«Früher war man sich zumindest über die Fakten einig»
Urgestein-Parlamentarier zum Jubiläum
Dübendorf feiert 50 Jahre Parlament. Mehr als die Hälfte davon hat Theo Johner als Gemeinderat erlebt. Er kritisiert die abnehmende Debattenkultur und dass heutzutage häufiger «auf den Mann gespielt wird».
Herr Johner, über 30 der 50 Jahre Parlament Dübendorf haben Sie selber miterlebt. Wünschten Sie sich in dieser Zeit je einmal die Versammlungsgemeinde zurück?
Theo Johner: Nein, überhaupt nicht. Ein Parlament ist definitiv besser. Die kritische Grenze von der Zeit, als noch jeder jeden kannte, hin zu einer zunehmenden Anonymisierung wurde irgendwann in den 1970er Jahren überschritten. Entsprechend schwand auch das Interesse für eine Gemeindeversammlung. Das zeigt sich jeweils in den Versammlungen der Oberstufenschulgemeinde. Dort könnte ja sowohl die Dübendorfer als auch die Schwerzenbacher Stimmbevölkerung teilnehmen, aber nur wenige machen das. Manchmal ist das Interesse so gering, dass die siebenköpfige Schulpflege eine Mehrheit hat, um ihre Geschäfte durchzubringen.
Sie waren an etwa 300 Gemeinderatssitzungen dabei. Welche ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

