Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Kollbrunn erhält neues Trinkwasser-Reservoir

Nach über 100 Jahren hat das Reservoir in Kollbrunn ausgedient. Für den Ersatz will die Gemeinde 2,5 Millionen locker machen. Der Souverän nickt bestätigend, doch die Würfel sind noch nicht gefallen.

Das Wasserreservoir Kollbrunn ist über 100-jährig und soll nun ersetzt werden.

Foto: Noah Salvetti

Kollbrunn erhält neues Trinkwasser-Reservoir

Wasserversorgung in Zell

Neben dem Budget 2024 beriet sich der Zeller Souverän am Montagabend zum Kredit für den Neubau des veralteten Trinkwasser-Reservoirs in Kollbrunn. Das Projekt soll die Wasserversorgung entscheidend vereinfachen.

Montag ist Demokratietag in der Gemeinde Zell. Zumindest dann, wenn eine Gemeindeversammlung auf dem Programm steht.

Neben dem Budget fürs kommende Jahr galt es bei der jüngsten Ausgabe, den Kredit für den Neubau des Wasserreservoirs Kollbrunn vorzuberaten, bevor dieser im März an die Urne gelangt.

Haupttraktandum der Gemeindeversammlung war das Budget für das Jahr 2024. Bei einem Ertrag von rund 48,7 Millionen und einem Aufwand von knapp 48,1 Millionen Franken resultiert ein Plus von 603'900 Franken. Die grössten Abweichungen beim Aufwand verortet der Gemeinderat in den Bereichen Bildung und Gesundheit.

Bei ersterem sind dafür unter anderem die steigenden Schülerzahlen und die zunehmenden spezifischen Kosten pro Schüler verantwortlich. In letzterem Bereich ist der erhöhte Aufwand auf den steigenden Pflegebedarf zurückzuführen.

Mit Mehreinnahmen rechnet der Gemeinderat vor allem im Bereich Finanzen, namentlich den Grundstücksgewinnsteuern und den Beiträgen aus dem Ressourcenausgleich. Gleichzeitig zahlt die Gemeinde eine Million Franken in die finanzpolitischen Reserve ein, um künftige Aufwandüberschüsse zu decken.

Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 118 Prozent. Die Stimmberechtigten haben das Budget und die Festsetzung des Steuerfusses einstimmig gutgeheissen. (nos)

Doch alles auf Anfang. Denn Werkvorsteherin Susanne Stahl (SP) begann wortwörtlich am Anfang mit einer Reise in die Geschichte Kollbrunns, ehe sie erläuterte, weshalb das Reservoir ersetzt werden muss.

Als der Speicher 1896 erbaut worden war, seien Toiletten mit Wasserspülungen noch eine Seltenheit gewesen und Kollbrunn noch eine eigene Gemeinde mit rund 500 Einwohnern. Ihr Exkurs machte vor allem eines deutlich: Das Reservoir ist alt, nach Ansicht der Gemeinde zu alt.

Ausserdem sei es zu klein für das Versorgungsgebiet, zumal das bevölkerungsreichste Dorf der Gemeinde heute gut sechsmal so viele Einwohner zählt. Doch es krankt noch an weiteren Stellen.

«Die Druckverhältnisse sind zu gering, vor allem für die Bedürfnisse der Feuerwehr», erklärte Stahl. Das liege vor allem daran, dass die bestehende Anlage in Kollbrunn deutlich tiefer gelegen ist als jene im Gebiet Brüggelwiesen, die Rikon versorgt.

Das Druckproblem will die Gemeinde lösen, indem sie das Reservoir Kollbrunn unweit der bestehenden Anlage um rund 20 Meter erhöht neu baut.

Für einen Neubau spricht auch der Zustand der UV-Anlage, die das Trinkwasser filtert. «Sie ist veraltet und hätte ohnehin bald ersetzt werden müssen, um die Wasserqualität weiterhin zu gewährleisten», sagte Stahl.

Das neue Reservoir soll 1000 Kubikmeter Wasser fassen. «Das ist praktisch eine Verdoppelung im Vergleich zu heute», so Stahl. Versorgt wird es von drei Trinkwasserquellen. Weil zwei davon künftig tiefer als das Reservoir liegen, muss ihr Wasser in den neuen Speicher gepumpt werden.

Hier kommt das alte Reservoir ins Spiel: Die Gemeinde will dieses zu einem Quellwasserpumpwerk umbauen und an die neue Anlage anschliessen.

Ein Reservoir für Zell auf Weisslinger Boden

2,5 Millionen Franken kostet das Projekt. Hiervon entfallen 1,7 Millionen auf den Neubau, 430’000 Franken auf den Umbau des alten Reservoirs und die restlichen rund 300’000 Franken auf den Leitungsbau.

Von dem Projekt erhofft sich der Gemeinderat eine Vereinfachung der Wasserversorgung. Ist der neue Speicher erstellt, soll nämlich das Reservoir im Gebiet Heurüti, das ebenfalls veraltet ist, ausser Betrieb genommen werden.

Auch den Klappenschacht im Schöntal, eine Anlage, die bisher für den Druckausgleich beim Wasseraustausch zwischen den verschiedenen Speichern nötig war, braucht es dann nicht mehr.

Das Land, auf dem das neue Reservoir zu liegen kommt, ist auf dem Gemeindegebiet von Weisslingen. Die Gemeinde kann dieses günstig vom Kanton abkaufen. Der Landerwerb ist noch nicht vollzogen, aber im Kredit bereits eingerechnet.

Susanne Stahl betonte zudem, dass das Projekt über die Wassergebühren finanziert wird und somit den Steuerhaushalt nicht belastet. Wenig später hiessen die Bürger den Kredit einstimmig gut. Das letzte Wort hat das Volk – die Urnenabstimmung findet am 3. März 2024 statt.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns