Ustermer Stadtrat will Friedhofsgebäude sanieren
Teure Baumassnahmen
Im Dienstgebäude und der Abdankungshalle braucht es mehr Platz und zusätzliche Büros. Doch das Projekt wird fast doppelt so teuer wie ursprünglich geplant.
In den Dienstgebäuden des Friedhofs Uster gibt es nicht mehr genügend Platz. «Der Bedarf an Kühlplätzen für die Zeit der Aufbahrung ist nicht mehr gedeckt», heisst es im Projektbeschrieb, der die Umnutzung und Sanierung des Dienstgebäudes vorsieht.
Das Dienstgebäude und die Abdankungshalle befinden sich beide noch im Originalzustand von 1966. Damals sind sie vom Architekten Oskar Bitterli erbaut worden.
Der Bedarf an Räumen für den Betrieb und die Mitarbeitenden des Friedhofs habe sich zudem in den letzten Jahren stark verändert, heisst es im Beschrieb weiter.
Es fehlt unter anderem an Büros und Computerarbeitsplätzen. Auch nach Geschlechtern getrennte Garderoben würden fehlen. Nun ergibt sich die Möglichkeit, die nötigen Anpassungen vorzunehmen: «Durch die Pensionierung und den Auszug des langjährigen Friedhofleiters aus der Dienstwohnung steht diese für eine Umnutzung und Erweiterung des Betriebstrakts zur Verfügung.»
Denkmalpflegerisches Gutachten
Kosten sollen die Baumassnahmen 3,68 Millionen Franken. In der ursprünglichen Investitionsplanung von 2021 waren noch 1,95 Millionen Franken vorgesehen. Damit wird das Projekt rund 1,73 Millionen Franken teurer. Das ist beinahe eine Verdoppelung. Der Stadtrat hat den Baukredit dennoch bewilligt und eine entsprechende Weisung an den Gemeinderat übergeben.
Die happigen Mehrkosten seien einerseits durch die Vorgaben für die Gebäudestandards sowie durch die denkmalpflegerischen Auflagen zu erklären, hält der Stadtrat fest.
Die Stadt hatte im Vorfeld ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses ergab, dass sowohl das Dienstgebäude als auch die Abdankungshalle in ihrem inneren und äusseren Erscheinungsbild erhalten bleiben sollen.
Nachhaltiger Ausbau
An den Fassaden sind entsprechend nur minimale Eingriffe geplant, auch die Gebäudestruktur soll unverändert bleiben. Die ehemalige Wohnung soll zu Büro-, Sitzungs- und Aufenthaltsräumen umgenutzt werden. Im Betriebstrakt sollen zusätzliche Kühlplätze entstehen.
Weiter sind eine brandschutzkonforme Treppe sowie allfällige Schadstoffsanierungen vorgesehen. Eine Photovoltaikanlage ist aus denkmalpflegerischer Sicht auf dem Dach nicht möglich, heisst es. Dafür soll statt mit Öl künftig mit einer Wärmepumpe geheizt werden.
Der Ustermer Gemeinderat wird sich Anfang September mit dem Projekt befassen. Sollte die Baubewilligung erteilt werden, ist der Baustart im Dezember 2023 geplant.
