Pfäffikon stehen düstere Jahre bevor
Zahlen und Fussball
An der Gemeindeversammlung in Pfäffikon wurde eines deutlich: Es kommen düstere Zeiten auf die Gemeinde zu. Zukünftige Investitionen sollen die Gemeinde schwächen. Das ist trotzdem kein Grund zur Panik.
Zu Beginn sah es an der Gemeindeversammlung in Pfäffikon gar nicht rosig aus. Im Chesselhuus versammelten sich 214 Stimmberechtigte, Junge und Alte, und diskutierten gemeinsam über die Finanzen der Gemeinde. So viel steht fest: Es kommen dunkle Zeiten auf die Gemeinde zu.
Das Budget 2024 wurde ohne Einwände einstimmig genehmigt – mit einem Überschuss von 160’000 Franken. Bedenken gab es nicht etwa bei der Rechnung, sondern beim Steuerfuss. Nächstes Jahr soll dieser noch bei 110 Prozent bleiben. 2025 könnte es aber schon anders aussehen.
In Pfäffikon stehen künftig grosse Investitionen an. Unter anderem das Oberstufenschulzentrum Pfaffberg, die Erhöhung der Beteiligung am Spital Uster und die Gesamtkosten des Neubaus in der Sportanlage Barzloo. Das heisst, finanziell wird es für die Gemeinde knapp.
Der Steuerfuss gab bei den Parteien viel zu reden, denn zukünftig müsste sich etwas ändern. Bis auf die SP wollte aber niemand einen Antrag zur Erhöhung stellen. Die 115 Prozent der SP wurden deutlich abgelehnt. Ursula Longatti, Präsidentin der EVP, sprach von einem Schonjahr für das Volk, bevor dann definitiv agiert werden müsse. Die SVP teilte diese Einstellung nicht – die Partei ist weder jetzt noch künftig für eine Steuerfusserhöhung zu haben.
Eine Investition für den FC Pfäffikon
Neben dem Budget stand auch der Projektierungskredit von 50’000 Franken für einen neuen Kunstrasenplatz in der Sportanlage Barzloo zur Abstimmung. Das Resultat war eindeutig: Mit 131 zu 80 Stimmen wurde der Antrag, der von der Gemeinde ausging, angenommen.
Die Sportanlage wird ausschliesslich vom FC Pfäffikon genutzt. Der Verein ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und zählt mittlerweile um die 800 Mitglieder, die regelmässig dort trainieren.
Zum heutigen Zeitpunkt hat die Sportanlage Barzloo vier Sportplätze. Einer davon ist ein Kunstrasenplatz, ein anderer ist ein Naturrasenplatz ohne Beleuchtung, und die letzten zwei sind Naturrasenplätze mit Beleuchtung. Bis voraussichtlich 2025 wird aber ein beleuchteter Naturrasenplatz wegfallen.
Das hat mit dem Neubau der Firma Eugen Seitz AG zu tun. Die Firma errichtet in Pfäffikon nämlich ihren neuen Hauptsitz auf dem Grundstück, welches seit 15 Jahren in ihrem Besitz ist. Im Neubau sollen sich moderne Arbeitsplätze befinden, es wird ebenso mit einem personellen Zuwachs gerechnet.
Erfreulich, meinte Gemeindepräsident Marco Hirzel (parteilos), dass Pfäffikon zu einem Wirtschaftsstandort werde. Doch einer der Naturrasenplätze des Fussballvereins liegt auf jenem Grundstück und wird daher nicht mehr der Sportanlage Barzloo zur Verfügung stehen. Entfällt dieser Platz, werden täglich vier oder fünf Teams ihren Trainingsplatz verlieren.
Die wichtigste Nebensache der Welt
Um den Trainingsbetrieb weiterhin garantieren zu können, braucht es einen Ersatz. Der Projektierungskredit ist notwendig, weil es sich um eine Investition handelt, die voraussichtlich über zwei Millionen Franken kosten könnte – was auch bereits im Budget mit einberechnet wurde. Dazu hatten einige etwas zu sagen.
Die FDP beispielsweise. CO-Präsident Viktor Knecht unterbreitete einen Rückweisungsantrag des Kredits. Bemängelt wurde unter anderem, dass der FC Pfäffikon zu wenig Eigeninitiative zeigen würde, sich um eine Alternative zu kümmern.
In einem anderen Punkt forderte die FDP, dass sich der FC Pfäffikon an den Kosten beteiligt. «335’000 Franken jährliche Unterstützung erhält der FC. Kein anderer Verein wird so unterstützt. Das ist nicht fair», kommentierte Knecht.
Verschiedene Anwesende sprachen sich mit Wortmeldungen gegen den Projektierungskredit aus. Mitglieder anderer Vereine meinten, es herrsche eine Bevorzugung des FC, und verlangten eine Ablehnung des Kredits. Nicht, weil man es dem Fussballklub nicht gönne, sondern, weil er bereits so oft Unterstützung erhalten habe.
Daniel Sigrist, Präsident der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK), begründete den Ablehnungsvorschlag der RGPK so: «Auch wenn der FC Pfäffikon hervorragende Arbeit leistet, so ist Fussball die wichtigste Nebensache der Welt.» Die Investition sei nicht notwendig, sie sei freiwillig, und es stünden grosse Investitionen bevor, die dringender seien. Trotzdem wurde der Kredit genehmigt.