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Die richtige Eishalle bleibt ein Traum

Eine neue Halle für den Eishockeyclub? Das Stadtparlament findet das zeitlich wenig opportun. Deshalb.

Das Eisfeld im Effretiker Sportzentrum Eselriet wurde vor neun Jahren überdacht – aber nicht geschlossen. (Archivbild)

Foto: Nicolas Zonvi

Die richtige Eishalle bleibt ein Traum

Effretiker Sportzentrum Eselriet

Mit ihrem Wunsch nach einem Ausbau der Eissportinfrastruktur beisst die Illnau-Effretiker SVP im Parlament auf Granit. Das muss dem lokalen Eishockeyclub zu denken geben.

Am Donnerstagnachmittag hat sich die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft als grosse Medaillenanwärterin mit einem bedauernswerten Auftritt von der laufenden Weltmeisterschaft verabschiedet.

Das einzig Positive: In genau einem Jahr bietet sich ihr bereits die nächste Gelegenheit. Die Hoffnung lebt weiter.

Dieses Privileg haben die Mitglieder des EHC Illnau-Effretikon nicht. An der Niederlage, die sie am Donnerstagabend im Stadthaussaal einstecken mussten, werden sie länger zu kauen haben.

Das Stadtparlament wies in seiner Sitzung ein Postulat für eine «zeitgemässe Eissportinfrastruktur» der beiden SVP-Parlamentarier Luc Jacquat und Ueli Kuhn mit 24 zu 8 Stimmen zurück.

Das Duo hatte mit seinem Vorstoss die Zustände um die Eissportanlage im Sportzentrum Eselriet adressiert. Diese ist zwar überdacht, aber zur Seite offen.

Das führt im Herbst zu Nebelbildung, ausserdem kann sie aus energetischen Gründen erst ab Ende September betrieben werden. In einem Sport, dessen Saison heute bereits im August beginnt, ist das eher suboptimal: Die Vereine müssen entsprechend auswärtig Eis anmieten.

Im Zuge der anstehenden Sanierung der Wärmeerzeugungsanlage dränge sich die Frage auf, ob auch Anpassungen an der Gebäudestruktur vorgenommen werden müssten. Konkret müsse geprüft werden, ob das Ausseneisfeld in eine zweckgebundene Eishalle eingepackt werden könne.

Der Postulant Ueli Kuhn argumentierte unter anderem mit dem Vereinswohl und der fehlenden Isolierung, die zu energetischen Verlusten führt – und stand damit auf ziemlich verlorenem Posten. Dabei muss den Betroffenen weniger das deutliche Resultat als vor allem der Tenor im Saal zu denken geben.

Mehr als nur auf der langen Bank

Schon die Hochbauvorsteherin Rosmarie Quadranti (Die Mitte) machte in ihrer einleitenden Erklärung zur ablehnenden Haltung des Stadtrats klar, welch schwierigen Stand das Unterfangen hat.

«Wir alle wissen, dass wir vor einer sehr investitionsintensiven Phase stehen. Hier zu investieren, ist jetzt nicht möglich, es ist in ein, zwei Jahren nicht möglich, und es ist wohl nicht einmal in diesem Jahrzehnt möglich.»

Fast schon süffisant zerpflückte danach der Grüne Arie Bruinink das Anliegen. Er paraphrasierte den Vorstoss auf gewohnt unterhaltsame Art als «längere Saisondauer und Um- und Neubau der Eishalle für das Eishockey mit Kosten von 10 bis 15 Millionen Franken».

Dieses Anliegen sei nicht nur ökologisch unverantwortbar, sondern ziehe auch eine massive Steuererhöhung nach sich – was seines Wissens nicht im Sinne der SVP sein könne.

Nur neun Jahre nachdem das Sportzentrum umgebaut und das Dach errichtet worden sei, seien zudem zuerst einmal auch die Wünsche anderer an der Reihe.

Diesen Punkten folgten denn auch seine Nachredner. Hansjörg Germann (FDP) verwies auf den Volkswillen bei der damaligen Abstimmung zum Umbau und meinte ganz im Sinne seiner Partei: «Der Eissport ist in unserer Gemeinde wichtig, und er wird es auch ohne geschlossene Eishalle bleiben. Letztlich geht es um die gerechte Verteilung von beschränkten finanziellen Mitteln. Wir sehen leider bis auf Weiteres keine Finanzierbarkeit für solche zusätzliche Investitionen.»

Ralph Antweiler von der GLP äusserte die Befürchtung, dass eine neue Halle automatisch auch eine längere Nutzung nach sich ziehen würde – und zwar nicht nur im Spätsommer, sondern auch im Frühling. «Das ist so absehbar wie die Nutzung der zweiten Gotthardröhre.»

Der Markt soll wieder leben

Grünes Licht erteilten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier dagegen einem Postulat von Urs Gut (Grüne) und Kilian Meier (Die Mitte). Mit ihrem Vorstoss wollen die beiden den Stadtrat dazu einladen, Wege zu finden, um das Marktwesen auf dem Effi-Märt zu beleben.

Impressionen vom Herbstmarkt in Effretikon.
Der Marktplatz in Effretikon hat seinen Charme. Nun soll ihn der Stadtrat noch besser verkaufen. (Archivbild)

Mit spezifischen Vorschlägen konnte der Referent Gut, der in der Infrastruktur und bei den Ressourcen genügend Potenzial sieht, zwar nicht aufwarten.

Eher führte er Generelles an, etwa den Frühlings- und Herbstmarkt auch für Anbieter besser zu bewerben. «Man muss das Rad nicht neu erfinden, man kann sich auch bei Aussenstehenden orientieren», fasste er zusammen.

Des relativ offenen Themas wegen entwickelte sich daraus aber eine vitale Diskussion, die mit breitem Wohlwollen geführt wurde – und in der sich auch die gesinnungspolitischen Blaupausen gut anwenden liessen.

So fand der FDP-Mann Germann, dass der zentrale Marktplatz durch das Wachstum der Stadt künftig besser frequentiert werde und «dass man nicht auf planwirtschaftliche Massnahmen, sondern auf die Kräfte des freien Markts vertrauen soll». Was in diesem Zusammenhang zugegebenermassen etwas eigenartig klingen mag.

 «Warum funktioniert der Christbaumverkauf im Eselriet, aber nicht auf dem Marktplatz beim Effi-Märt?», warf dagegen der SVP-Parlamentarier Simon Binder in die Runde, um die Antwort gleich selbst zu geben: «Die Parkplätze.» Es sei für Kundinnen und Kunden nur bedingt attraktiv, einen Baum in die Tiefgarage zu tragen.

Letztlich überwies das Parlament den Auftrag mit 21 zu 12 Stimmen an den Stadtrat. Trotz wenig Konkretem wird es ihm nach dieser Runde nicht an Denkanstössen fehlen.

Die weiteren Beschlüsse des Stadtparlaments

- Der Antrag des Stadtrats zum Objektkredit für die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Chelleracher wurde einstimmig genehmigt.

- Dem Antrag des Stadtrats zur Projekt- und Kreditgenehmigung für die Erstellung des Dorfplatzes Bisikon mit einer hindernisfreien Bushaltestelle wurde grossmehrheitlich stattgegeben.

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