltestelle nach Norden wird als sogenannte Kissenlösung erstellt. Grund ist der Kleinbus der Linie. Damit dieser Kleinbus die Haltestelle nutzen kann, wird der 22 Zentimeter hohe Ausstieg nur an der ersten und der zweiten Tür erstellt und anschliessend auf 16 Zentimeter abgesenkt.

Die zwei Haltekanten in Richtung Süden werden hintereinander angeordnet. Das bringt auch Vorteile für den Individualverkehr: Anders als jetzt können die wartenden Busse überholt werden.

Für die Baukosten der insgesamt vier Kanten im Süden sind 1,015 Millionen Franken budgetiert. Baubeginn soll bereits im Juli 2024 sein, die Bauzeit dauert voraussichtlich fünf Monate.

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