Das sagen die Parteien
Alles gut in Bubikon?
In der Gemeinde Bubikon hat sich alles beruhigt. Stimmt das? Die politischen Parteien hatten stets ein kritisches Auge auf Gemeinderat und Verwaltung. Jetzt kommen die Parteipräsidenten zu Wort.
> > Passend zum Thema: Das Interview mit dem Bubiker Gemeindepräsidenten Hans-Christian Angele (FDP)
Wie hat sich die Zusammenarbeit zwischen dem Gemeinderat und den politischen Parteien entwickelt?
Emanuel Armbruster (Die Mitte): Grundsätzlich positiv. Heutzutage ist eine Kommunikation auf Augenhöhe die Regel, und wir Parteien werden als Partner anstatt als Gegner betrachtet. Besonders möchte ich die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Gemeindeschreiber Urs Tanner erwähnen. Durch die frühzeitige Information und Einbindung der Parteipräsidentinnen und Parteipräsidenten in bestimmte Prozesse hat sich das Verhältnis weiter verbessert. Insgesamt hat sich die Situation normalisiert, und ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit der neuen Personen im Gemeinderat und in der Verwaltung.
Pablo Länzlinger (FBV): Die Zusammenarbeit zwischen dem Gemeinderat und den Parteien ist gut. Im Frühjahr hat der Gemeinderat die Parteispitzen zu einem Informationsaustausch eingeladen. Ich habe den Eindruck erhalten, dass Aufgaben strukturiert und zügig angegangen werden sollen und dass der Gemeinderat den Dialog mit den Parteien pflegen will.
Jacqueline Bachmann (EDU): Die EDU nahm erst ab Anfang 2021 wieder aktiv am Geschehen teil und kann daher nicht ausreichend Auskunft über den Entwicklungsprozess geben. Die momentane Zusammenarbeit zwischen dem Gemeinderat und den Parteien schätzen wir jedoch als gut ein.
Harry Letsch (FDP): Zwischen dem Gemeinderat und den Parteien findet ein offener und konstruktiver Austausch statt. Themen werden frühzeitig angesprochen, und es kann eine gegenseitige Meinungsbildung stattfinden, was für die weitere Bearbeitung der Themen hilfreich sein kann.
Was ist besser als früher? Was allenfalls schlechter?
Armbruster: Im Vergleich zu früheren Zeiten ist die Kommunikation zwischen dem Gemeinderat und den politischen Parteien deutlich verbessert worden. Früher gab es ein Gefühl der Distanz oder der mangelnden Einbindung, was zu Konflikten führte. Jetzt werden unsere Anliegen ernst genommen und gehört. Dies hat zu einem besseren Verständnis beigetragen. Insgesamt habe ich keine wesentlichen negativen Aspekte festgestellt.
Länzlinger: Der Gemeinderat kommuniziert offen und transparent. Das zeigt sich an den Gemeindeversammlungen und an den Info-Veranstaltungen für die Bevölkerung. Auch über die Gemeinde-Website ist man stets gut informiert.
Letsch: Die Gemeindestrategie 2035 wurde uns Parteien vorgestellt und ist öffentlich zugänglich. Dies hilft für ein gemeinsames Verständnis bei neuen Themen und Projekten sowie der Herleitung und Zielsetzung von diesen Themen.
Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für die Gemeinde?
Armbruster: Aus meiner Sicht liegt die aktuell grösste Herausforderung für die Gemeinde im Bereich der nachhaltigen Entwicklung der Schulgebäude und von deren Finanzierung, ohne dabei die Bürgerinnen und Bürger durch höhere Steuern wesentlich zu belasten. Jedoch bin ich zuversichtlich, dass unser Gemeinderat eine vernünftige und gerechte Lösung präsentieren wird.
Thomas Illi (EVP): Die grösste Herausforderung für die Gemeinde ist dieselbe wie in der vergangenen Legislatur: Wie kann Bubikon den immensen Investitionsbedarf (Schulraum, Werkhof usw.) finanziell stemmen? Der neue Gemeinderat hat bereits klar eingeräumt, dass auch er kein anderes Rezept dafür kennt als der frühere Rat: Steuererhöhungen.
Länzlinger: Das sind die bekannten grossen Investitionen, welche anstehen. Auch hier informiert der Gemeinderat proaktiv und transparent.
Bachmann: Die budgetintensiven Investitionen in den nächsten Jahren werden die Gemeinde sicherlich stark beschäftigen.
Letsch: Die grösste Herausforderung ist in den kommenden Jahren die Liegenschaftenstrategie mit der zeitlichen Planung der Umsetzung, der Finanzierung und der Entwicklung des Steuerfusses. Auch das REL (Räumliches Entwicklungsleitbild) zusammen mit dem Projekt «Fernwärme» ist wegweisend und beeinflusst die zukünftige Entwicklung der Gemeinde.
Nicht alle Parteipräsidentinnen oder -präsidenten antworteten auf alle Fragen. Thomas Illi (EVP) wollte auf die ersten beiden Fragen nicht antworten, weil er damals selber im Gemeinderat war. Seraina Billeter (SVP) ist aktuell Gemeinderätin und wollte deshalb keine Stellung nehmen.
