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Nationalratswahlen: Die SP in Dübendorf im Aufwind

Nach den Wahlen: Während die SVP in Dübendorf auf der Stelle tritt, kann die SP zulegen.

Die SP-Sektionspräsidentin Susanne Schweizer kann sich zusammen mit ihrer Partei über ein gutes Ergebnis in Dübendorf freuen.

Foto: Marcel Vollenweider

Nationalratswahlen: Die SP in Dübendorf im Aufwind

Katerstimmung und Feierlaune

Während die SVP in Dübendorf auf der Stelle tritt, kann die SP zulegen. Die Grünen zeigen sich als grösste Verliererin gefasst. Derweil freut sich Nationalrat Martin Bäumle (GLP/GEU) trotz Verlusten seiner Partei über seine Wiederwahl.

Anders als auf eidgenössischer Ebene haben die Nationalratswahlen der SVP in Dübendorf keinen Erfolg beschert. Zwar ist sie mit 31,08 Prozent immer noch mit Abstand stärkste Partei, sie musste aber ein kleines Minus von 0,15 Prozentpunkten hinnehmen. Die Verluste der letzten Nationalratswahlen konnte sie damit nicht ausgleichen.

Ein Wermutstropfen für Patrick Walder, Präsident der SVP Dübendorf, der sich ansonsten sehr über den Wahlerfolg auf nationaler Ebene freut, wie er sagt. «Es wäre natürlich erfreulich gewesen, wenn wir die Verluste von 2019 in Dübendorf wieder hätten wettmachen können.»

Walder hat eine Vermutung, weshalb die Partei auf kommunaler Ebene auf der Stelle tritt. «Es scheint so, dass wir Neuzuzüger zu wenig gut erreichen. Das müssen wir verbessern.»

Doch die SVP stehe mit einem Wähleranteil von über 31 Prozent in der viertgrössten Stadt des Kantons immer noch sehr gut da, sagt Walder.

SP mit «Jositsch-Effekt»

Klar zugelegt hat hingegen die SP. Sie konnte den Wähleranteil in Dübendorf um 3,27 Prozentpunkte steigern und kommt auf 17, 94 Prozent. Sektionspräsidentin und Gemeinderätin Susanne Schweizer ist entsprechend zufrieden: «Das ist ein super Ergebnis!»

Der Erfolg sei aber insbesondere der Kantonalpartei zuzuschreiben, die im Abstimmungskampf «sehr gute Arbeit» geleistet habe. Zudem habe der «Jositsch-Effekt» und der «Mattea-Meyer-Effekt» gespielt, wie es Schweizer nennt. Die beiden populären SP-Vertreter hätten eine Zugkraft bis nach Dübendorf entwickelt.

Und dass Dübendorf immer urbaner werde, helfe der Partei sicherlich auch. «Typische SP-Themen wie bezahlbare Mieten, Krankenkassenprämien oder Gleichstellung haben immer mehr Gewicht.»

Ein bisschen Bauchschmerzen verspürt Schweizer dennoch: «Der Rechtsrutsch ist ein grosser Wermutstropfen.» Da müsse Gegensteuer gegeben werden. «Die Arbeit wird uns sicherlich nicht ausgehen.»

Bäumle zwischen «stolz» und «schwierig»

Die SP hat mit ihrem Erfolg auch die GLP/GEU überholt, die nur noch 15,54 Prozent der Stimmen vereint. Problemlos in den Nationalrat wiedergewählt wurde hingegen der Dübendorfer Finanzvorstand Martin Bäumle. Mit 74'301 Stimmen konnte er sich auf dem zweiten GLP-Listenplatz hinter Tiana Angelina Moser behaupten.

«Ich bin glücklich und stolz über das Resultat», sagt Bäumle. Schwieriger sei die Lage für die Partei, die er ja einst selber gegründet habe. Mit dem einen Sitzverlust auf kantonaler Ebene habe er zwar gerechnet. «Dass wir nun einen weitern verloren haben, ist aber ungerecht. Denn es war sehr knapp.»

Bäumle erhielt kantonsweit überdurchschnittlich viele Panaschierstimmen. Dazu sagt er: «Das Resultat zeigt, dass ich immer noch eine relativ breite Wählerschicht anspreche.»

Die zwei Hüte von Bäumle

Damit bleibt Bäumle weiterhin sein Doppelmandat erhalten. Seit nunmehr 20 Jahren sitzt der GLP/GEU-Politiker im Nationalrat und seit 25 Jahren im Stadtrat. «Solange ich in beiden Ämtern Spass habe und der Bevölkerung einen Mehrwert bringe, sehe ich keinen Grund, daran etwas zu ändern.»

Die Verlinkung der zwei Rollen würden zudem helfen, gewisse Projekte «auf eine gute Art» voranzutreiben. Als Beispiel nennt Bäumle den Innovationspark in Dübendorf. In diesem Fall habe er als Parlamentspolitiker in Bern Gesetze geschaffen, die er dann in der Stadtexekutive umsetzen könne.

Ein Mann am Mikrofon
Martin Bäumle spricht in der Herbstsession zur Grossen Kammer.

Mit grossem Abstand auf die Grünliberalen folgt die FDP. Diese hat leicht verloren. Um 0,55 Prozentpunkte sank die Partei in den Wähleranteilen und kommt neu auf 10,49 Prozent. In etwa dem gleichen Mass hat die Mitte zugelegt. Mit 9,80 Prozent spielt die Partei schon beinahe in der gleichen Liga.

Die «stabilen» Grünen

Wenig Grund zum Jubeln haben die Grünen. Nachdem sie bei den letzten Wahlen auf 10,24 Prozent kamen, folgt nun die Korrektur nach unten. Bei 7,41 Prozent steht die Partei nach dem Abstimmungssonntag.

Für Parteipräsident David Siems überwiegt erstmal die Enttäuschung über das kantonale Resultat: «Wir sind bedrückt über die Abwahl von Meret Schneider.» In Dübendorf sei vor dem Hintergrund der Gewinne von 2019 das Gesamtergebnis jedoch verkraftbar.

Zumal der Abwärtstrend schon erwartet worden und demnach auch wenig überraschend gewesen sei. Siems kann in der Entwicklung der Ortspartei gar Positives abgewinnen: «Wir halten uns in Dübendorf vergleichsweise stabil.»

Diese Stabilität führt er unter anderem auf eine unaufgeregte Parteipolitik zurück. Zudem wandle sich Dübendorf demografisch, etwa mit der Entwicklung des Hochbords, sagt Siems. «Mit dieser Urbanisierung sind auch grüne Themen stärker gefragt.»

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