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Kanton stoppt Pläne für Töss-Revitalisierung in Wila

Der Kanton will die Töss bei Wila aufwendig umgestalten. Nun kommt es zum Marschhalt – aus zwei Gründen.

Die Töss ist heute begradigt und kanalisiert. Der Kanton will das ändern – allerdings nicht so bald wie ursprünglich geplant.

Foto: Bettina Schnider

Kanton stoppt Pläne für Töss-Revitalisierung in Wila

Projekt sistiert

Die Baudirektion lässt die kühnen Pläne für eine Revitalisierung der Töss in Wila vorübergehend ruhen. Massgeblich dafür ist unter anderem die fehlende Lösung mit den Landbesitzern.

Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) des Kantons hat entschieden, die Planung des Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekts an der Töss in Wila vorderhand nicht weiterzuführen. Das schreibt die Baudirektion in einer Mitteilung.

Für die Sistierung der Planung nennt der Kanton zwei massgebliche Gründe. Zum einen gestalte sich die gemeinsame Lösungsfindung schwierig. Bisherige Zeichen würden darauf hindeuten, dass nicht alle betroffenen Grundeigentümer ihr Land für das Projekt abtreten möchten.

Zwar wolle sich der Wilemer Gemeinderat dafür einsetzen, dass das benötigte Land im Gebiet Schochen zur Verfügung stehen werde. Wie er dem Amt mitgeteilt habe, wolle er mit den betroffenen Grundeigentümern eine möglichst gute Lösung finden.

Man sieht eine Grafik mit der Töss heute und nach der Revitalisierung.
Blick in die Pläne des Kantons: Aus der begradigten und kanalisierten Töss soll ein naturnaher Fluss werden.

Aktuell ist laut der Mitteilung aber nicht absehbar, bis wann dieser Prozess abgeschlossen ist. «Eine Weiterführung der Planung des Wasserbauprojekts ist nicht sinnvoll, bevor die Grundbesitzverhältnisse entlang der Töss in Wila geklärt sind», schreibt das Awel.

Synergien mit Huebbach-Projekt entfallen

Der zweite Grund liegt beim kommunalen Hochwasserschutzprojekt am Huebbach. Im letzten September haben sich die Wilemerinnen und Wilemer in einer Umfrage für einen Vollausbau des Bachs entschieden. Diesen kann die Gemeinde – im Gegensatz zur Variante «Bachumlegung» – ohne grössere Änderungen an der Töss realisieren.

Damit entfällt laut dem Awel die Dringlichkeit für das Töss-Projekt. Die Umlegung des Huebbachs – sie hätte eine Verlegung des Damms der Töss zur Folge gehabt – sei nämlich der entscheidende Grund gewesen, weshalb das Projekt überhaupt aufgenommen und prioritär vorangetrieben worden sei.

Mit der Entscheidung zugunsten des Vollausbaus fallen nun sowohl die Synergien als auch die zeitlichen Abhängigkeiten zwischen den beiden Projekten weg.

«Dies erleichterte den Entscheid, die Projektierung des Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekts an der Töss vorderhand ruhen zu lassen», schreibt das Amt abschliessend. Es sei sinnvoll, die Lösungsfindung mit den Grundeigentümern abzuwarten, bevor weiter geplant werde.

Das Projekt des Kantons sieht vor, den Flusslauf der Töss zu verbreitern und naturnaher zu gestalten, indem der Damm und weitere Verbauungen entfernt werden. In Wila regte sich schon früh Widerstand gegen die Pläne – so wurde unter anderem bereits Ende 2021 eine Petition gegen das Projekt eingereicht.

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