SVP droht mit rechtlichen Schritten
Sozialdienst Pfäffikon
Der Sozialdienst des Bezirks Pfäffikon soll an einem Standort zusammengelegt werden – obwohl das Volk Nein gesagt hat. Nun steigt die SVP auf die Barrikaden.
Als «extrem hässlich» hatte selbst Lukas Weiss die aktuellen Pläne bezeichnet, den gesamten Sozialdienst an einem einzigen Standort zusammenzulegen. Lukas Weiss ist Präsident des Zweckverbands Soziales des Bezirks Pfäffikon und strebt genau diese Zentralisierung an.
Warum also die Wortwahl? Selbst Lukas Weiss ist nicht wirklich wohl beim Vorhaben seiner Behörde, die beiden Standorte in Pfäffikon zusammenzuführen. Denn im Februar 2020 hatten sich sämtliche Gemeinden im Bezirk und knapp 70 Prozent der Stimmbevölkerung gegen eine Zusammenlegung beziehungsweise gegen einen entsprechenden Kredit ausgesprochen.
Knapp vier Jahre später soll dieser Volksentscheid umgestossen werden. Die Exekutiven der zehn Verbandsgemeinden entscheiden bis Ende Jahr, ob der Sozialdienst des Bezirks an der Sophie-Guyer-Strasse 9 in Pfäffikon zusammengelegt wird.
No-Go für die SVP
Für die SVP ist das ein absolutes No-Go. «Mich stört das Vorgehen des Sozialdiensts und seines Präsidenten Lukas Weiss massiv», ärgert sich SVP-Bezirkspräsident Paul von Euw. Er kündigt vehemente Opposition gegen die Umzugspläne an und droht mit rechtlichen Schritten: «Das trotzige Durchsetzen eigener Ideen gegen den erklärten Volkswillen entspricht nicht den hiesigen Gepflogenheiten.»
Aktuell kläre man die rechtlichen Möglichkeiten ab, so von Euw: «Die Sache ist komplex, da es sich um einen Zweckverband handelt. Wir prüfen, ob wir das Budget oder das Vorgehen anfechten werden.»
Die SVP gehörte gemeinsam mit der GLP schon 2020 zu den Parteien, die sich entschieden gegen die Umzugspläne ausgesprochen und das Vorhaben an der Urne zum Scheitern gebracht hatten. Zu gross, zu teuer, lauteten damals die Argumente.
Von den zehn Verbandsgemeinden hat sich bisher erst Weisslingen zum Vorhaben geäussert. Der Gemeinderat lehnt das Vorhaben ab. Wenn fünf der zehn Gemeinden Nein sagen, bleibt alles beim Alten.