Abwärme soll Gas und Öl ersetzen
Energieverbund in Illnau-Effretikon
Die Energie 360° AG und die Stadt Illnau-Effretikon unterschreiben einen Zusammenarbeitsvertrag.
Die Stadt Illnau-Effretikon macht vorwärts im Hinblick auf den geplanten Wärmeverbund in den Quartieren Vogelbuck und Watt in Effretikon. Nachdem der Stadtrat Anfang Jahr den Auftrag für den Aufbau an die Energie 360° AG vergeben hatte, haben die Stadt und das Unternehmen per 1. Juli einen entsprechenden Zusammenarbeitsvertrag unterzeichnet. Das Vorprojekt werde «mit hoher Priorität entwickelt», heisst es in einer Mitteilung vom Montag dazu.
Haupteigentümerin von Energie 360° ist die Stadt Zürich. Das Unternehmen wird in Effretikon als Energie-Contractor auftreten. Anders als beim geplanten Wärmeverbund beim Eselriet, den die Stadt selbst betreiben will, liegt das finanzielle Risiko somit nicht bei der Stadt, wie Alex Herzog, Fachverantwortlicher Energie, auf Anfrage erklärt.

Für die Wärmeversorgung solle möglichst das Potenzial von Abwärmequellen genutzt werden – «ganz im Sinne der kantonalen Energiepolitik». Die Wärmezentrale ist bei der Abwasserreinigungsanlage Mannenberg vorgesehen, die Konzeptplanung sei aber noch im Gange.
Abkehr von fossil betriebenen Heizungen
Mit dem Energieverbund in den beiden Quartieren möchte die Stadt die Transformation von fossil betriebenen Heizungen hin zu erneuerbaren Energien rasch vorantreiben. «Da ein Grossteil des geplanten Wärmenetzes deckungsgleich mit dem bestehenden Gasnetz ist, schlagen wir damit gleich zwei Fliegen», so Alex Herzog. Dieses wird aktuell ebenfalls von der Energie 360° AG betrieben.
Die Pläne des Stadtrats sehen zudem vor, auch einzelne grössere Liegenschaften ausserhalb des eigentlichen Versorgungsgebiets, wie zum Beispiel das Alters- und Pflegezentrum Bruggwiesen sowie das Stadthaus, an den Energieverbund anzuschliessen. Auch privaten Wärmebezügerinnen und -bezügern stehe diese Option grundsätzlich offen. Gemäss Alex Herzog sind im Spätherbst Infoveranstaltungen für die breite Öffentlichkeit geplant. Interessierte könnten sich aber gern auch bereits jetzt direkt an ihn oder via E-Mail martin.nydegger@energie360.ch an Martin Nydeggevon Energie 360° wenden.
«Unser Ziel ist es, dass Grundeigentümerinnen sowie die Gewerbebetriebe im Einzugsgebiet möglichst bald Planungssicherheit für den Fernwärmeanschluss erhalten.» So könne Energie 360° beispielsweise auch Übergangslösungen bereitstellen, falls eine alte Ölheizung vorzeitig ausfallen sollte. Mit dem Bau der Heizzentrale und der Leitungen soll bis Ende 2024 begonnen werden.