Ab jetzt wird in Fehraltorf gegraben
Energieverbund Fehraltorf
Die sichtbaren Arbeiten am Energieverbund Fehraltorf haben begonnen. Das EWZ verlegt in den nächsten zweieinhalb Jahren die Hauptleitungen.
Energie aus dem eigenen Wald und aus der eigenen Kläranlage. So sieht der Energieplan der Zukunft der Gemeinde Fehraltorf aus. Seit dieser Woche wird nun sichtbar an dieser Zukunft gebaut.
In drei Baulosen wird die Hauptleitung des Versorgungsnetzes Fernwärme und Fernkälte erstellt. In einer ersten Phase erfolgt der Bau der Hauptleitung vom Industriegebiet in den Strassen Allmendstrasse, Mülistrasse, Am Wildbach, Obstgartenweg, Im Berg, Sagenrainstrasse, Rumlikerstrasse, Chatzenrainstrasse, Schulstrasse, Neugrundstrasse und Grundstrasse.
Der Bau dieser 2140 Meter langen Hauptleitung soll im November abgeschlossen sein. Die Lose 2 und 3 stehen 2025 und 2026 an. Insgesamt werden Hauptleitungen von rund 4190 Metern verlegt, dazu kommen die jeweiligen Hausanschlüsse.
Geplant und realisiert wird der Energieverbund vom Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ), das über grosse Erfahrung in der Erstellung und im Betrieb umweltfreundlicher Wärme- und Energieverbunde verfügt. Als «idealen Partner» bezeichnet die Gemeinde das EWZ.
Zwei Zentralen für klimafreundliche Energie
Herzstück des Energieverbunds sind zwei Energiezentralen: Sie versorgen die angeschlossenen Liegenschaften ressourcenschonend mit klimafreundlich erzeugter Wärme. Im Industriegebiet wird
zudem Kälte angeboten. Als Energiequellen dienen gereinigtes Abwasser aus der lokalen Ara sowie Holzschnitzel.
Die Energiezentrale Heiget wird mit einem 2,5-MW-Holzheizkessel ausgestattet, der Wärme für den Verbund bereitstellt. Der Holzheizkessel wird in diesem Jahr realisiert. Das Rohmaterial für die Holzschnitzel stammt zu rund einem Drittel aus dem lokalen Forst, der Rest aus Wäldern in der Region.
Die Energiezentrale Ara auf dem Areal der Kläranlage Ara Fehraltorf-Russikon nutzt kombinierte Wärmepumpen/Kältemaschinen – sie stellt sowohl Kühlleistung als auch 3 MW Wärmeleistung bereit. Sie befindet sich derzeit in der Phase Vorprojekt.
Zusätzlich steht fossiler Brennstoff für die Spitzenlastdeckung zur Verfügung. Im Endausbau soll der Verbund aber mit mindestens 90 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden. In diesem Endausbau, der 2027 geplant ist, werden die beiden Zentralen miteinander verbunden; so können Bedarfsschwankungen im gesamten System besser ausgeglichen werden.
Wärme für 2000 Haushalte
Mit der Gesamtwärmemenge des Wärmeverbunds können rund 2000 Haushalte klimaneutral geheizt werden. Damit lassen sich 9300 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Innerhalb des Verbundgebiets können alle Gebäude angeschlossen werden. Der Anschluss erfolgt freiwillig.
Allfällige Behinderungen und Einschränkungen durch die Bauarbeiten – insbesondere Sperrungen von Strassen und Zufahrten – werden den Betroffenen mittels Publikationen, Plakaten oder Schreiben angekündigt.
