Kanton unterstützt Variante «Tunnel tief»
Ausbau der Oberlandautobahn
Der Regierungsrat möchte, dass die Oberlandautobahn ab dem Betzholzkreisel in den Untergrund verlegt wird. Zu einem konkreten Termin für den Baustart äussert er sich nicht.
Die Schliessung der Autobahnlücke zwischen Hinwil und Uster beschäftigt das Oberland schon seit Jahrzehnten. Wie der Verlauf der Oberlandautobahn künftig aussehen wird, ist nach wie vor offen. Zur Debatte stehen mit der sogenannten Richtplanvariante ein Anschluss an die Forchautostrasse in Ottikon und die Variante «Tunnel tief» zum Betzholzkreisel.
Nun äussert sich der Regierungsrat dazu, welche Variante der Kanton bevorzugt. Die bisherigen Rückmeldungen aus der Region würden die Variante «Tunnel tief» unterstützen, schreibt der Regierungsrat in einer Antwort auf eine Anfrage dreier Kantonsräte vom vergangenen September.
«Sofern die Machbarkeit und die Bewilligungsfähigkeit dieser Variante nachgewiesen werden können, unterstützt der Kanton die Bestrebungen der Standortgemeinden, diese Variante weiterzuverfolgen.»

Auslöser für die Anfrage durch die beiden Kantonsräte Jean-Philippe Pinto (Die Mitte, Volketswil) und Daniel Wäfler (SVP, Gossau) sowie den inzwischen in den Nationalrat gewählten Erich Vontobel (EDU, Bubikon) war der derzeit auf 2038 vorgesehene Baubeginn.
Aus Sicht der Kantonsräte sollte der Entscheid für die am besten umsetzbare Variante bereits früher fallen. Sie forderten einen Baustart Anfang der 2030er Jahre.
Möglichst geringes Projektrisiko
Auf diese Forderung geht der Regierungsrat nicht konkret ein. Er nennt keine Termine. Stattdessen verweist er auf die laufenden Vorarbeiten und die Abklärungen des Bundesamts für Strassen (Astra), die in einem engen Austausch mit dem Kanton geschehen. Derzeit laufen Sondierbohrungen, um mehr über die Bodenbeschaffenheit zu erfahren.
Das Astra sei bestrebt, das Projektrisiko so gering wie möglich zu halten. Der Regierungsrat spricht damit auch mögliche juristische Verfahren an. Diese seien bei solchen Projekten zu erwarten.
Durch die gründlichen Abklärungen möchte der Kanton solche Verfahren möglichst kurz halten und erfolgreich bestreiten können. «Wenn der Variantenentscheid unzureichend abgestützt wäre, würde dies das grösste Projektrisiko und Hindernis für die rasche Realisierung darstellen», heisst es.
Seine Unterstützung für die Variante «Tunnel tief», die durch den Fels verläuft, begründet der Regierungsrat zudem mit den «Vorteilen bei der Berücksichtigung der verschiedenen Schutzgüter». Er verfolge beim Variantenentscheid das Ziel, möglichst umfassend «auf die Bedürfnisse der Bevölkerung und Anliegen der Umwelt Rücksicht zu nehmen».
Astra bleibt zurückhaltend
Ähnlich reagiert das Astra in einer der Antwort beigefügten Stellungnahme. Die Erarbeitung eines genehmigungsfähigen Projekts habe oberste Priorität, schreibt das Bundesamt. Gleichzeitig sei das Astra bestrebt, die einzelnen Schritte so rasch wie möglich durchzuführen.
«Aus heutiger Sicht ist es sehr schwierig vorherzusagen, wie schnell die Planung in Zukunft voranschreiten wird», schreibt das Bundesamt weiter. Der weitere Verlauf hänge unter anderem von der sorgfältigen Planung ab. Die laufenden Bodenuntersuchungen seien wie geplant im Frühling oder Sommer 2024 abgeschlossen. Diese würden wiederum als Basis dienen, um die Variantenwahl vertiefter durchführen zu können.
Mit einem baldigen Variantenentscheid ist weiterhin nicht zu rechnen. Im Sommer stellte das Astra eine Festlegung der Linienführung erst im Jahr 2025 in Aussicht. Eine Genehmigung des generellen Projekts durch den Bundesrat ist erst bis 2027 zu erwarten.
