Illnau-Effretikon will Lärm und Verkehrschaos im Zentrum verhindern
Logistik wegen Brüttener Tunnel
In Effretikon sind für den Bau des Brüttener Tunnels zwei Logistikstandorte geplant. Jener am Bahnhof sei ganz zu streichen, verlangt ein «konsternierter» Stadtrat.
Die SBB planen, während des Baus des Brüttener Tunnels auf dem Stadtgebiet von Illnau-Effretikon zwei Logistikstandorte zu betreiben. Der eine soll ab 2026 beim Bahnhof Effretikon an der Brandriedstrasse im Bereich des Güterbahnhofs und der dortigen Park-and-ride-Anlage zu stehen kommen. Der andere im Industrieareal Vogelsang – teils auf dem Areal des Kibag-Betonwerks, teils auf einer dortigen städtischen Parzelle.
In einer Stellungnahme befürwortet der Stadtrat zwar den Bau der «Mehrspur Zürich–Winterthur» und damit des Brüttener Tunnels. Gleichzeitig zeigt er sich aber «konsterniert» darüber, dass Bevölkerung und Arbeitnehmende nach dem Projekt «Hürlistein und Effretikon Nordkopf 2013 bis 2016» «bereits wieder» durch einen Logistikstandort für eine SBB-Grossbaustelle im Zentrum von Effretikon «über mehrere Jahre Lärmbelastungen erdulden» sollen.
Wider Bau- und Zonenordnung
Die SBB wollen an beiden Standorten Bauzüge und Baumaschinen betriebsbereit machen. Dazu kommen Lagerflächen für Bahntechnikmaterial, Baumaschinen und Baucontainer. Der Umschlag soll jeweils zwischen Last- und Bahnwagen erfolgen.
Auf dem rund 6000 Quadratmeter grossen Areal beim Bahnhof Effretikon seien gemäss Bau- und Zonenordnung «höchstens mässig störende Gewerbebetriebe zulässig», schreibt der Stadtrat in seiner Stellungnahme. «Ein Logistikstandort, der über zehn Jahre hinweg mit jeweils 24 Stunden dauerbetrieben wird, erfüllt diese Voraussetzungen nicht.» Zudem würde der Wegfall der dortigen Park-and-ride-Anlage zu «massivem Suchverkehr und Parkierungschaos» im Zentrum von Effretikon führen. «Der Logistikstandort ist zu streichen», lautet denn auch sein Fazit.
Lärmschutzmassnahmen im Vogelsang
Den zweiten geplanten, rund 1000 Quadratmeter grossen Logistikstandort im Industrieareal Vogelsang unterstützt der Stadtrat hingegen. Zum Schutz der Wohnzone im Nauen-Quartier müssten jedoch Lärmschutzmassnahmen eingeplant werden. Zudem sei der Zufahrtsbereich über die städtische Parzelle an Dritte vermietet, anfallende Entschädigungszahlungen seien von den SBB zu übernehmen.

Generell vermisst der Stadtrat den Einbezug der geplanten Kiesgrube Tagelswangen ins Logistikkonzept. Er erwarte, dass alles unternommen werde, um den Abtransport des Ausbruchmaterials des Brüttener Tunnels in die nahe gelegene zukünftige Kiesgrube zu ermöglichen. Zudem sei zu überprüfen, ob der geplante Verladebahnhof der Kiesgrube Tagelswangen erweitert und auch als Umschlagstandort genutzt werden könne.
