Als die Rollstuhlfahrer noch im SBB-Gepäckwagen mitfahren mussten
Haltestellen
Ein Viertel der Dübendorfer ÖV-Haltestellen ist nicht behindertengerecht. Das Parlament stritt am Montagabend darüber, ob betroffene Menschen als Entschädigung ein Gratis-Abo erhalten sollen.
Gemeinderatspräsident Patrick Schärli (Die Mitte) erinnerte zum Auftakt der Sitzung an die Geburtsstunde des Dübendorfer Parlaments, die exakt vor 50 Jahren am 11. März war. Gar nicht im Feierlaune war am Montagabend allerdings SP-Gemeinderätin Leandra Columberg. Grund dafür war ebenfalls eine runde Jahreszahl, aber eine unrühmliche.
Seit 20 Jahren sei das Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft, sagte sie. «Es ist eine Schande, dass zahlreiche Haltestellen immer noch nicht barrierefrei zugänglich sind.» Columberg kam damit auf ihr Postulat zur Einhaltung des Behindertengleichstellungsgesetzes für den öffentlichen Verkehr zu sprechen, das an dieser Sitzung traktandiert war.
Sie erinnerte daran, dass die gesetzlichen Vorgaben bis Ende 2023 hätten erfüllt werden müssen. «Heute sind wir weit davon entfernt. Das ist ein komplettes und bewusst herbeigeführtes Politikversagen.» Für Menschen mit Behinderung sei der Alltag deswegen deutlich eingeschränkt. Sie forderte, dass Betroffene so lange kein Geld für die Benutzung des ÖV ausgeben müssten, bis die Vorgaben umgesetzt seien.

