Uster bringt Asylsuchende im ehemaligen Alterszentrum unter
Bezug ab September
Nach der Erhöhung der Aufnahmequote arbeitete die Stadt Uster mit Zwischenlösungen. Nun hat sie mit der Liegenschaft Rosengarten eine längerfristige Unterkunft gefunden.
Per Anfang Juni hatte der Kanton Zürich die Asylaufnahmequote von 0,9 auf 1,3 Prozent der Bevölkerung erhöht. Die Anpassung stellt für viele Gemeinden nach wie vor eine Herausforderung dar. So auch für die Stadt Uster. Sie muss zusätzlich 140 Personen aufnehmen.
Im April hatte sie als Zwischenlösung den Kauf von Modulbauten bei der Stiftung Wagerenhof präsentiert. Zudem wurden Geflüchtete in angemieteten Wohnungen untergebracht. Diese Wohnverhältnisse waren allerdings befristet. Sozialvorsteherin Petra Bättig (FDP) kündigte aber schon damals an, dass die Stadt nach langfristigen Lösungen suche.
Nun scheint eine solche gefunden zu sein. Die Stadt Uster kann ab September die Liegenschaft Rosengarten mieten, die sich im Besitz der Stadt Zürich befindet, wie aus einer Mitteilung der Stadt hervorgeht. «Der Mietvertrag läuft über fünf Jahre», konkretisiert Stadträtin Petra Bättig.
Er kann aber auch vorzeitig gekündigt werden. «Die Erhöhung der Aufnahmequote kam relativ kurzfristig. Ebenso schnell kann sich die Situation wieder ändern, sollte der Krieg in der Ukraine enden», sagt Bättig.
Umzug aus bestehenden Unterkünften
Überhaupt möglich wurde der Mietvertrag, weil das Alterszentrum auf Ustermer Stadtgebiet an der Aathalstrasse per Ende Juni seinen Betrieb einstellte. Aktuell zügeln die Bewohnerinnen und Bewohner in ein Heim nach Zürich-Seebach.
Ab September stehen das Haupthaus und das Nebenhaus Linde deshalb leer. Im Haupthaus soll auf zwei Etagen je eine Wohngruppe für Schutzsuchende eingerichtet werden.
Im Haus Linde sind Kleinwohnungen für Familien geplant. Für die neue Nutzung seien nur geringfügige bauliche Änderungen nötig. «Wir rechnen mit einem schnellen Bezug im September», sagt Petra Bättig.
Bereits vorgesehen ist der Umzug der Asylsuchenden aus der Siedlung Zelgstrasse, die wegen eines geplanten Neubaus nicht mehr zur Verfügung steht.
Ausserdem sollen auch jene Geflüchteten im Rosengarten Platz finden, die bisher im Stadthaus untergebracht waren. Dadurch könne die Verwaltung dieses langfristig wieder nutzen, schreibt die Stadt.
Entlastung für lokalen Wohnungsmarkt
Die oberen Geschosse des Rosengarten-Haupthauses stellt die Stadt Uster in Untermiete dem Kantonalen Sozialamt zur Verfügung. In jenem Teil des Gebäudes sollen jugendliche Geflüchtete unter 18 Jahren in Wohngruppen untergebracht werden.
Für die Stadt würden sich durch die Zusammenarbeit mit dem Kanton mehrere Vorteile ergeben. Einerseits sei eine Rundum-Betreuung gewährleistet, wodurch die Kosten für die Stadt gesenkt würden.
Andererseits würden jene Personen, die durch den Kanton betreut würden, ebenfalls der Aufnahmequote von Uster angerechnet.
Durch die freien Plätze im ehemaligen Alterszentrum könne die Stadt auf eine teure und betreuungsintensive Unterbringung von Asylsuchenden in Zivilschutzanlagen verzichten. Ausserdem werde auch der derzeit angespannte Wohnungsmarkt in der Stadt nicht zusätzlich belastet. Für Sozialvorsteherin Petra Bättig ist deshalb klar: «In der aktuellen Lage ist die Liegenschaft Rosengarten für die Stadt Uster ein Glücksfall.»
Die Stadt Uster informiert die Bevölkerung am Mittwoch, 23. August, über die geplante Umnutzung des Alterszentrums Rosengarten. Die Veranstaltung findet ab 19 Uhr im Gemeinderatssaal statt.