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Die fetten Jahre sind vorbei

Die Stadt wächst - und das hat Folgen. Rund 200 Millionen Franken muss und will Wetzikon bis 2027 investieren.

Die Stadt Wetzikon hat in den letzten Jahren einiges angespart: Jetzt wird investiert. (Archiv)

Foto: Fabio Meier

Die fetten Jahre sind vorbei

Schwarze Null in Wetzikon

Die Stadt Wetzikon budgetiert für 2024 einen minimalen Überschuss. Doch auf die Stadt kommen hohe Investitionen zu.

Bei einem Umsatz von 317,7 Millionen Franken rechnet die sechstgrösste Stadt im Kanton für 2024 mit einem Überschuss von 162'800 Franken. Das ist gegenüber dem Budget 2023 eine Verschlechterung von 4,7 Millionen Franken, gegenüber 2022 sogar von 12,6 Millionen.

Der Grund, dass unter dem Strich ein kleiner Gewinn resultiert, ist ein Ressourcenausgleich von 53,6 Millionen Franken. Noch nie ist so viel Geld aus dem kantonalen Finanzausgleich nach Wetzikon geflossen.

Für 2024 sieht der Wetziker Stadtrat eine Neuverschuldung von 33 Millionen Franken vor. Aktuell belaufen sich die langfristigen Schulden der Stadt Wetzikon auf 67,1 Millionen Franken.

«Die Budgetverantwortlichen werden auch 2024 gefordert sein, auf eine sparsame und effektive Ausgabenpolitik zu achten», schreibt sich die Stadt in ihrer Medieninformation gleich selbst ins Pflichtenheft.

Trotz den eher verhaltenen Aussichten beantragt der Stadtrat dem Parlament, den Steuerfuss unverändert auf 119 Prozent festzulegen. Für die städtischen Angestellten ist ein Teuerungsausgleich von 2,2 Prozent budgetiert.

«Wir möchten und wir müssen investieren»

Auf die Stadt Wetzikon warten in den kommenden Jahren hohe Investitionen. Die Sanierung und Erweiterung verschiedener Schulanlagen, der Bau eines Fernwärmenetzes und weitere Infrastrukturprojekte stehen an oder sind bereits im Gange.

Eine Frau im Business-Look argumentiert an einer Podiumsdiskussion.
«Wetzikon wächst jedes Jahr um rund 400 Menschen. Diesem Wachstum müssen wir gerecht werden»: Sandra Elliscasis ist in Wetzikon für die Finanzen und die Immobilien verantwortlich.

«Wir möchten investieren und wir müssen es auch», sagt Stadträtin Sandra Elliscasis, die für die Finanzen und die Immobilien der Stadt verantwortlich ist, und macht ein Beispiel: «Wir wussten vor den Sommerferien nicht, dass wir nach den Sommerferien 60 Kinder neu einschulen mussten. Wetzikon wächst jedes Jahr um rund 400 Menschen. Diesem Wachstum müssen wir gerecht werden.»

Geld für die Investitionen ist vorhanden. Im Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2022 lag der Selbstfinanzierungsgrad der Stadt bei 234 Prozent. Diese «fetten Jahre», so Sandra Elliscasis, würden der Stadt die Möglichkeit verschaffen, jetzt in ihre Zukunft zu investieren.

Mit dem Budget wird sich das Wetziker Parlament befassen wie auch mit dem Finanz- und Aufgabenplan 2023 bis 2027. Hier geht der Stadtrat mittelfristig von intakten Konjunkturaussichten aus – verbunden mit neuen Unsicherheiten in den Bereichen Energie, Immobilien/Banken sowie beim Ukraine-Krieg. Belastend wirken sich auch die vorübergehend höhere Teuerung sowie die gestiegenen Zinsen aus.

Investitionen von 198 Millionen Franken bis 2027

Mit total 198 Millionen Franken ist bis 2027 ein hohes Investitionsvolumen vorgesehen. Davon kann die Stadt Wetzikon 79 Millionen Franken selbst finanzieren, was im Steuerhaushalt zu einem Haushaltsdefizit von 119 Millionen führt. Das Nettovermögen reduziert sich bis zum Ende der Planung auf 12 Millionen Franken.

Schlaflose Nächte habe sie deswegen nicht, sagt Finanzchefin Elliscasis: «Der Finanzplan ist eine rollende Planung und in erster Linie ein Steuerungsinstrument. Das bedeutet nicht, dass wir alle Investitionen auch in dieser Periode vornehmen können. Es kann immer Verzögerungen geben – sei es durch Einsprachen, sei es durch Ablehnung im Parlament oder an der Urne.»

Erfreulich sind die Aussichten in der Erfolgsrechnung. Diese kann die Stadt Wetzikon laut ihrer Planung auch ohne ausserordentliche Erträge in den nächsten Jahren ausgeglichen gestalten. Zur Erzielung der angestrebten, durchschnittlich hohen Selbstfinanzierung (Selbstfinanzierungsanteil 10 Prozent) sind Verbesserungen von jährlich 4 Millionen Franken nötig.

Der Stadtrat schreibt in seiner Mitteilung von «Massnahmen auf der Aufwandseite», also Einsparungen, «oder es fallen höhere Erträge wie beispielsweise Grundstückgewinnsteuern an».


Was die Parteien zum Budget 2024 sagen, lesen Sie hier.

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