Hinwil nimmt neuen Anlauf für eine Einheitsgemeinde
Integration der Schule
Die Schuladministration könnte künftig in die Politische Gemeinde integriert werden. In Hinwil starten erste Gespräche und ein Workshop.
Viele Gemeinden haben die Schule bereits in die Politische Gemeinde integriert. Nicht so Hinwil. In der Gemeinde am Fuss des Bachtels existiert nach wie vor eine separate Schulgemeinde. Nun nehmen die beiden Behörden einen neuen Anlauf, dies möglicherweise zu ändern.
Denn es ist nicht der erste Versuch, die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde in Hinwil zu vereinigen. 2008 verweigerte die Stimmbevölkerung an der Urne die Zustimmung. Neuerliche Fusionspläne scheiterten vor sechs Jahren.
Jetzt also sehen die Gemeinde und die Schule Hinwil den Moment gekommen, erneut einen Prozess für die Bildung einer Einheitsgemeinde zu starten, wie die Gemeinde mitteilt. Im Raum steht demnach die Frage, ob die Schulgemeinde aufgelöst und in die Politische Gemeinde integriert werden soll.
Erkenntnisse über erhofften Mehrwert
Mehrere Gründe seien für den gewählten Zeitpunkt des neuerlichen Anlaufs verantwortlich, schreibt Gemeindeschreiber Roger Winter auf Anfrage. Er fungiert für beide Güter als zentrale Anlaufstelle für die Kommunikation nach aussen.
Einerseits habe im letzten Jahr eine neue Legislatur begonnen. «Damit nahm eine neue Zusammensetzung der Mitglieder der beiden Behörden ihre Arbeit auch mit neuen Perspektiven auf die Fragestellung der Einheitsgemeinde auf», schreibt Winter. Andererseits ermögliche eine Lancierung zum jetzigen Zeitpunkt eine mögliche Einführung der Einheitsgemeinde auf Beginn der nächsten Amtsperiode ab 2026.
Der Prozess befindet sich allerdings noch im Anfangsstadium. Erste Gespräche zwischen den beiden Behörden sollen nun Erkenntnisse liefern, ob eine Einheitsgemeinde für beide Seiten überhaupt den erhofften Mehrwert bringen würde, schreibt die Gemeinde in der Mitteilung weiter. Dazu, wie dieser Mehrwert aussehen könnte, machen beide Seiten noch keine Angaben. Der Prozess sei «ergebnisoffen».
Workshop geplant
In einer gleichwertig zusammengesetzten Arbeitsgruppe mit Vertretern der beiden Behörden und der Verwaltungs- und Schulführung würden nun mögliche Schritte diskutiert. Neben Gemeindepräsident Andreas Bühler (SP) und dem Präsidenten der Schulpflege, Thomas Ludescher (parteilos), setzt sich die Arbeitsgruppe aus je einem weiteren Mitglied aus Gemeinderat und Schulpflege sowie dem Leiter Bildung und dem Gemeindeschreiber zusammen.
Der Gemeinderat und die Schulpflege wollen nun in einem geplanten Workshop «das Verständnis für die unterschiedlichen Aufgaben, die unterschiedlichen Organisationen und Kulturen gegenseitig fördern», wie es heisst. «Als Folge davon werden mögliche Erwartungen und Gelingensbedingungen für einen möglichen Zusammenschluss definiert», ergänzt Winter.
Anschliessend sollen die Rahmenbedingungen für eine mögliche Einheitsgemeinde sowie die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungsbereiche diskutiert und festgehalten werden. Der Prozess wird von einem externen Beratungsunternehmen begleitet.
