Marschhalt auf der letzten Meile
Millionenschweres Looren-Projekt in Maur
Nach einem abschlägigen Bezirksratsurteil will der Maurmer Gemeinderat auf die Sanierung des Loorensaals verzichten. Kommt es nun gar zu einem Neubau?
Für die Emotionen dürfte an der Maurmer Gemeindeversammlung vom 12. Juni vor allem der Privatisierungsantrag zur Dorfzeitung sorgen. Doch zur Verhandlung stehen an jenem Montag noch zwei weitere Geschäfte: die Jahresrechnung und, einmal mehr, Teile des Generationenprojekts «Looren».
Bei Letzterem geht es für einmal nicht darum, Geld zu sprechen. Nach der Realisierung der drei Schulhäuser und der Mehrzweckhalle soll nun vielmehr auf zwei Teilprojekte verzichtet werden: die Sanierung des Loorensaals und die Errichtung eines Kinderspielplatzes.
Damit würden bereits gesprochene Kreditanteile von 2,7 Millionen Franken für den Saal und 146'000 Franken für den Spielplatz verfallen – wobei allerdings bereits beanspruchte Planungskosten von 422'000 Franken abgeschrieben werden müssten.
Hintergrund ist ein Urteil, das der Bezirksrat Uster im letzten Oktober gesprochen hat. Er hat dabei drei Bürgern recht gegeben, die gegen die gebundenen Mehrkosten von 7,8 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem ursprünglich 41 Millionen Franken teuren Generationenprojekt rekurriert hatten.
Sogar ein Neubau wäre möglich
«Der grösste Teil ist fertiggestellt. Die letzte Meile, die noch zu realisieren ist, haben wir hinterfragt. Dabei sind wir zum Schluss gekommen, dass wir die Bedürfnisse beim Loorensaal und beim Kinderspielplatz neu beurteilen möchten», sagt Gemeindepräsident Yves Keller (FDP).
Tatsächlich sind seit der ursprünglichen Urnenabstimmung von 2016 sieben Jahre ins Land gezogen. Es fragt sich, ob die Sanierung der Hausfassade und die Installation einer neuen Haustechnik im Loorensaal, die massiv teurer würden als ursprünglich geplant, in dieser Form noch Sinn ergeben.
In seiner Weisung erklärt der Gemeinderat denn auch, dass er Alternativen prüfen wolle. Und bringt dabei gleich auch die Möglichkeit eines höheren und längeren Neubaus für allfällige zusätzliche Nutzungen ins Spiel.
Der Loorensaal selbst könne vorderhand mit kleinen Unterhaltsarbeiten problemlos weiterbetrieben werden, sagt Keller. Und ergänzt: «Das Urteil des Bezirksrats war schmerzhaft. Doch wir haben es genutzt, um einen Neustart zu machen. Und für den wollen wir uns auch die nötige Zeit nehmen.»
>> Lesen Sie hier mehr über die Privatisierung der Maurmer Dorfzeitung
