Jugendarbeit wird an Mojuga übergeben
Gemeindeversammlung Fehraltorf
An der Gemeindeversammlung in Fehraltorf wurden die Auslagerung der Jugendarbeit sowie die Jahresrechnung verabschiedet.
Es herrschte lockere Grillparty-Stimmung an der Fehraltorfer Gemeindeversammlung, die am Montagabend im Amphitheater bei der Mehrzweckhalle Heiget unter freiem Himmel abgehalten wurde. Die 69 Stimmberechtigten konnten beim Eintreffen einen Wettbewerbstalon ausfüllen, der Gewinner wurde direkt nach der Versammlung ausgelost und durfte sich etwas aus dem «Fehraltorfer Souvenir-Shop» aussuchen.
Eine Idee der Verwaltungslernenden, die mit der Suche nach Ideen beauftragt worden waren, um die Bevölkerung zu mobilisieren. «Die Rechnung allein lockt nicht mehr so viele Leute an», so Gemeinderat Fritz Schmid (parteilos) schmunzelnd.
Negative Bilanz
«Es ist nicht mehr so viel Fleisch am Knochen wie in früheren Jahren», brachte es Gemeindepräsident Anton Muff (DGF) ziemlich direkt auf den Punkt. Die Erfolgsrechnung wies einen Aufwandüberschuss von rund 775’700 Franken aus.
Gründe für den schlechteren Abschluss führte er auf die Pflegefinanzierung, das Flüchtlingswesen, die Energiekosten und den verminderten Steuerertrag zurück. «Das Nettovermögen wird laufend abgebaut durch hohe Investitionen, die bereits bewilligt sind.»
Der Fachkräftemangel ist nicht von der Hand zu weisen.
Verena Hubmann (DGF), Gemeinderätin
Auf die Frage eines Stimmberechtigten, ob man sich Sorgen um die Gemeinde machen müsse, winkte Muff beschwichtigend ab: «Dazu besteht kein Anlass.»
Erstmals sei eine finanzpolitische Reserve von 400'000 Franken ins Budget eingelegt worden, die Schulden würden mittelfristig vernünftig abgebaut. «Der Gemeinderat wird künftig möglichst viele Einsparungen machen, ohne an Leistungen einzubüssen», so Anton Muff. Die Jahresrechnung wurde einstimmig genehmigt.
Auslagerung der Jugendarbeit
Als zweites Traktandum erläuterte Gemeinderätin Verena Hubmann (DGF) die Beweggründe der Gemeinde Fehraltorf, die Jugendarbeit ab 1. September 2023 auszulagern. Bisher wurde eine durch die Gemeinde Fehraltorf angestellte Jugendarbeiterin mit dieser Aufgabe betraut.
Die Kündigung der letzten Jugendarbeiterin und die vielen Wechsel in den letzten Jahren boten jedoch Anlass, dieses Konzept zu überdenken. «Der Fachkräftemangel ist nicht von der Hand zu weisen», führte Hubmann aus.
Mit der Übertragung der Jugendarbeit an die Mojuga könnten gesellschaftliche Schwankungen und Veränderungen abgefangen und die Personalressourcen jederzeit sichergestellt werden. Bereits andere Oberländer Gemeinden haben dieses Konzept erfolgreich umgesetzt, unter anderem Russikon, Pfäffikon oder Bubikon.
«Wie weit wird gewährleistet, dass immer etwa die gleichen Ansprechpersonen in Fehraltorf präsent sind?», lautete die einzige Frage aus dem Publikum. «Eine vertrauensvolle Beziehung ist eine wichtige Grundlage für dieses Thema.»
Gemäss Verena Hubmann ist die Mojuga dafür besorgt, dass nach Möglichkeit dieselben Verantwortlichen vor Ort sind, soweit dies krankheits-, ferien- oder kündigungsbedingt machbar ist. Dem Antrag auf die Auslagerung wurde grossmehrheitlich zugestimmt.
Politische Plakate auf Gemeindegrund
Im Vorfeld der Gemeindeversammlung wurde eine Anfrage aus der Bevölkerung gestellt, die der Gemeindepräsident zum Abschluss mit der entsprechenden Antwort verlas. Die Antragstellerin SP Fehraltorf-Russikon-Weisslingen wollte die Möglichkeiten für das Aufstellen oder Aushängen von temporären Plakaten mit politischen Inhalten auf gemeindeeigenem Grund prüfen lassen.
Anton Muff räumte ein, dass beim Platzieren von politischen Plakaten auf privatem Grund eine Partei klar im Vorteil sei, worauf er einige Lacher erntete. Der Gemeinderat sei jedoch bereit, die heutigen Bestimmungen zu überdenken und das bisherige Reglement zu überarbeiten.