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Darum kommt der Kezo-Neubau später

Ein «Extra-Loop», um alle Anspruchsgruppen einzubeziehen, verzögert den Neubau der Kezo in Hinwil. Wieso man sich über diese Verzögerung freut.

Die Kezo in Hinwil wird erneuert und redimensioniert.

Foto: Marie Fredericq

Darum kommt der Kezo-Neubau später

Privater Gestaltungsplan

Die Kezo in Hinwil wird ihre neue Anlage nicht 2028, sondern erst 2030 in Betrieb nehmen. Das hat gute Gründe – und kommt nicht einmal ungelegen.

Geschätzte 300 Millionen Franken kostet die neue Anlage der Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (Kezo) in Hinwil. Ursprünglich war geplant, dass der neue Bau mit nur noch einer Ofenlinie im Jahr 2028 fertig sein würde. Nun ist klar, dass sich der Betriebsstart ins Jahr 2030 verschiebt.

«Wir rechnen zurzeit mit einer Verzögerung von zwei Jahren», sagt Steffen Schrodt, der nach wie vor als Projektleiter Kezo 2028 firmiert. Statt im Dezember 2028 werde die neue Anlage Ende 2030 fertig sein, wenn alles nach Plan laufe.

Das Timing hänge vom komplexen Bauvorhaben ab und «vom Einbezug aller Stakeholder», so Schrodt. Die neue Anlage entsteht neben der bisherigen im östlichen Bereich des Kezo-Areals, wo sich heute der Einfahrtsbereich und der Personalparkplatz befinden. Dafür sind ein privater Gestaltungsplan und mehrere Abstimmungen vonnöten. Und deshalb wollen die Verantwortlichen kein Risiko eingehen.

Im Mai 2022 segnete die Delegiertenversammlung der 36 im Zweckverband zusammengeschlossenen Gemeinden den Kredit für das Vorprojekt ab. In einem späteren Schritt wird die Gemeindeversammlung der Standortgemeinde Hinwil über den Gestaltungsplan abstimmen, ehe die 36 Gemeinden über den Baukredit befinden werden.

Zeitraubende Zusatzschleife

Die neue Anlage müsse «optischen, logistischen und auch städtebaulichen Ansprüchen» genügen, so Projektleiter Schrodt. Man werde daher einen diesbezüglichen Studienauftrag vergeben, der in ein sogenanntes Varianzverfahren münden werde. In einem Varianzverfahren erarbeiten verschiedene Planungsteams Lösungsansätze in einem zuvor festgelegten Rahmen: «Dieser Extra-Loop kostet Zeit.»

Und diese Zeit haben die Verantwortlichen. Denn das Jahr 2030 ist aus kantonaler Sicht ideal für die Inbetriebnahme der neuen, kleineren Anlage. Ab 2028 ersetzt die Stadt Winterthur die in die Jahre gekommene zweite Ofenlinie ihrer Kehrichtverbrennungsanlage (KVA). Mit den bisherigen Kapazitäten der Kezo in Hinwil ist garantiert, dass in diesen zwei Jahren im Kanton Zürich keine Versorgungslücke entsteht.

Aktuell können in Hinwil jährlich 190’000 Tonnen Abfall verbrannt werden, mit der neuen Ofenlinie und nach dem Teilrückbau der bestehenden Anlage werden es noch 120’000 Tonnen sein. Auf das Fernwärmeprojekt der Kezo hat diese Reduktion der Kapazität keinen Einfluss.

Die Fernwärmeabgabe kann auch in der bestehenden Anlage bei Bedarf erhöht werden. Somit kann die Kezo den etappierten Auf- und Ausbau der geplanten Fernwärmenetze in der Region unabhängig vom Neubau von Beginn an zuverlässig begleiten.

Haushaltskehricht und Marktkehricht

Fünf Anlagen verbrennen im Kanton jedes Jahr insgesamt rund 830’000 Tonnen Abfall. Der Haushaltsabfall wird den einzelnen Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) vom Kanton zugeteilt, den Rest besorgen sich die KVA über den freien (Abfall-)Markt und werden dafür von den Verursachern entschädigt.

In der Kezo besteht heute rund die Hälfte des verwerteten Abfalls aus Haushaltskehricht; der Rest ist Marktkehricht. Dieses Verhältnis wird sich in der neuen Anlage verändern. Denn die Reduktion der Verwertungskapazität betrifft nur den Abfallanteil aus der Industrie (Marktkehricht), der künftig teilweise anderen KVA zugewiesen wird. «Die Entsorgungssicherheit für den regionalen Haushaltskehricht ist in der Kezo nach wie vor zu 100 Prozent gewährleistet», betont Steffen Schroth. (sco)

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