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Ustermer Stadtrat sieht kein Führungsproblem in der Bauabteilung

Zwar hat die Stadt einen neuen Abteilungsleiter gefunden – bei alten Projekten kann es aber dennoch zu Verzögerungen kommen. Deshalb.

Bauen in Uster: Die FDP und die Mitte sehen ein Führungsproblem bei der Abteilungsleitung. (Symbol)

Foto: Annette Saloma

Ustermer Stadtrat sieht kein Führungsproblem in der Bauabteilung

Antwort auf Anfrage

Frühjahr 2023: Die Leiterin der Abteilung Bau kündet, wenige Wochen später ihr Stellvertreter. Die FDP und die Mitte fragten beim Stadtrat nach den Gründen.

Die Abteilung Bau: In einer Anfrage an den Ustermer Stadtrat nannte die Fraktion FDP/Die Mitte die Abteilung eine der «zentralsten Organisationseinheiten der Stadt». Und verlieh ihrer Sorge Ausdruck.

Der verkündete Abgang der Abteilungsleiterin Fabienne Chappuis im Januar sowie der ihres Stellvertreters, des Stadtplaners Patrick Neuhaus, nur wenige Wochen später führten zu Fragen zur «aktuellen kurzfristigen Sicherstellung der Führung der Abteilung, aber auch zur Führungsorganisation und -kultur».

Dies, weil die beiden Kündigungen nach dem Abschied des langjährigen Abteilungsleiters bereits der zweite und dritte Austritt auf der höchsten Führungsstufe seien.

Das sind die wichtigsten Antworten des Ustermer Stadtrats zum «Exodus auf der Geschäftsleitung Abteilung Bau»:

In der Medienmitteilung vom 25. Januar hiess es, die Leiterin der Abteilung habe aufgrund «unterschiedlicher Auffassungen in der strategischen Ausrichtung der Abteilung Bau» nach lediglich acht Monaten ihre Kündigung eingereicht. Worin bestanden die Differenzen und zwischen wem?

Gemäss Stadtrat kann hierzu aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Auskunft gegeben werden. Auch hält der Stadtrat fest, dass die beiden nur wenige Wochen nacheinander erfolgten Austritte jeweils unterschiedlich begründet worden sind.

Mit dem Antritt von Fabienne Chappuis wurde die Abteilung reorganisiert. Erachtet das die Stadt als Fehler?

Nein, so die Antwort des Stadtrats. Die Trennung der bisherigen Doppelfunktion Abteilungsleitung/ Geschäftsfeldleitung habe sich bewährt und werde so beibehalten.

Wie hoch sind die Kosten, die für die sogenannten Assessmentverfahren – mehrstufige Evaluationsprozesse – in der Stellenbesetzung anfallen?

Die Kosten für das erfolgreich abgeschlossene Verfahren der Abteilungsleitung Bau liegen bei 21’000 Franken. Für das aktuell laufende Verfahren zur Neubesetzung der Position Stadtplanerin/Stadtplaner hat der Stadtrat einen Kredit von maximal 32’000 Franken bewilligt. Die effektiven Kosten sind vom Verlauf des Verfahrens abhängig und sind noch nicht bekannt.

Wie lange rechnet der Stadtrat mit einer Vakanz?

Die Stelle der Abteilungsleitung konnte per 1. Oktober dieses Jahrs erfolgreich wieder besetzt werden. Seit April nehme ein externer Springer die Funktion des Abteilungsleiters ad interim mit einem Pensum von 40 bis 50 Prozent wahr, womit ein «Kernbetrieb wie auch ein nahtloser Übergang und Wissenstransfer zur neuen Abteilungsleitung» gewährleistet seien. Der Stadt entstünden dabei keine Mehrkosten, da seit dem Austritt der ehemaligen Abteilungsleiterin Ende Januar für diese keine Lohnkosten mehr anfielen.

Wie sieht es mit der Stellvertretung aus?

Die Stelle des Stadtplaners/der Stadtplanerin ist aktuell ausgeschrieben. Verläuft das Rekrutierungsverfahren nach Plan, sollte der Stadtrat im Juli die Neuanstellung beschliessen können. Je nach Kündigungsfrist beziehungsweise Gestaltung des Stellenantritts erfolgt dieser dann zwischen Oktober und Dezember 2023.

Wie hoch waren in den letzten vier Jahren die jährlichen Kosten in der Abteilung Bau für externe Aushilfen und Springer aufgrund mangelnder Ressourcen?

Neben dem gegenwärtigen Springereinsatz kam es gemäss Stadtrat nur im Bereich Forst zu einem weiteren Einsatz einer temporären Aushilfe. Nach der Kündigung des damaligen Stadtförsters konnte 2022 die Stelle nicht umgehend mit einer geeigneten Person besetzt werden. Deshalb kam während vier Monaten ein Springer zum Einsatz. Die Kosten dafür beliefen sich netto auf 16’800 Franken, da die Entschädigung zum grössten Teil durch die Lohnkosten der vakanten Stelle des Stadtförsters finanziert werden konnte. Der Springer wurde Anfang 2023 als neuer Stadtförster angestellt.

Welche Kosten sind zur Abarbeitung von Baugesuchen entstanden?

Der Stadtrat führt aus, dass in der Leistungsgruppe Baubewilligungen der Stellenplan zwischen 2021 und 2023 um 1,5 Stellen erhöht werden musste – wegen der gestiegenen Anzahl von Baugesuchen. Zudem musste wegen aufgelaufener Baugesuche zwischen 2020 und 2022 ein sogenanntes externes Überlastmandat vergeben werden. Dafür entstanden Kosten in Höhe von 425’000 Franken. Diesen stehen aber entsprechende Gebühreneinnahmen gegenüber.

Wie wird der weitere Verlauf wichtiger Projekte nach dem Austritt des Stadtplaners sichergestellt?

«Die laufenden Projekte im Geschäftsfeld Stadtraum und Natur wurden gemeinsam mit dem austretenden Stadtplaner und seinem Team priorisiert und neuen Projektleitenden zugeteilt», heisst es in der Antwort des Stadtrats. Die Priorisierung wurde nach verschiedenen Kriterien wie Dringlichkeit, zu erwartender Aufwand oder Verfügbarkeit von betroffenen Partnern erledigt.

Welche zeitlichen Verschiebungen ergeben sich bei der Umsetzung dieser Projekte?

«Aufgrund der nach wie vor vorhandenen personellen Unterbesetzung der Abteilung ist mit zeitlichen Verschiebungen zu rechnen», schreibt der Stadtrat. Zudem beanspruche bei der Richtplanung die hohe Zahl der Einwendungen mehr Bearbeitungszeit als angenommen. Beim Bahnhofzentrum komme es zudem aus SBB-internen Gründen zu weiteren Verzögerungen. Von den laufenden wichtigen Projekten wurde einzig die vorgesehene Wiederaufnahme der Arbeiten am Quartierplan Eschenbühl vorläufig ganz zurückgestellt.

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