Weisslingen will keine Windräder
Antwort auf Kantonspläne
Der Gemeinderat stellt den Bau von Windrädern generell infrage. Auch ein privates Projekt konnte nicht überzeugen.
Im Gebiet Furtbühl auf dem Gemeindegebiet von Weisslingen könnte dereinst ein Windrad zu stehen kommen. Es ist eines jener Potenzialgebiete, die der Kanton für den Eintrag in den Richtplan prüft.
Die Gemeinde Weisslingen erachtet den Standort Furtbühl als ungeeignet, wie sie nun mitteilt. In dem betroffenen Gebiet befänden sich eine Ried- und Sumpfwiese sowie ein kommunales Feuchtgebiet. Kritisch seien auch die Waldrodungen, die für den Bau eines Windrads nötig seien.
«Für den Gemeinderat ist es unverständlich, dass der Kanton auf der einen Seite durch diverse Gesetze und Verordnungen wertvolle Landschaften schützt, auf der anderen Seite jedoch Grossanlagen in gerade schützenswerten Gebieten installieren will», schreibt die Gemeinde.
Weiter stört sich der Gemeinderat an den Auswirkungen auf das Landschaftsbild. «Die Attraktivität unserer Gemeinde liegt in der weitgehend schönen und intakten Natur», meint Gemeindepräsident Pascal Martin (SVP) auf Anfrage. Hier würden gegenläufige Schutz- und Nutzungsinteressen aufeinandertreffen.
Auch privates Projekt stösst auf Ablehnung
Windradpläne gibt es in Weisslingen allerdings nicht nur von kantonaler Seite. Der Förderverein Windenergie von Ingenieur Philip Holoch möchte die Bevölkerung von Weisslingen und Russikon ebenfalls für ein Windrad begeistern. Die Vision: sämtliche Haushalte der beiden Gemeinden mit Windenergie zu versorgen.
Anklang bei der Gemeinde haben auch die Pläne von Philip Holoch nicht gefunden. «Wir lehnen Windräder auf unserem Gemeindegebiet unisono ab», schreibt Gemeindepräsident Pascal Martin.
Holoch habe das Projekt vor einiger Zeit dem Gemeinderat vorgestellt. «Er konnte uns damit überhaupt nicht überzeugen», sagt Martin. Auch das private Windrad würde die Attraktivität der Gemeinde nachhaltig beeinträchtigen.
Der Gemeinderat stellt ganz generell infrage, ob der Bau von Windrädern der richtige Weg ist, um die Klimaziele zu erreichen. Er zweifelt neben den Bedenken um den Landschafts- und Naturschutz auch den wirtschaftlichen Betrieb der Windräder sowie das Kosten-Nutzen-Verhältnis durch den Bau an.
