«Wir würden gerne herausfinden, warum so wenige Leute kommen»
Leiterin Fachstelle Nachhaltigkeit
Nadine Freuler organisiert in Uster die Klimawochen. Und kämpft gegen das mangelnde Interesse der Bevölkerung an den einzelnen Veranstaltungen.
Frau Freuler, Sie organisieren die Klimawochen Uster. Zur heutigen Podiumsdiskussion erschienen ein Dutzend Leute. Wie enttäuscht sind Sie über das mangelnde Interesse?
Nadine Freuler: Fachlich betrachtet finde ich es sehr schade. Wir würden gerne mit der Veranstaltungsreihe möglichst viele Leute erreichen, ihnen Räume bieten. Doch das wird anscheinend nicht wahrgenommen. Mit dem Nachhaltigkeitsmarkt und der Ausstellung «Aus Liebe zum Essen» finden jedoch auch Veranstaltungen statt, die ein breiteres Publikum und insbesondere auch Schulklassen anziehen.
Wissen Sie, warum es so schwer ist, die Leute zu mobilisieren?
Das erfahren wir ja nicht. Die Personen, die nicht da sind, kann man nicht fragen. Es können viele Faktoren in ein Nichterscheinen hineinspielen: die Zeit, der Ort, der Rahmen, vielleicht wie heute Abend auch das schöne Wetter. Wir würden es gerne herausfinden, schliesslich sind auch wir bereit, unser Angebot anzupassen.
Letztes Jahr waren es noch die Klimatage Uster, jetzt sind es die Klimawochen. Und schon letztes Jahr kämpften Sie mit geringer Teilnahme. Jetzt wirkt die ganze Veranstaltung «aufgeblasen». Wo ist da das Learning?
Es stimmt, dass die sechs Events im Herbst keine Publikumsmagnete waren. Doch wir wollten die Veranstaltungsreihe, die ja auch Forderungen aus der Bevölkerung, nämlich einen 2021 durchgeführten Bürgerpanel, aufgreift, nicht einfach beerdigen. Zumal wir zu wenige Datengrundlagen hatten, auf denen wir eine Absage hätten treffen können. Im Hinblick auf dieses Jahr und die Klimawochen haben wir unsere Kommunikation angepasst, arbeiten mit mehr Partnern zusammen, haben mit Ernährung ein Thema, das wirklich alle anspricht. Zudem bieten wir unterschiedlichere Arten von Anlässen an als noch letztes Jahr.
Was ist die genaue Überlegung dahinter?
Die Breite der Veranstaltungen soll unsere Datengrundlage verbessern. Wir erhoffen uns, mit einer breiteren Palette besser zu sehen und zu verstehen, was die Menschen wollen. Ist eine Anmeldung beispielsweise schon eine Hürde?
Die Podiumsdiskussion ist natürlich auch nur ein Einblick in die ganze Reihe. Welches Echo hat Sie zu den bisherigen Veranstaltungen erreicht?
Das Programm allgemein ist gut angekommen. Die Kinovorstellungen im Qtopia sowie insbesondere die Matinee wurden gut besucht. Und für die Ausstellung «Alles Liebe zum Essen» haben wir zahlreiche Anmeldungen von Schulklassen erhalten, was uns sehr freut. Es zeigt nämlich, dass das Thema nachhaltige Ernährung auch von der Bildungsseite aufgegriffen wird.
Eine letzte Frage: Was wünschen Sie sich für eine nachhaltige Ernährung in Uster?
Dass die Menschen möglichst viel lokal konsumieren, Produktionstechniken noch nachhaltiger werden und dass mehr Leute aus allen Teilen des Ernährungssystems miteinbezogen werden und an einem Strang ziehen.
