Sie werden immer mehr – und wollen gehört werden
Oberländer Senioren wollen nach Bern
Im 44-lagigen Listenberg für die Nationalratswahlen finden sich auch vier mit dem Prädikat «Senior». Sie sollen Stimmen für ihre Parteien sammeln, verfolgen aber ihre eigene Agenda.
Oskar Hartmann ist vorbereitet. Auf seinem Esstisch liegt ein Zeitungsartikel zu Martin von Aesch, dem letzten Leiter des bekannten Kinderchors Schlieremer Chind. Der 70-jährige Musiker, der bis zuletzt in Schulhäusern aufgetreten ist, war in der Stadt Zürich vor wenigen Monaten einer Alterslimite zum Opfer gefallen.
Nun, so steht es im Beitrag, wird diese nach erbosten Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit wieder aufgehoben. «Das ist doch ein gutes Beispiel dafür, dass es wenig Sinn macht, Seniorinnen und Senioren nach starren Kriterien auszuschliessen», findet Hartmann und lächelt süffisant.
Der 66-jährige Ustermer kandidiert auf Platz 33 der Seniorenliste der SP, der sogenannten SP 60+. Seine Wahlchancen tendieren damit gegen null, dessen ist er sich wohl bewusst. Es geht ihm also nicht um seine Person, sondern um die Sache.

