Tina Deplazes freut sich, die Mitte im Kantonsrat zu verjüngen
Nachgefragt bei Neo-Kantonsrätin
Yvonne Bürgin (Die Mitte) wurde in den Nationalrat gewählt. Das macht den Weg frei für die junge Tina Deplazes, die für Bürgin ins Kantonsparlament nachrücken dürfte.
Tina Deplazes, Sie dürften für die überraschend in den Nationalrat gewählte Yvonne Bürgin (Die Mitte) in den Kantonsrat nachrücken. Wie haben Sie auf diese Nachricht reagiert?
Tina Deplazes: Ich war positiv überrascht und freue mich sehr darüber. Bei den Kantonsratswahlen im Februar dieses Jahrs hatte ich hinter Yvonne Bürgin das beste Resultat für unsere Partei im Wahlkreis Hinwil erzielt. Deshalb habe ich am Sonntag schon auch gehofft und ihr die Daumen für die Wahl gedrückt, weil ich wusste, dass ich dann ihren Sitz im Kantonsparlament erben würde. Zudem freue ich mich, dass Yvonne mit ihrer langjährigen Erfahrung aus dem Kantonsrat jetzt in Bern politisieren darf.
Letztes Jahr haben Sie den Sprung ins Wetziker Parlament geschafft, jetzt, nur anderthalb Jahre später, werden Sie schon im Parlament des Kantons sitzen. Ihre Karriere zeigt steil nach oben.
Das stimmt, und ich habe alles andere als damit gerechnet. Bei mir ging es jetzt schon sehr schnell. Allerdings glaube ich, dass es in der Politik einfach auch bisweilen Glück braucht und man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein muss.
Werden Sie die zwei politischen Ämter und Ihren Beruf als Wirtschaftsprüferin noch unter einen Hut bringen?
Ich muss das mit meinem Arbeitgeber in den kommenden Wochen anschauen. Ein Amt im Kantonsrat bedeutet schliesslich schon ein deutlich anderes Pensum, als im Wetziker Parlament zu sitzen.
Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, was Sie im Kantonsrat umsetzen wollen?
Dafür ist es noch zu früh, vor allem da ich noch nicht weiss, in welcher Kommission ich sein werde. Zunächst freue ich mich einfach unglaublich, mit meinen 27 Jahren unsere Fraktion deutlich zu verjüngen. Allenfalls kann ich noch etwas zu der von der jungen Mitte eingereichten Volksinitiative «Gesunde Jugend Jetzt!» beitragen, die zum Ziel hat, dass offener über psychische Erkrankungen gesprochen wird und dass es ein ausreichendes medizinisches Angebot und mehr Vorsorgemassnahmen gibt.
Können Sie sich denn auf Ihr neues Amt schon vorbereiten?
Definitiv, es laufen bereits zahlreiche organisatorische Vorbereitungen im Hintergrund, wie beispielsweise Gespräche mit Yvonne Bürgin, die ich führe. Sobald ich weiss, in welcher Kommission ich sitze, kann ich mich dann auch in Dossiers einlesen.
In regem Austausch stehen Sie auch seit je mit Ihrem Bruder, der für die Jungfreisinnigen politisiert. Spüren Sie Neid, dass Sie ihn auf der politischen Karriereleiter überholt haben?
Nein, ganz und gar nicht. Er freut sich für mich, verliess am Sonntag sogar die Wahlfeier der FDP, um bei mir und der Mitte vorbeizuschauen und mir zu gratulieren. Ich hatte einfach mehr Glück als er. Und für mich war es schon in Wetzikon einfacher, ins Stadtparlament gewählt zu werden, als für ihn in Zürich, wo er kandidierte. Ich hatte hier im Oberland, wo wir aufgewachsen sind, ein grösseres Umfeld, auf das ich zurückgreifen konnte. Mit meinem Bruder werde ich wie bis anhin den Austausch pflegen, egal, welches Amt ich innehabe. Zudem geht jeder seinen eigenen politischen Weg. Er präsidiert aktuell die Jungfreisinnigen des Kantons Zürich.
