Nur zwei Oberländer FDP-Kandidaturen für Bern
Nationalratswahlen 2023
Ganze 2 von 36 Listenplätzen für den Nationalrat nehmen bei der FDP Oberländer ein. Kein Problem, heisst es bei den Verantwortlichen. Es gibt aber auch Versäumnisse.
Auf den aktuellen Nationalratslisten der grossen Parteien sind die Oberländerinnen und Oberländer gut bis sehr gut vertreten. Zwischen fünf und neun Kandidaturen stammen jeweils aus der Region. Nur gerade zwei – eine Frau und ein Mann aus dem Bezirk Uster – haben es dagegen bei den Freisinnigen auf die Liste geschafft.
Schon vor vier Jahren war der Anteil der FDP-Vertreter aus den Bezirken Hinwil, Pfäffikon und Uster mit drei Männern und einer Frau recht tief, fiel aber gegenüber den anderen Parteien nicht derart ab. Gibt es ein Problem zwischen den Oberländer Freisinnigen und der kantonalen Partei?
Kaum Rückmeldungen
Reinhard Hirzel, Präsident der FDP Bezirk Hinwil, winkt ab. «Wir haben während der Nominationsphase eine Umfrage bei den lokalen Sektionen gemacht. Aber da kam wenig zurück», begründet Hirzel die Absenz von Kandidaturen aus dem Bezirk Hinwil. Ein Kandidat sei zwar gemeldet worden, doch habe sich dieser kurz vor Abschluss der Liste aus beruflichen Gründen zurückgezogen.
Selbstkritisch merkt Hirzel aber an, dass die Kandidatensuche im Bezirk diesmal zu kurzfristig angegangen worden sei: «Bei den nächsten Wahlen wollen wir den Nominationsprozess frühzeitig angehen.» Es sei zwar schade, dass sie keine eigene Kandidatur stellen könnten, aber: «Die FDP hat als Ganzes ja eine gute Liste – und das ist wichtig.»
Andere Situation in vier Jahren
Ähnlich argumentiert Andreas Juchli, Präsident der FDP Bezirk Pfäffikon und seit 2022 im Kantonsrat: «Wir haben nicht die Erwartung, dass jeder Bezirk auf der Liste vertreten ist.» Essenziell sei, dass jene, die es auf die Liste schafften, sich im Wahlkampf auch voll engagierten.
Sie hätten auf Bezirksebene durchaus genügend und vor allem auch gute FDP-Vertreter. Diese würden sich vorläufig aber auf die Arbeit auf kommunaler und kantonaler Ebene fokussieren. «In vier Jahren wird das aber anders aussehen», kündigt Juchli an.
Unterstützung für Nachbarinnen
Zudem unterstreicht Juchli, dass es viel wichtiger sei, gute Kandidatinnen aus der Nachbarschaft zu unterstützen. Und dabei erwähnt der Arzt explizit die Volketswilerin Raffaela Fehr, die vom 12. Platz aus ins Rennen geht, oder die Stadtzürcherin Bettina Balmer, die wie er in der Medizin tätig ist. Balmer ist auf dem aussichtsreichen fünften Platz.
«Wir stellen bei uns lieber Plakate für jene auf, die vorne auf der Liste sind und gute Wahlchancen haben, als einfach für Vertreter aus dem Bezirk.»
Ex-Oberländer vorne dabei
Ein kleiner Trost bleibt den Oberländer Freisinnigen: Vor vier Jahren wurde Andri Silberschmidt überraschend als jüngstes Mitglied der 51. Legislaturperiode in den Nationalrat gewählt. Der mittlerweile 29-Jährige, der in Zürich wohnt, hat seine Wurzeln im Oberland.
Der ehemalige Gossauer gründete die Jungfreisinnigen Bezirk Hinwil. Und auf dem jetzigen vierten Listenplatz hat Silberschmidt am 22. Oktober sehr gute Chancen auf eine Wiederwahl.
