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Spital Uster kann auf vier wichtige Aktionärsgemeinden zählen

Mit der an der Urne entschiedenen Beteiligung der Gemeinden Uster, Dübendorf, Pfäffikon und Schwerzenbach ist das Spital Uster auf der quasi sicheren Seite.

Mit der Unterstützung der vier grössten Aktionärsgemeinden steht dem weiteren Bestehen des Spitals Uster fast nichts mehr im Wege.

Foto: Simon Grässle

Spital Uster kann auf vier wichtige Aktionärsgemeinden zählen

Abstimmung Aktienkapitalerhöhung

Dübendorf, Pfäffikon, Schwerzenbach und Uster bestreiten den Grossteil der nötigen Aktienkapitalerhöhung. Am Abstimmungssonntag wird klar: Das Spital Uster kann auf die Unterstützung dieser Gemeinden zählen.

Nachdem Fehraltorf als erste Gemeinde bereits im Dezember der Aktienkapitalerhöhung zustimmte und damit den Weg für die Finanzspritze ebnete, wurde am Wochenende ein Meilenstein für das Vorhaben erreicht: Mit mindestens 77 Prozent wurde die Erhöhung in Uster, Dübendorf, Schwerzenbach und Pfäffikon angenommen.

Die vier Gemeinden sind mitunter die Hauptträger der Erhöhung, machen sie doch gemeinsam rund 33,4 Millionen der gewünschten 40 Millionen aus. Dabei soll sich Uster mit maximal 20 Millionen Franken, Dübendorf mit 9,7 Millionen Franken, Schwerzenbach mit 1,7 Millionen Franken und Pfäffikon mit 2 Millionen Franken beteiligen.

Die Verantwortlichen im Spital Uster können durchatmen. Denn mit dem nun erfolgten Ja aller vier Gemeinden ist das weitere Bestehen des Spitals auf dem besten Weg. Bereits im Vorfeld hatten alle Gemeinderäte der vier Aktionärsgemeinden die Empfehlung zu Ja an der Urne abgegeben.

Sacha Geier, Verwaltungsratspräsidentin der Spital Uster AG, nimmt den Entscheid mit Genugtuung zur Kenntnis, wie sie in einer Medienmitteilung verlauten liess. «Wir sind dankbar und erleichtert über das Ja der Bevölkerung in unseren Aktionärsgemeinden.»

«Ich freue mich über diese hervorragenden Resultate und bedanke mich herzlich bei der Stimmbevölkerung. Die Ergebnisse sind ein Zeichen grossen Vertrauens in das Spital und in die Arbeit, die dort täglich geleistet wird», sagt die Ustermer Stadträtin und Abteilungsvorsteherin Gesundheit Karin Fehr (Grüne).

Die Ergebnisse sprechen für sich

Pfäffikon legt am Sonntagnachmittag vor: Mit 77,42 Prozent zeigt die Gemeinde deutlich, wie sie zur Aktienkapitalerhöhung des Spitals Uster steht. Mit einer Stimmbeteiligung von 58,83 Prozent und 3672 Ja- gegenüber 1071 Nein-Stimmen ist das Ergebnis mehr als klar – das Spital kann auf die Unterstützung der Pfäffikerinnen und Pfäffiker zählen.

Auch Schwerzenbach unterstützt die Aktienkapitalerhöhung deutlich. Mit 84,7 Prozent und 1475 zu 267 Stimmen stehen die Schwerzenbacherinnen und Schwerzenbacher hinter dem Spital Uster und folgen damit dem Pfad, den Fehraltorf und Pfäffikon bereits geebnet haben. Gemeindepräsident Martin Hermann findet in der Mitteilung der Gemeinde deutliche Worte zum Abstimmungsergebnis: «Ich freue mich über dieses klare Signal. Unsere sich stark entwickelnde Region ist auf eine moderne und zukunftsgerichtete Gesundheitsversorgung angewiesen. Ich bin überzeugt, dass dem Spital Uster auch in Zukunft dabei eine zentrale Rolle zukommt.»

Mit 77,65 Prozent schlägt auch Dübendorf eine eindeutige Richtung ein: 6498 Dübendorferinnen und Dübendorfer unterstützen das Vorhaben. Dem entgegen stehen 1870 Nein-Stimmen.

Es ist ein Ustermer Heimspiel: Mit 87,53 Prozent und 11’702 zu 1667 Stimmen ist die Ustermer Stimmbevölkerung ein deutlicher Verfechter ihres Spitals und steht fast zweifellos hinter dem weiteren Bestehen. Es ist das klarste Ergebnis der vier Aktionärsgemeinden.

Stadtrat ist froh um weitere Zukunft

Obschon dieses Abstimmungswochenende ein Erfolg für das Bestehen des Spitals ist, könne das Vorhaben nach wie vor scheitern. «Dieser Abstimmungssonntag war ein zentraler, aber nicht der letzte Schritt», sagte Karin Fehr. Denn auch die positive Entscheidung der übrigen Aktionärsgemeinden ist für die Zukunft des Spitals notwendig – ansonsten drohe immer noch der Konkurs. «Ich bin zwar sehr zuversichtlich, dass die Aktienkapitalerhöhung gelingt – doch über den Berg sind wir noch nicht», erklärt Fehr.

Ein Konkurs würde nicht nur die Gesundheitsversorgung der Region bedrohen, sondern die Aktionärsgemeinden erheblich finanziell belasten. Diese haften nämlich für die Verbindlichkeiten des Spitals, ebenfalls ihrer prozentualer Aktienbeteiligung entsprechend. Das würde gerade für die vier grössten Aktionärsgemeinden Uster, Dübendorf, Pfäffikon und Schwerzenbach wesentlich höhere Steuergelder kosten, als die nun entschiedene Aktienkapitalerhöhung.

So geht es nach der Abstimmung weiter

Nach dem Ja aus Fehraltorf folgten an diesem Abstimmungssonntag die Zustimmung der vier Aktionärsgemeinden, die ihre Entscheidung über die Aktienkapitalerhöhung vor die Urne gebracht haben. Jetzt noch ausstehend ist das Ja der Gemeinden Greifensee, Russikon, Hittnau, Mönchaltorf und Wildberg, welche die Entscheidung an der Gemeindeversammlung treffen werden – alle noch im März 2024.

Während Greifensee prozentual die drittgrösste Anteilsgemeinde ist, möchte sich diese laut Gemeinderat mit nur rund 546’000 Franken anstelle der prozentualen 2,9 Millionen Franken beteiligen.

Läuft alles nach Plan, soll im April der definitive Betrag der Erhöhung festgelegt und im Mai die Refinanzierung des Spitals Uster abgeschlossen werden.

Aktienkapitalerhöhung war unabdingbar

Seit Anfang 2023 ist das Spital Uster als AG mit zehn Aktionärsgemeinden organisiert, welche das Spital zu 100 Prozent tragen. Nun ist jedoch die Eigenkapitalquote auf 13,4 Prozent gesunken (Stand Ende 2022) – gemäss Vorgabe der Gesundheitsdirektion Kanton Zürich muss diese auf 30 Prozent erhöht werden, damit das Spital kreditwürdig bleibt.

Grund für die gesunkene Eigenkapitalsquote sind vor allem Abschreibungen von Projekt- und Planungskosten für den nicht weiterverfolgten Neubau, das Operationsverbot während der Corona-Pandemie, Vorhalteleistungen sowie nicht kostendeckende Tarife.

Ohne Aktienkapitalerhöhung müsste das Spital Konkurs anmelden – mit weitreichenden Folgen. So wäre die Gesundheitsversorgung der Region nicht mehr gewährleistet. Das Spital Uster ist zudem ein wichtiger Arbeitgeber der Region.

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