Soll Usters Schulmodell verändert werden?
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Der Gemeinderat stimmt am Montag unter anderem über eine Reform der integrativen Schule ab. Die Primarschulpflege lehnt Lösungen dieser Art rigoros ab.
Am Montagabend tagt das Ustermer Parlament. Es könnte eine längere Sitzung werden, da insgesamt sechs Themen besprochen werden.
Der letzte Punkt auf der Traktandenliste dürfte zu Diskussionen führen. Jürg Krauer (FDP) und Andrea Grob (FDP) möchten mit ihrem Postulat die integrative Schule neu auslegen. Darin beschreiben sie einen Missstand in der Primarschule: Es gebe immer mehr verhaltensauffällige Kinder, die zusätzliche Betreuung benötigten. Dafür fehle es aber an Budget und an Fachkräften. Die Lehrpersonen seien am Limit und blieben nur kurz im Beruf.
Man wolle jetzt nach neuen Lösungen suchen. Dabei schlagen sie vor, den kommunalen Handlungsspielraum zu überprüfen. Grob und Krauer stellen sich die Frage, was in Uster machbar wäre – ohne mit den kantonalen Richtlinien zu kollidieren.
Separater Unterricht versus Schulinseln
Als Beispiel nennen sie Kleinklassen für Kinder, die sonderpädagogische Dienste in Anspruch nehmen. Das könne die einzelnen Schülerinnen und Schüler besser fördern.
Die Primarschulpflege lehnt diese Lösungen in ihrer ersten Stellungnahme rigoros ab. Es stehe so schon in den Legislaturzielen: Inklusion, Partizipation und Chancengleichheit sollen gefördert werden.
Auch für den Stadtrat sei klar, für eine wertschätzende Gesellschaft gehöre die inklusive Schule dazu. Es seien jedoch Schulinseln geplant, wo sich Kinder mit verhaltensauffälligen Tendenzen «für kurze Zeit» aufhalten und zur Ruhe kommen können.
Zudem habe Uster mit einem Sonderaufwand alle Stellen für dieses Jahr besetzen können, und die Zufriedenheit der meist langjährigen Mitarbeitenden sei hoch, schreibt die Primarschulpflege in ihrer ersten Stellungnahme.
Weiter geht es um zwei Kredite: Das Schulhaus Freiestrasse soll eine neue Heizung erhalten. Die jetzige Ölheizung soll durch eine Pelletheizung ersetzt werden. Dafür soll ein Kredit von rund 335’000 Franken gesprochen werden.
Neue Tarife für die Betreuung ausserhalb der Schulzeit
Der zweite Budgetpunkt kommt als Antrag aus der RPK (Rechnungsprüfungskommission): Der städtische Beitrag an die Kosten von schulergänzender Betreuung soll um 580’000 Franken erhöht werden. Dabei möchte man die Abstufung der Tarife neu gestalten. Vor allem, um niedrig verdienende Eltern zu entlasten.
Inhaltlich geht es um die Betreuung von Primarschulkindern ausserhalb der Schulzeit, wie zum Beispiel über Mittag oder morgens ab sieben Uhr, bevor der Unterricht beginnt. Dafür will man die Tarife anpassen.

Die Weiherallee umgestalten
Als weiterer Punkt steht die Weiherallee und der Schutz der Amphibien auf dem Plan. Der Stadtrat lehnt das Postulat ab mit dem Argument, ein Rückbau der Weiherallee sei unverhältnismässig. Diese ist erst vor zehn Jahren saniert worden.
Jedoch sollen im Rahmen des Biodiversitätskonzepts (BIK) im ganzen Stadtgebiet von Uster weitere Ausstiegshilfen für Amphibien angebracht werden.
Nachhaltige Veranstaltungen
Ein anderes Postulat seitens der Grünen-Fraktion empfiehlt der Stadtrat jedoch anzunehmen: Er wird darin aufgerufen, künftig eigene Veranstaltungen nachhaltig zu organisieren – und darzulegen, welche Massnahmen dafür gewählt werden.
Dabei werden im Postulat schon Beispiele von Veranstaltern genannt, die ihren ökologischen Fussabdruck jetzt schon möglichst klein halten, indem sie auf Mehrweggeschirr setzen, lokal gebrautes Bier anbieten oder auch Kompost-WCs zur Verfügung stellen. Wie zum Beispiel das Ustermer Musikfestival H2U.
Gegen Gewalt an Frauen
Auch wird am Montag darüber abgestimmt, ob die Abteilung Soziales von Uster federführend an der Präventionskampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» teilnehmen soll. Die Stadt verfügt bisher über kein solches Angebot, jedoch beteiligt sie sich mit einem jährlichen Beitrag von 10’000 Franken am Frauenhaus Zürich Oberland.
