Auch Russikon unterstützt das Spital Uster nur teilweise
Finanzierung des Ustermer Spitals
Nach Greifensee und Mönchaltorf verzichtet auch Russikon auf eine vollumfängliche Beteiligung an der dringend benötigten Aktienkapitalerhöhung.
Die angestrebte Aktienkapitalerhöhung des Spitals Uster erhält einen nächsten Dämpfer. Nach Greifensee und Mönchaltorf will sich auch Russikon nur teilweise beteiligen. Statt der anteilsmässigen 728’000 Franken sprach sich der Gemeinderat lediglich für einen Beitrag in Höhe von 546’000 Franken aus.
Dies ist allerdings mehr als ursprünglich vorgesehen. Russikon kommt auf den Entscheid von Ende August zurück, nur einen symbolischen Betrag von 10’000 Franken beizutragen.
Anfang dieser Woche hatte das Spital mitgeteilt, dass die Aktienkapitalerhöhung auf gutem Weg sei. Alle Aktionärsgemeinden hätten sich dafür ausgesprochen, die Finanzierung mitzutragen. Insgesamt 40 Millionen Franken braucht das Spital. Sollte das Unterfangen scheitern, wären die Konsequenzen drastisch. «Andernfalls droht der Konkurs», hatte das Spital am Montag kommuniziert.
Uster, Dübendorf, Pfäffikon und Schwerzenbach hatten dem Spital die anteilsmässigen Beiträge tatsächlich bereits seit Längerem in Aussicht gestellt. Fehraltorf, Hittnau und Wildberg zogen nach anfänglichem Zögern in dieser Woche nach und erhöhten ihr Beiträge auf den vollen Umfang.
Nur teilweise beteiligen werden sich Greifensee und Mönchaltorf mit 546’000 Franken respektive 365’000 Franken. Dadurch fehlen insgesamt 3,4 Millionen Franken der geplanten Aktienkapitalerhöhung. Mit Russikon schert nun die dritte Gemeinde aus. Das Loch wird damit nochmals um 182’000 Franken grösser.
Verschuldung als Hindernis
Der Gemeinderat von Russikon begründet seinen Meinungsumschwung mit betriebswirtschaftlichen sowie den gesundheits- und finanzpolitischen Überlegungen. «Dem Gemeinderat ist eine sichere und nahe Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung ein grosses Anliegen», schreibt Gemeindepräsident Philip Hirsiger (parteilos) zudem auf Anfrage.
Auf eine volle Beteiligung müsse die Gemeinde hinsichtlich der Verschuldung jedoch verzichten. Und Hirsiger macht auch klar: «Die Aktienkapitalerhöhung erfolgt nicht, um die Beteiligungsverhältnisse zu erhöhen, sondern einzig zur Kapitalbeschaffung im beantragten Umfang zwecks Sanierung.» Eine Beteiligung über den bisherigen Aktienanteil von 1,82 Prozent wird ausgeschlossen.
Die Gemeinde wird die Aktienkapitalerhöhung am 11. März 2024 den Stimmberechtigten an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung vorlegen. Mit dem Antrag soll der Gemeinderat ermächtigt werden, die erforderlichen finanziellen Mittel als Fremdkapital aufzunehmen.
