Hinwil will die Neugestaltung des Gemeindeplatzes anpacken
Mitwirkung der Bevölkerung
Ob Tiefgarage, neuer «Hirschen»-Saal oder freie Fläche – die Bevölkerung soll ihre Ideen für den zentral gelegenen Platz aktiv einbringen.
Ein grosser Platz an zentraler Lage – nicht jede Gemeinde verfügt über ein solches Privileg. Dessen ist man sich in Hinwil bewusst. «Der Gemeindeplatz ist für Hinwil eine grosse Chance», sagt Thomas Mauchle, Leiter der Abteilung Bau und Planung.
Noch aber liegt der Hinwiler Gemeindeplatz in einem Dornröschenschlaf. Auto an Auto reiht sich auf der grauen Asphaltfläche. Nur selten lebt der Platz kurz auf, so etwa an der bald wieder stattfindenden Chilbi.
Die Gemeinde will den Ort mit dem grossen Potenzial nun sanft wach küssen. Im März hat der Gemeinderat beschlossen, die Neugestaltung und die Sanierung aktiv anzugehen. Damit packt er ein Dossier an, das zuletzt etwas in der Schublade verstaubte.
Wie genau der Gemeindeplatz künftig aussehen und wie er genutzt werden soll, ist allerdings noch weitgehend offen. Bisher liegt erst eine Machbarkeitsstudie für den Bau einer Tiefgarage vor.
Die Anzahl der oberirdischen Parkplätze soll erhalten bleiben, sagt Mauchle. Zudem soll geprüft werden, ob ein Ersatz des «Hirschen»-Saals auf dem Platz infrage kommt.
Diesen Auftrag hatte die Gemeinde vor vier Jahren erhalten, als sich die Gemeindeversammlung im Sinne des Gemeinderats gleichzeitig für eine Minimalsanierung des bisherigen Saals ausgesprochen hatte. Im «Hirschen»-Saal finden neben den Gemeindeversammlungen auch zahlreiche weitere Veranstaltungen statt.
Alle Optionen auf dem Tisch
Ob aber tatsächlich ein neuer Veranstaltungssaal auf dem Gemeindeplatz stehen wird, ist derzeit noch offen. Die Gemeinde will nun die Bevölkerung mit einem Partizipationsprozess eng in die Ausarbeitung eines Konzepts für den Gemeindeplatz einbeziehen und deren Bedürfnisse abholen. Visionen für den Platz sind gefragt. Alle bisherigen Ideen stehen nochmals zur Debatte.
Auch für den möglichen Ersatzneubau des «Hirschen»-Saals wünsche sich die Gemeinde nochmals eine Bestätigung durch die Bevölkerung, sagt Mauchle. Wegen anderer Prioritäten – wie etwa der bald abgeschlossenen Grossbaustelle auf Hinwils Strassen – sei das Projekt bisher nicht weiterbearbeitet worden.
Zukunft steht in den Sternen
Entstehen soll nun eine sogenannte Sternenkarte Zürcher Oberland, die auf dem Konzept des Partizipationsprozesses «Café des Visions» basiert. Die Gemeinde arbeitet dafür mit der Standortförderung Zürioberland zusammen.
«Als mobiler Dorfplatz mit Fahrrad und Anhänger zieht ‹Café des Visions› durch den öffentlichen Raum», erklärt Thomas Mauchle den Prozess. Die Bevölkerung sei eingeladen, ihre Wünsche zu formulieren und sie beispielsweise skizzenhaft auf dem Asphalt oder auf einem Whiteboard festzuhalten. Alle Beiträge werden dann in der Sternenkarte festgehalten.
Bereits während der Ausarbeitung des neuen Nutzungskonzepts erhofft sich die Gemeinde durch Pop-up-Veranstaltungen den Gemeindeplatz zu einem Treffpunkt entwickeln zu können. Er soll schon jetzt etwas mehr sein als nur eine Parkplatzbrache.
Ein erstes «Café des Visions» soll am nächsten Fiirabigmärt am Freitag, 6. Oktober, stattfinden. Die Stände werden neu auf dem Gemeindeplatz aufgestellt. Die Gemeinde erwartet, dass die Grundlagenarbeiten noch in diesem Winter abgeschlossen werden. 2024 sind dann Workshops zur Vertiefung geplant.