Das sind die Reaktionen zum Ende des Parkplatz-Streits
Kampf und Petition zeigen Erfolg
Der Parkplatz der Badi Auslikon wird nicht an den Dorfrand verschoben. Was sagen Beteiligte, die Interessengemeinschaft, der Kanton und die Gemeinde Pfäffikon dazu?
Auslikon erhält wohl doch keinen Parkplatz am Dorfrand. Am Freitag informierte der Kanton, dass das Projekt mit langer Vorgeschichte vorläufig unterbrochen wird. Der Kanton will, auch aufgrund der ablehnenden Haltung der Auslikerinnen und Ausliker, neue Standorte überprüfen.
Wie reagieren direkt Involvierte auf diesen Entscheid?
Hans Hess, der Anwohner
Einer, der vom verschobenen Parkplatz direkt betroffen gewesen wäre, ist Hans Hess. Der vom Strandbad verlegte Parkplatz hätte direkt vor der Haustür des ehemaligen Präsidenten von Swissmem, dem Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, und Vizepräsident von Economiesuisse gelegen.
Bis zum Anruf dieser Zeitung hat er noch nicht davon gewusst, dass das Projekt unterbrochen wird. «Es freut mich, das zu hören. Der Kanton hat eine sehr vernünftige Entscheidung getroffen.» Die Befindlichkeiten im Dorf seien nicht mehr dieselben wie vor 15 Jahren, als das Projekt geplant wurde. «Es gibt geeignetere Standorte für den Parkplatz. Zumal man damals dachte, es wäre ein Parkplatz für die Badi-Besucher. Doch niemand will mehr als einen Kilometer vom Parkplatz zur Badi laufen», erklärt Hess. Zumal hätte der Standort am Dorfrand immer noch in einer aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes heiklen Zone gelegen.
Ist er stolz, gemeinsam mit anderen endlich am Ziel zu sein und den langjährigen Kampf gewonnen zu haben? «Nein, nicht unbedingt.»
Rita Fuhrer, die IG-Mitstreiterin
Anders klingt es bei Rita Fuhrer. Die Alt-Regierungsrätin und Nachbarin von Hess wurde im Sommer Teil der neu gegründeten Interessengemeinschaft «Kein Parkplatz am Dorfrand von Auslikon». Sie erzählt: «Wir von der IG haben von allen Seiten starken Druck gemacht auf die Behörden, denn die Moorlandschaft und die Äcker dürfen nicht für einen Parkplatz geopfert werden.» Am Telefon schildert sie, wie die IG bereit gewesen wäre, alle rechtlichen Hebel in Gang zu setzen und den Kampf durch die Institutionen zu gehen. «Unsere Einwendungen und dann Einsprachen gegen die definitive Auflage wären sehr erfolgversprechend gewesen. Das haben mir Experten bestätigt.»
Für Auslikon/Balm sei es ein starkes Zeichen, dass in einer Petition über 800 Unterschriften zusammenkamen. «Ich bin stolz, dass wir das alle miteinander erreicht haben. Diese gemeinsame Erfahrung ist für Auslikon von grosser Bedeutung.» Sie sei überzeugt, dass der überdimensionierte Parkplatz in der Moorlandschaft so nicht mehr komme. «Denn wir sind bereit, uns erneut zur Wehr zu setzen», erklärt Fuhrer. Sie hoffe, dass die Standortsuche nun ernst genommen werde. «Wenn man sucht, dann findet man auch.»
Der Kanton
Wieso man beim Kanton die Anliegen der Ausliker erst jetzt ernst nehme und beispielsweise nicht schon 2020, als ebenfalls schon eine Petition eingereicht worden war, dazu kann Andreas Angehrn keine Auskunft geben. Der zuständige Kantonsingenieur beim Tiefbauamt erklärt: «Ich bin erst seit diesem Jahr zuständig.»
Angehrn führt aber aus, dass man vom grossen Widerstand, vor allem an der Info-Veranstaltung im Juli, überrascht gewesen sei. «Wir waren der Ansicht, dass wir ein gutes Projekt vorlegen.» Doch man wolle jetzt die Anliegen der Bevölkerung ernst nehmen – und sich dafür die notwendige Zeit nehmen. «Es geht jetzt ein Feld zurück, und wir wollen ergebnisoffen neue mögliche Standorte prüfen und den bestmöglichen finden.» Wie lange wird das dauern? «Vermutlich bis Mitte, Ende nächstes Jahr.»
Mit der Gemeinde sei man sich einig gewesen, den Projektierungsprozess zu unterbrechen. «Die Gespräche, die wir geführt haben, waren stets konstruktiv.»
Die Gemeinde
Das bestätigt auch der Pfäffiker Gemeindeschreiber Daniel Beckmann. «Der Kanton ist bei diesem Projekt ganz klar im Lead.» Dennoch sei die Gemeinde beim Entscheid, das Projekt zu unterbrechen, miteinbezogen worden. «Erst diese Woche wurde die Petition mit den 800 Unterschriften gegen die Parkplatz-Verschiebung eingereicht.» Es sei also kein Zufall, dass der Kanton gerade jetzt über den Unterbruch informiere. «Wir wussten von der Petition und haben den Kanton darüber informiert.»
Beckmann führt aus, wie komplex und schwierig das ganze Unterfangen sei, auch mit der Aufhebung des Campingplatzes. «Die Prozesse, die hier stattfinden, sind sehr diffizil.» Deshalb sei es gut, jetzt die gesamthaften Interessen zu berücksichtigen.
