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Petition gegen Lückenschliessung Ettenhausen–Hinwil lanciert

«Unnötig und zu teuer» – bürgerliche Parteien wollen den Veloweg zwischen Ettenhausen und Hinwil verhindern.

Abruptes Ende: Für die Velofahrer bleibt Richtung Ettenhausen nur noch der Weg auf die Kantonsstrasse.

Foto: Lennart Langer

Petition gegen Lückenschliessung Ettenhausen–Hinwil lanciert

Veloweg-Gegner machen mobil

Gegen den Bau eines neuen Velowegs formiert sich ein breit abgestützter Widerstand. Nun soll der Druck auf den Kanton mit einer Petition erhöht werden.

Zwischen Hinwil und Ettenhausen klafft eine Lücke im Veloweg. Dies soll sich in absehbarer Zukunft ändern. Der Kanton plant einen neuen Velo- und Gehweg entlang der Hinwiler- und der Winterthurerstrasse. Zudem soll die Strasse komplett saniert werden. Insgesamt sind für das Projekt rund 12,8 Millionen Franken veranschlagt.

Bereits im Oktober 2023 hatten die EVP-Ortsparteien aus Hinwil und Wetzikon Widerstand gegen dieses Vorhaben angekündigt. Sie forderten die Gemeinde Hinwil und die Stadt Wetzikon dazu auf, sich gegen den aus ihrer Sicht unnötigen, unverhältnismässigen und teuren Ausbau der Kantonsstrasse zu wehren. Von bürgerlicher Seite erhielten sie damals schon breite Unterstützung.

Allerdings haben die betroffenen Gemeinden keine Entscheidungsgewalt. Die Lückenschliessung des Velowegs ist im Richtplan vorgesehen – und damit für die kantonale Verwaltung verbindlich. Gemäss dem kantonalen Velonetzplan gehört der Strassenabschnitt sogar zu den Hauptverbindungen. Einfluss auf das Projekt kann auf politischer Ebene nur der Kanton – also der Regierungs- oder der Kantonsrat – nehmen.

Breite bürgerliche Unterstützung

Seit wenigen Tagen läuft deshalb eine schriftliche und eine Onlinepetition. Diese ist direkt an den Vorstand der Regionalplanung Zürcher Oberland (RZO) und den Kantonsrat adressiert und fordert einen Stopp des Projekts. Bis zum 9. Januar sind online bereits 464 Unterschriften zusammengekommen.

«Wir wollen unser Vorhaben breiter abstützen», erklärt Heidi Steffen, Präsidentin der EVP Hinwil. Gemeinsam mit der EVP Wetzikon hat die Ortssektion die Petition lanciert. Unterstützt wird die Unterschriftensammlung zudem von den Hinwiler und den Wetziker Ortsparteien der SVP, der FDP, der Mitte und der EDU.

Die Petenten fordern die Streichung des Velowegs zwischen Ettenhausen und Hinwil aus dem regionalen Richtplan sowie eine bessere Ausschilderung der Ausweichroute über die Bächelacker- und die Holzweidstrasse. Diese bestehende Variante sei ländlich, ruhig und habe keinen störenden Verkehr, argumentieren sie.

Visualisierung des neu geplanten Velowegs von Wetzikon nach Hinwil.
Statt direkt entlang der Kantonsstrasse sollen die Velos aus Sicht der Veloweggegner über die Bächelackerstrasse ausweichen.

Ab Ettenhausen führt die Bächelackerstrasse als schmale Landstrasse entlang dem Waldrand durch den Weiler Neuwies ins Hinwiler Wihalden-Quartier. Die Strecke sei für Velofahrende «genau richtig platziert» und könne auch als Schnellroute vorgesehen werden, heisst es in der Petition.

«Der Umweg ist minim, die Verbindung zwischen dem Zentrum Hinwil und Wetzikon sogar kürzer, und die Strasse ist breit», findet Heidi Steffen. «Das geht auch für Fussgänger.» Ein Trottoir existiert allerdings nicht. Nachts – und damit auch zu Pendlerzeiten – ist die Strasse nicht beleuchtet. In beide Richtungen gilt es auf dieser Route zudem leichte Steigungen zu überwinden.

Eine schmale Strasse, die am Waldrand entlang durch eine Wiese führt.
Schmal und ohne Trottoir: Velofahrer und Fussgänger sollen weiterhin über die Bächelacker- und die Holzweidstrasse ausweichen.

Für Steffen ist klar: «Wägt man Vor- und Nachteile des Bauprojekts ab, ergibt der geplante Veloweg keinen Sinn.» Kritisch sehen die Gegner vor allem die hohen Kosten des Projekts sowie die Versiegelung von Landwirtschaftsflächen.

Vernichtung von Landwirtschaftsfläche

Von den für das Projekt vorgesehenen 12,8 Millionen Franken entfallen gemäss Baudirektion rund 6 Millionen auf den Veloweg. Der restliche Betrag ist für die Sanierung des entsprechenden Strassenabschnitts sowie für Signalisationsänderungen vorgesehen.

Fakt ist, dass für den Bau des Velowegs rund 10’000 Quadratmeter Landwirtschaftsfläche versiegelt würden. Dies sei unnötig, finden die Veloweggegner, da «kein Mehrwehrt generiert und dafür schon wieder neue Verkehrsinfrastruktur in unsere Landschaft gestellt» würde. Man solle sorgsam mit der Natur umgehen.

Der Kantonsrat wird gebeten, den unnötigen Baukredit nicht zu bewilligen.

Forderung in der Petition gegen den Velowegbau

«Jeder neue abgesetzte Radweg benötigt meist Landwirtschaftsfläche», schreibt die Baudirektion dazu. «Damit ist es immer eine Interessenabwägung zwischen dem Schutz von Landwirtschaftsflächen und dem Schutz der Verkehrsteilnehmenden.» Diese Interessenabwägung habe aber nicht die Verwaltung, sondern die Politik vorzunehmen.

Druck auf den Kanton erhöhen

Die Politik soll mit der Petition nun aufgerüttelt werden. Neben der Unterschriftensammlung wollen die Gegner des Velowegs in den kommenden Wochen und Monaten zudem weitere Aktionen lancieren, um die Bevölkerung zu mobilisieren. Vorgesehen sind beispielsweise Standaktionen.

Die Forderung in der Petition ist klar formuliert: «Der Kantonsrat wird gebeten, den unnötigen Baukredit nicht zu bewilligen.» Dafür einsetzen solle sich auch die RZO. Noch bis Ende März kann die Petition unterzeichnet werden. «Wir wollen möglichst viele Unterschriften sammeln, eine gute vierstellige Anzahl», sagt Heidi Steffen. Bereits finde ein enger Austausch mit Kantonsräten statt.

Projekt wird überarbeitet

Im Moment läuft die Überarbeitung des Projekts, nachdem bei der ersten öffentlichen Projektauflage mehrere Einwendungen eingegangen waren. «Diese werden geprüft und – wo als sinnvoll erachtet – ins definitive Projekt eingearbeitet», schreibt die Baudirektion.

Anschliessend müssen der Regierungsrat und der Kantonsrat über die Kosten entscheiden. Erst dann erfolgt eine neuerliche öffentliche Auflage des Projekts. Der Zeitpunkt sei offen. Im Herbst hatte die Baudirektion noch von einer möglichen Neuauflage in diesem Sommer gesprochen.

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