Fällanden freuen sich über finanzielles Polster
Gemeindeversammlung Fällanden
Die Jahresrechnung war an der Fällander Gemeindeversammlung einziges und unumstrittenes Geschäft. Damit sich die Stimmberechtigten nicht langweilten, gab es Lektionen in Sachen Politik, Autokauf und märchenhafter Aussicht.
Der Fällander Gemeindepräsident Tobias Diener (FDP) gab zu Beginn der Gemeindeversammlung eine kurze Politik-Lektion. Wieso diese Veranstaltung wegen eines einzigen Traktandums überhaupt durchgeführt werde? Die Antwort gab Diener am Mittwochabend in der Zwicky-Fabrik gleich selber: «Wir müssen sechs Monate nach Abschluss des Rechnungsjahrs der Bevölkerung die Rechnung vorlegen.»
Das einzige Geschäft des Abends vorzustellen, oblag dann Finanzvorstand Heinz Rüegsegger (Die Mitte). Dieser zeigte sich «sehr erfreut» über das Ergebnis der Jahresrechnung 2022, die mit einem Plus von rund 10,4 Millionen Franken schliesst. Dies bei einem Aufwand von 68,4 Millionen und einem Ertrag von 78,8 Millionen Franken.
Grund für das massive Plus sind die höheren Steuereinnahmen. Allein der Anteil der Grundstückgewinnsteuern betrug in Fällanden satte 8,2 Millionen Franken, budgetiert waren lediglich 3 Millionen. Ebenfalls beeinflussten tiefere Abschreibungen in Höhe von gut 700’000 Franken das Ergebnis positiv.
Mit dem neuen Rechnungsmodell seien die Abschreibungen etwa bei Gebäuden verlängert worden, und damit werde auch die Jahresrechnung entlastet, sagte Rüegsegger.
Wie man ein neues Auto kauft
Um den Zusammenhang zwischen Abschreibungen und Investitionen zu erläutern, hatte auch der Finanzvorstand eine kleine Lektion parat: «Wenn Sie ein Auto abschreiben, legen Sie damit Geld auf die Seite, um ein neues zu kaufen.»
Was die Investitionen betrifft, hat die Gemeinde im vergangenen Jahr weniger umgesetzt als geplant. Budgetiert waren Projekte in Höhe von rund 6,3 Millionen Franken, davon wurden allerdings lediglich 3,7 Millionen realisiert. Unter anderem wurde der Kauf des Alten Schulhauses von der Reformierten Kirche auf das Rechnungsjahr 2023 verschoben. Der Preis für den Verkauf schlägt im kommenden Jahr mit 850’000 Franken zu Buche.
Wo ist der schönste Aussichtspunkt?
FDP-Mitglied Heinz Mäder sagte, dass die Partei «mit Genugtuung» das gute Ergebnis der Rechnung zur Kenntnis genommen habe. «Dass die Einnahmen derart sprudeln, ist nicht selbstverständlich.» Im Hinblick auf die kommenden Grossprojekte wie Gemeindehaus oder Schule sei dieses «Polster» willkommen.
Auch die Rechnungsprüfungskommission (RPK) hatte nichts auszusetzen an der Jahresrechnung. Die 43 anwesenden Stimmberechtigten genehmigten das Geschäft letztlich grossmehrheitlich.
Bevor es danach zum Apéro ging, hatte ein alteingesessener Pfaffhauser noch eine Lektion zum Thema Sehenswürdigkeiten loszuwerden. «Kennt Ihr den schönsten Aussichtspunkt in Fällanden?», fragte er in die Runde. Dieser befinde sich unweit des Kindergartens in Pfaffhausen. «Dort hat es zwei Sitzbänke mit Blick auf die Berge, die ich jedem empfehlen kann.»
